Drobo Mini

Lange Zeit war ich für meine Aperture Bibliothek auf eine externe Platte angewiesen. Zu groß waren die Datenmengen für meine interne Platte, zu langsam das Arbeiten auf einer einfachen Externen und zu unsicher auf keinem ausfallsicheren System zu arbeiten. Leider kann mann Aperture Libraries nicht einfach auf ein NAS packen – Aperture möchte immer gerne ein HFS+ Dateisystem haben.

Nun ja also habe ich mir eine passende Hardware-Lösung gesucht. Fündig geworden bin ich bei Drobo mit dem Drobo Mini. Ein Drobo wollte ich immer schon mal ausprobieren. Das Drobo Mini ist ein externes Hardware-RAID für bis zu vier 2.5″ Platten. Angeschlossen wird es per USB 3.0 oder Thunderbolt. Ich bin am Anfang mit zwei 1 TB WD RED Platten gestartet, habe dann noch zwei Crucial SSDs nachgerüstet und dann die Platten nochmals gegen SSDs getauscht und abschließend sogar noch eine Samsung mSATA SSD.

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Das Drobo Mini verbindet die bekannten Drobo Eigenschaften von BeyondRAID mit schnellem Interface in einer kleinen Box. BeyondRAID schützt automatisch eure Daten. Man kann wählen zwischen der Ausfallsicherheit durch eine oder zwei Platten. Dabei ist BeyondRAID selbstheilend. Bedeutet das System verteilt die Daten beim Ausfall einer Platte automatisch optimal auf die anderen Platten. Wechselt man die defekte Platte aus, wird die neue ebenfalls direkt automatisch wieder eingebunden.

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Außerdem kann man mit BeyondRAID seinen Speicherplatz jeder Zeit durch zusätzliche oder größere Platten erweitern. Das System legt einmal eine riesengroße virtuelle Platte an, die dem Betriebssystem zur Verfügung gestellt wird. Intern verwaltet Drobo den realen Speicherplatz (Smart Volumes). Wie viel realer freier Speicherplatz zur Verfügung steht, kann man im Drobo Dashboard nachschauen oder sieht man grob auch an der blauen LED-Leiste am Gerät. Vier weitere LEDs in den Ecken der Front zeigen jeweils den Zustand der eingeschobenen Platte an. Man kann sich also auch ohne Drobo Dashboard einen guten Überblick über den gesamten Zustand des Systems machen. Überhaupt finde ich das Gerätedesign recht schön.

Der Einbau bzw. Austausch der Platten ist einfach. Platte reinschieben, ein bisschen drücken, die Platte rastet ein und ist einsatzbereit. Die Platten können während des Betriebs getauscht werden. Natürlich immer nur eine nach der anderen, aber immerhin kann man währenddessen weiter mit den Daten arbeiten bzw. je nach Speicherplatz diese wenigstens lesen. Die Plattenhersteller und -größen können beliebig gemischt werden. Nur verträgt es sich nicht mit SSDs mit Sandforce Controller.

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Ich bin mit der Leistung des Systems zufrieden. Es bietet einmal zwar nicht die HighEnd-Lese- und Schreibgeschwindigkeiten wie manche SSDs. Aber dafür sorgt es für sorgenloses RAID und liefert super gute IO-Werte. Die Datenströme, die das System liefert sind sehr konstant und auch der gleichzeitige Zugriff auf mehrere große Videostream führt zu keine Aussetzern. Ist also ideal für Foto- und Videoanwendungen. Wer aufgrund von mehreren eingebauten SSDs richtig hohe Datenraten erwartet wird enttäuscht sein und sagen „Man ist das Teil lahm“. Drobo Mini setzt auf einen Kompromiss von Sicherheit und Geschwindigkeit.

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Möchte man die Zugriffsgeschwindigkeiten weiter verbessern kann man eine mSATA SSD in das Drobo Mini einsetzen. Diese SSD erweitern dann nicht den zur Verfügung stehenden Speicherplatz sondern dient nur als Zwischenspeicher. Das Drobo Mini verwaltet selbstständig welche Daten im SSD-Cache bereitliegen anhand der letzten und häufigsten Dateizugriffe. Selbst damit wird das Drobo Mini aber nicht zur Rakete.

Das System besitzt sogar Arbeitsspeicher mit Reserveakku zum Schutz gegen Stromausfälle. Zum Glück konnte ich diese bisher noch nicht testen.

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Mir gefällt das Drobo Mini als professionelle Lösung für den Einzelarbeitsplatz wirklich gut. Es macht fast alles automatisch. Ich muss mir keine Sorgen um meine Daten machen und die Performance ist ok. Ein bisschen stört mich aber der eigentlich noch recht leise surrende Lüfter im Gerät, aber dieser ist bei bis zu vier eingesetzten Platten wohl eine Pflicht.

Mit etwa 470 € Straßenpreis ohne Platten ist das Drobo Mini ein richtig dicke Hausnummer. Der Preis lohnt sich eigentlich nur für professionelle Anwender und selbst die sollten gut überlegen ob das Drobo Mini wirklich das ideale System für sie ist.

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