Fitness

Fitbit Charge 2 – Fitnesstracker mit gewissen Extras

Fitnesstracker wird fast jeder von uns kennen; kleine, meist schwarze Armbänder, die am Handgelenk getragen werden und unsere Bewegungsaktivität messen. Das bietet so ziemlich jeder Fitnesstracker. Ein Einstiegergerät ist zum Beispiel das Mi Band von Xiaomi. Das Charge 2 von Fitbit verspricht da etwas mehr.

Es will uns mit einer ansprechenden App und einer kontinuierlichen Herzfrequenzmessung zu gesünderen Menschen machen. Aber klappt das? Ich habe das Charge 2 jetzt für ca. 6 Wochen getestet, nachdem ich vorher das Mi Band von Xiaomi hatte. Da ich den Vorgänger des Charge 2, das Charge HR, bereits für mehrere Monate im Einsatz hatte, kann ich die drei Bänder ganz gut vergleichen. Das Charge 2 bietet einige Funktionen mehr als das Charge HR. Es ist nicht nur Tracker, sondern man kann über die am Band integrierte Taste, und klopfen auf das Display mit dem Gerät ein wenig interagieren.

Das Charge 2 bietet eine kontinuierliche Herzfrequenzmessung, automatische Erkennung für viele Sportarten, Schrittzähler, Kalorienzähler, Zähler für erklommene Stockwerke, einen Vibrationswecker und eine Funktion die einem im Alltag mehr Entspannung zukommen lassen soll.

Auf Wunsch immer im Blick – Das Charge 2 misst kontinuierlich die Herzfrequenz.

Wenn man das Charge 2 zum ersten Mal umlegt und mit der App (iOS und Android) verbindet, muss man zunächst einmal festlegen, an welchem Handgelenk man das Band trägt, ob man Links- oder Rechtshänder ist, wie alt und wie groß man ist, wie viel man wiegt, usw. Aus diesen Werten berechnet Fitbit einen sogenannten Kardioindex, der Aufschluss darüber geben soll, wie fit man ist.

Hat man die Einrichtungsprozedur abgeschlossen, kann man noch wählen, welche Werte auf dem Armband angezeigt werden sollen und ob man über eingehende SMS und Anrufe informiert werden möchte. Mit der aktuellen iOS-Version ist es leider nicht möglich, sich auch über WhatsApp-, Threema-, oder sonstige Nachrichten informieren zu lassen. Danach kann es schon losgehen. Am besten ist es, wenn man das Charge 2 die ganze Nacht und den ganzen Tag über trägt. Einen kleinen Regenguss übersteht das Charge 2 ohne Probleme. Mit unter die Dusche sollte man es jedoch nicht nehmen.

Bei erreichen des vorgesehenen Schrittziels macht das Band mit einer Vibration und einer Animation darauf aufmerksam. Es belohnt einen also für seine getane Arbeit. Wenn man möchte, erinnert einen das Band auch daran, dass man stündlich mindestens 250 Schritte zurücklegt.

Für mich ist es ganz hilfreich zu wissen, ob ich über den Tag aktiv war oder eher nicht. Habe ich mein Schrittziel abends noch nicht erreicht und noch nichts vor, so gehe ich nun durchaus auch mal eine Runde um den Block. Das wichtigste Feature ist aus meiner Sicht aber das automatische Tracking verschiedener Aktivitäten, wie Radfahren oder Laufen. Möchte man zusätzlich noch wissen, welche Strecke man gelaufen oder gefahren ist, so ist das mit dem Charge 2 auch kein Problem. Ist das Band per Bluetooth mit dem Handy verbunden, so nutzt es das GPS des Handys um eine genaue Trainingsstrecke aufzuzeichnen. Dies ist auch sinnvoll, da das Band dadurch automatisch die gezählten Schritte und die gelaufenen Kilometer abgleicht und so zu einer genaueren Berechnung der zurückgelegten Strecke, auch ohne GPS, kommt. Die so aufgezeichneten Trainings landen auf einer Karte markiert in der Fitbit App. Leider verzichtet Fitbit darauf, seine Daten auch an Apples Healthkit weiterzugeben. Wenn man die verbrannten Kalorien dennoch in HealthKit haben möchte, muss man den Umweg über Drittanbieterapps wie „Myfitnesspal“ nehmen. Diese rufen die Daten bei Fitbit ab, speichern sie bei sich und geben diese dann am HealthKit weiter. Umständlicher ist nur selbst eintragen.

Basis – Uhrzeit, Puls, gelaufene Schritte. Das Display ist frei konfigurierbar

Insgesamt hat mich das Charge 2 positiv überrascht. Es hat so ziemlich alle Features die ein Fitnesstracker für mich braucht. Die einzigen Mankos sind die kurze Akkulaufzeit (ca. 5 Tage) und die fehlende Wasserdichtigkeit. Wäre das Charge 2 wasserdicht, so ließe sich auch Schwimmtraining tracken. So bleibt einem nur das manuelle Nachhalten.

Für eine Komplettbetrachtung des eigenen Lebenswandels reicht das Charge 2 nicht aus. Will man zum Beispiel konkret das Ziel Abnehmen verfolgen, so muss man noch die zu sich genommenen Lebensmittel in der Fitbit-App nachtragen, um so den Kalorienverbrauch gegen die Kalorienzufuhr zu rechnen. Dies macht die Fitbit-App auch relativ leicht. Man klickt auf das Plus, sucht das Lebensmittel und die Mahlzeit aus, und gibt die Menge an. Leider funktioniert das nur gut bei fertigen Lebensmitteln. Kocht man frisch, muss man die einzelnen Zutaten und die Menge pro Portion schätzen. Kein sehr genaues Unterfangen. Dies führt das Ziel gesünder zu leben leider etwas ad absurdum.

Im Vergleich zum Charge HR gefällt mir das Autotracking der Aktivitäten, das größere Display und die Möglichkeit der GPS-Aufzeichnung sehr gut. Das sind auch die größten Vorteile gegenüber dem Mi Band 2. Dies hat jedoch eine unschlagbar gute Akkulaufzeit.

Das Charge 2 kann man also für all diejenigen empfehlen, die Trainingstracking und kontinuierliche Herzfrequenzmessung haben möchten. Geht es um reines Schrittzählen ist man mit dem Mi Band 2 deutlich günstiger dabei und muss nicht jede Woche laden.

Ich bedanke mich beim Hersteller für die Bereitstellung des Testmusters. Informationen zu ethischen Grundsätzen.