Nachdem ich in den letzten Tagen schon das iControlpad für iOS und Mac sowie die Xbox 360 Controller vorgestellt habe, geht es jetzt spielerisch auf dem iPad weiter. Mit dem iCade wird das iPad zum hauseigenen Spielhallenautomaten.

Viele Ältere kennen die großen, Kleingeld vernichtenden, Arcadekisten aus den Spielhallen noch. Heute sieht man sie leider viel zu selten. Nur in Japan sind sie wirklich noch bekannt und beliebt.

Doch es hat immer viel Spaß gemacht an den Dingern zu zocken. Die Spiele waren meist recht simple, aber dennoch motivierend. Zwei Eigenschaften, die viele iPad Spiele auch besitzen. Also warum nicht die guten alten Zeiten mit neuer Technik und neuen Pixelgames wiederbeleben und nach Hause holen. Genau dies tut das iCade von ION Audio.

In der Verpackung findet man eine Controllereinheit, fünf Holzteile, Schrauben und einen Imbusschlüssel nebst Batterien. Der Aufbau ist sehr einfach à la IKEA-Manier, dann noch die Batterien einlegen und es kann losgehen.

Das iPad wird in das iCade gestellt. Grundsätzlich ist die Bildschirmausrichtung des iCade auf Hochbild ausgelegt, aber es gibt auch eine Kante um das iPad im Querformat hineinzustellen. Es hält in beiden Fällen gut. Zusätzlich kann man für längere Spieleabende auch das Ladekabel unten durch die Halterung stecken, um so das iPad während des Spielens mit Strom zu versorgen.

Technisch funktioniert das iCade sehr ähnlich wie das iControlpad. Man verbindet die iCade und iPad per Bluetooth. Dabei fungiert das iCade wie eine Tastatur am iPad. So bedeutet zum Beispiel nach oben drücken am Stick „t“ und dann wieder loslassen „y“. Daher ist es auch wichtig, dass man die On-Screen-Tastatur des iPads vor dem Verbinden des iCades auf Englisch stellt, damit die Steuerung einwandfrei funktionieren kann.

Ist alles richtig verbunden und eingestellt, kann losgespielt werden. Und da kommen bei mir viele schöne Erinnerungen an Früher auf. Der Stick und die Buttons arbeiten mit Microschaltern wie früher und machen einen auch dem entsprechend Krach. So muss das sein! Leider ist dies nicht ganz so praktisch, wenn Eure Freundin abends schlafen möchte, Ihr aber lieber noch eine Runde Aliens abschießen wollt.

Velocispider, Mos Speedrun, Stardash und Meganoid sind einfach ein Traum mit dem iCade. Ich hatte lange nicht mehr so viel Spaß mit so simplen Spielen, die dennoch mit viel Liebe zum Detail designt worden sind, und bei denen die Controllereinheit erst so richtig aufblühen kann.

Die Verarbeitung und das Material des iCade sind einwandfrei. Das iCad besteht aus stabiler MDF-Platte, wie man sie von den großen Automaten kennt. Die Decals sind gut gedruckt und machen einen sehr kratzfesten Eindruck. Der Stick und die Buttons sind ebenfalls wie früher mit Microschaltern versehen, daher relativ laut, aber nur so kommt das echte Feeling rüber. Schön ist auch der „Münzeinwurf“, der keiner ist. Dieser leuchtet rot, wenn das iCade aktiviert ist. Das iCade schaltet man übrigens einfach durch eine Stickbewegung oder einen Buttondruck ein. Einen extra Powerschalter gibt es nicht. Wenn man es ein paar Minuten nicht nutzt, schaltet es sich selbstständig wieder ab.

Für die Entwickler der Spiele gibt es ein kleines SDK-Framework für das iCade. Dies ist wohl recht einfach einzubinden, und lässt so auf mehr Spiele in der Zukunft hoffen.

Kaufen kann man das iCade bei ION Audio für 99 € oder bei Amazon für 90 € inkl. Versand.

Fotos

Bewertung

sehr gut -
Ich wollte schon seit Jahren einen Automaten für das Wohnzimmer haben und war lange auf der Suche. Geld- und Platzmangel haben die Anschaffung bisher immer verhindert. Das iCade ist eine optimale Lösung für mich. Nimmt wenig Platz weg und ist im Vergleich zu großen Arcadekisten ziemlich günstig. Das kleine Minus gibt es wegen zu wenig Games und der Tatsache, dass man die Tastatur immer auf Englisch stellen muss.