Das iPad Camera Connection Kit von Apple bietet derzeit die einzige Möglichkeit die Schnittstellen des Tablets um einen USB Anschluss zu erweitern. Zwei Adapter machen es möglich Bilder über USB von Kameras oder Kartenlesern oder direkt von SD-Karten zu importieren. Warum es sich – meiner Meinung nach – lohnt und was es kann lest ihr hier:

Bestellung

Einen Monat ist jetzt schon vergangen seitdem ich Nachts kurz vorm ins Bett gehen noch meine Bestellung(en) bei Apple getätigt habe um mein iPad und das Zubehör (Camera Connection Kit & iPad Case) rechtzeitig zum Verkaufsstart in Deutschland in Händen halten zu können.

Ich habe auch mit voller Absicht die Bestellung zwischen eigentlichem Gerät und Zubehör geteilt, da es sich in der Vergangenheit schon öfter gezeigt hat, dass es keine so gute Idee ist irgendwelches „Beiwerk“ zusammen mit einer neuen Gerätegeneration bei Apple zu bestellen. So konnte ich sicher gehen, dass das iPad rechtzeitig bei mir ankommt. Aber das nur so als kleiner, vorangestellter Tipp. Schließlich soll es hier ja um das Camera Connection Kit (im Weiteren teilweise „CCK“ abgekürzt) gehen.

Grundsätzliche Überlegungen

Für mich als Fotograf war klar, dass diese beiden Adapter einen erheblichen Mehrwert für mich bieten würden, sodass es für mich außer Frage stand die 29€ zu investieren. Das iPad stellt so eine ideale Möglichkeit dar unterwegs oder während eines Shootings die Speicherkarten zu leeren und gleichzeitig den beteiligten Personen die entstandenen Bilder ohne große Umwege über einen „vollwertigen“ Rechner zu präsentieren.

Lieferung und Verfügbarkeit

Meine zu Beginn erwähnte These sollte sich auch als zutreffend herausstellen, wenn auch nicht in wirklich erwähnenswertem Umfang. Denn das iPad kam bereits am Donnerstag – einen Tag vor offiziellem Verkaufsstart – bei mir an, das Camera Connection Kit „erst“ am Freitag. Hätte ich es in einer Bestellung zusammengefasst, hätte ich vermutlich noch einen Tag länger auf das iPad warten müssen.

Während sich in der Zeit von Vorbestellung bis Auslieferung herausstellte, dass ich mir da eine echte Rarität geangelt hatte – die Preise in der elektronischen Bucht in Übersee kletterten zwischenzeitlich auf über 100$ – war ich froh dass mit der Bestellung bei mir dann letztendlich alles so einwandfrei geklappt hat.

Und um eure Wartezeit – denn diese beträgt derzeit ca 4-6 Wochen – auf das derzeit wohl beliebteste iPad Accessoire aus Cupertino bestmöglich zu minimieren, gebe ich euch auch an dieser Stelle bereits eine zusammenfassende Empfehlung, damit ihr direkt schon mal bestellen könnt:
Sofern ihr irgendetwas mit Fotos am Hut habt, kauft es!!

Anschlussmöglichkeiten

Aber kommen wir nun erst einmal zu den grundlegenden Funktionen des kleinen „Sammlerstückes“:

Ihr habt zum Einen die Möglichkeit über einen der beiden Adapter Bilder von einer SD-Karte zu importieren, was ich bis jetzt noch nicht gemacht habe. Das hat den einfachen Grund, dass ich selber nur CF-Speicherkarten benutze.

Zum Anderen – und das war für mich schon zum Zeitpunkt der Bestellung das Interessantere – könnt ihr mit dem zweiten Adapter Bilder über USB von sämtlichen Kameras die das PTP/PictBridge Protokoll beherrschen auf das iPad laden. Da dies von eigentlich allen aktuellen Kameras unterstützt wird, haben so auch diejenigen mit anderen Speicherkarten-Formaten die Möglichkeit ihre digitalen Aufnahmen auf das Apple-Tablet zu übertragen. Zusätzlich ist es über den USB-Adapter auch möglich einen Kartenleser anzuschließen. Auf diesem Wege geht die Übertragung in vielen Fällen schneller vonstatten als wenn man die Bilder über ein USB Kabel direkt von der Kamera zieht.

Immer dabei

Seit dem 28. Mai befindet sich also zusätzlich zu meinem Kartenleser immer das CCK mit in meiner Fototasche. Wenn ich dann mal länger unterwegs bin und sich abzeichnet, dass ich geschossene Bilder auch zwischendurch mal zeigen möchte, passt auch das iPad bequem noch mit in die Tasche. So kann ich mir das Mitschleppen meines Macbooks im separaten Rucksack ohne Probleme sparen, denn nachbearbeitet wird eh erst in Ruhe Zuhause am iMac.

Multi-Format (JPEG & RAW)

Beworben wurde die Verbindung zwischen Produktivität und Konsum (oder auch Kamera & iPad) zum Glück als JPEG und RAW-fähig. Mehr ein Feature des iOS als des CCK sollte es neben der einfachen Importmöglichkeit beider Bildformate auch möglich sein beide auf dem iPad zu betrachten. Jeder, der – wie ich auch – ausschließlich oder viel in RAW fotografiert wird dies sehr zu schätzen wissen. Allerdings hatte ich aufgrund der Dateigrößen von 12-15 MB Bedenken, dass die Geschwindigkeit bei der Wiedergabe von Bildern im Rohdatenformat nicht wirklich flüssig abläuft. Das stellte sich zum Glück als absolut unbegründet heraus. Ich war schlichtweg begeistert von der Geschwindigkeit. Ob RAW oder JPEG, das Scrollen und Zoomen macht auch bei einer großen Menge an digitalem Bildmaterial noch Spaß und geht absolut verzögerungsfrei von der Hand bzw dem Finger. Hier spielt der A4 Chip ganz klar seine Stärken aus.

Andere Anschlussmöglichkeiten

Neben den beschriebenen Importoptionen von SD-Karte, Kameras und Kartenlesern gibt es noch weitere Geräte die via CCK-USB-Adapter mit dem iPad zu sprechen vermögen.

iPhone

An erster Stelle sei hier das erste Touch-Device aus dem Hause Apple genannt, von dem man sämtliche, auf dem Gerät befindliche Bilder über ein normales Dock-Connector-Kabel auf das iPad übertragen kann.  Ein netter Nebeneffekt:
Da das iPhone ja – sofern vom Benutzer erlaubt – Geolocation Informationen in die EXIF-Daten der Bilder einfügt, kann man in der Photo.app auf dem iPad anschließend sehen wo die Fotos geschossen wurden. Zur Zeit ist das noch erwähnenswert, da iOS 4.0 ja noch nicht offiziell erschienen ist. Sobald dies verfügbar ist, hat man diese Möglichkeit dann auch direkt auf dem iPhone.

Wie Apple allerdings in diesem Support-Dokument mitteilt wird das iPhone 3G (und somit wahrscheinlich das iPhone „Classic“ ebenfalls) nicht unterstützt. Da ich ein 3GS im Einsatz habe, konnte ich das jetzt nicht bestätigen. Wenn also einer unserer Leser ein CCK und iPhone 3G oder Classic zur Hand hat wäre ein kurzer Kommentar sehr nett.

Eine letzte Sache noch, um eventuellen Fragen zuvor zu kommen:
Das iPhone lädt leider nicht während es an das iPad angeschlossen ist.

Tastaturen

Von verschiedenen Seiten ist immer wieder zu hören, dass man normale USB Tastaturen über das CCK mit dem iPad verbinden könne. Ich habe das mit der Apple Alu Tastatur (mit Nummernblock und integriertem USB-Hub) getestet und nur eine Fehlermeldung zu sehen bekommen, welche mir mitgeteilt hat, dass das angeschlossene Gerät zu viel Strom verbrauchen würde. Da aber alle von Apple produzierten Tastaturen über einen integrierten USB Hub verfügen kann ich mir nicht erklären welche von denen mit dem iPad funktionieren sollen.
Das zweite Testobjekt war eine ganz normale PC-Tastatur ohne Sondertasten und sonstige Extras. Bei diesem Gerät war die Meldung „The attached USB device is not supported“ alles was ich dem iPad entlocken konnte.

Für mich steht also fest: Wenn ich eine echte Tastatur nutzen will greife ich lieber zu meinem Apple Wireless Keyboard und kopple die beiden Geräte per Bluetooth.

Sonstige Peripherie

Ein von mir angeschlossener USB Stick wurde erwartungsgemäß ebenso mit bereits genannter „Not supported“-Fehlermeldung abgelehnt wie ein Wacom Bamboo Grafik Tablet. (Man kann es ja mal versuchen.)
Allerdings konnte ich mein Mikrofon, das t.bone SC 440, dazu bringen sich zumindest mit dem iPad zu verbinden. Eine auf dem Gerät installierte App (QuickVoice – AppStore-Link) hat Töne von Seiten des Aufnahmegerätes erkannt, aber nur äußerst leise aufgezeichnet. Ich vermute, dass die Leistung des iPads an dieser Stelle eventuell nicht ausreicht um das Mikro mit ausreichend Strom zu versorgen (wobei dann ja eigentlich die bereits genannte Fehlermeldung auftauchen sollte), oder aber es fehlen einfach nur die Sound-Einstellungen um die Eingangslautstärke zu erhöhen, wie man es vom Mac kennt.

Importvorgang

Das Übertragen von Bildern (und auch Videos) auf das iPad geht problemlos und selbsterklärend vonstatten. Nach dem Einstecken eines (unterstützten) Gerätes wird der Importdialog geöffnet in dem man die Wahl hat entweder einzelne Fotos mittels Antippen zu markieren und anschließend über „Ausgewählte importieren“ zu übertragen oder direkt alle Bilder zu importieren.
Nach Abschluss des Vorgangs hat man dann die Möglichkeit die übertragenen Bilder von der Speicherkarte bzw dem iPhone löschen zu lassen oder weiterhin zu behalten.

Darstellung in der Photo.app

Die zuletzt importierten Bilder werden in den Alben der Photo.app als „Letzter Import“ separat aufgeführt. Außerdem gibt es über das Album „Alle importierten“ eine Zusammenfassung sämtlicher übertragenen Objekte. Wer eine chronologische Sortierung der Fotos wünscht, ist mit der „Ereignisse“ Darstellung gut bedient. Hier werden alle Objekte nach Datum sortiert in Ordnern angezeigt.
Wie bereits weiter oben beschrieben gibt es dann zuletzt noch die Möglichkeit sich die Bilder auf einer Google Maps Karte anzeigen zu lassen, sofern die genutzte Kamera die Geolocation Informationen speichert.

Übertragen der Bilder vom iPad auf den Mac

Da sich dieser Vorgang am Besten per Video zeigen lässt, verzichte ich mal an dieser Stelle auf eine schriftliche Beschreibung und verweise stattdessen lieber auf den von mir erstellten Screencast.

Shopping

Kaufen kann man das Camera Connection Kit direkt bei Apple, im Apple Händler oder auch bei Amazon für etwas über 30 €.

Fotos

Bewertung

sehr gut
Alles in Allem kann ich meine kurz und knapp gehaltene Empfehlung vom Anfang des Artikels hier nur noch einmal wiederholen: Wenn ihr irgendetwas mit Fotos zu tun habt und diese unterwegs gerne schon einmal von der Kamera herunterziehen wollt um sie vorzuzeigen, dann lohnt sich das Camera Connection Kit für euch schon. So ist zumindest meine Meinung und ich war nach dem ersten Import und vor allem der flüssigen Darstellung der RAW Bilder, überzeugt die 29€ richtig investiert zu haben.