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Rainbow Six Siege: Year Two Roadmap

Retrospective

Heute vor einem Jahr veröffentlichte Ubisoft den taktischen Egoshooter Rainbow Six Siege. Zu Beginn wurde der Titel kritisiert, weil der Umfang vielen für einen Vollpreistitel zu gering erschien. Ursprünglich enthalten waren zehn Einzelspieler-Situationen mit einer Finalmission, die das Tutorial darstellen. Außerdem gibt es die Terroristenjagd in unterschiedlichen Koop-Modi in denen man mit bis zu vier Mitstreitern gegen KI-Gegner ankämpft. Der Fokus lag aber immer auf den reinen PvP-Multiplayer Matches, bei denen man im 5 vs. 5 entweder einen Bereich sichert, eine Geisel befreit oder eben schützt und eine von zwei Bomben-Spots entschärfen muss. Insgesamt standen zunächst 10 Maps und je vier Operatoren aus fünf Spezialeinheiten zur Verfügung.

rainbow-six-siege-year-two-roadmap-04Doch Ubisoft kündigte an, dass sich ein eigenes 80-köpfiges Team ausschließlich um weitere, kostenlose Zusatzinhalte kümmern würde. Und so erschienen vier neue Karten und acht neue Operatoren in vier Seasons über das komplette Jahr verteilt. Es erschienen die Operationen Black Ice (02.02.2016), Dust Line (11.05.2016), Skull Rain (02.082016) und erst vor Kurzem Red Crow (17.11.2016). Die jeweils zwei neuen Operatoren konnte man durch die Ingame-Währung Ansehen freischalten und die dazugehörige Map war immer komplett kostenlos für alle Spieler. Darüber hinaus gab es noch einen Season Pass, der die Operatoren für Käufer kostenlos und sieben Tage früher zur Verfügung stellte. Außerdem gab es kostenlos optische Goodies wie Kopfbedeckungen, Waffendesigns oder Talismane sowie ein wenig Echtgeldwährung für weitere Freischaltungen. Nichts davon konnte jedoch für einen Vorteil im Spiel eingesetzt werden. So konnten Inhaber des Season Passes beispielsweise Waffenverbesserungen wie alle Spieler ausschließlich über Ansehen, nicht jedoch durch die Echtgeldwährung freischalten. Außerdem wurde jede Operation mit umfangreichen Patches ausgeliefert, wodurch sich das Spiel ständig und vor allem positiv verändert hat. Außerdem ist Ubisoft über eigene Foren oder Reddit sehr nah an der Community dran und behebt grade besonders schwere Fehler oft sehr fix.

rainbow-six-siege-year-two-roadmap-02Rainbow Six Siege ist kontinuierlich gewachsen und vergrößerte kontinuierlich seine Fanbase. Ich selbst gehöre zu den Späteinsteigern. Ich war zwar bereits von der Alpha und der Beta mehr als überzeugt, bin aber aus verschiedenen, teilweise persönlichen Gründen nicht beim Release eingestiegen, sondern habe knapp ein halbes Jahr gewartet. Doch dann ging es für mich direkt mit der Art of Siege Edition los, die neben dem Spiel auch den Season Pass und einen 126-seitigen Taktik-Guide enthält. Ich habe in diesem Jahr kein anderes Spiel so sehr gefeiert und gesuchtet wie Rainbow Six Siege. Und eigentlich auch früher noch nie so intensiv. Deswegen habe ich bisher auch nie eine echte Review zu diesem Spiel geschrieben. Ich bin seit langer Zeit schon ein wirklich großer Fan von Ubisoft, aber seit ich Rainbow Six Siege spiele, liebe ich Ubisoft wirklich maßlos und bin unfassbar dankbar für die vielen guten Stunden, die ich mit diesem Spiel auf meiner Xbox One habe.

Dabei ist Rainbow Six Siege im Multiplayer eigentlich niemals ein entspannendes Spiel. Man gewinnt, man verliert, man ist jederzeit voll konzentriert und extrem angespannt und jede Ablenkung stört. Man leidet, wenn man selber gekillt wird, wenn ein Teammitglied fällt, wenn man eine Runde verliert. Aber man feiert auch, wenn ein Gegner fällt, wenn die Strategie aufgeht, wenn man eine Runde gewinnt. Und es ist maßlos befriedigend ein Rang-Match zu gewinnen und kontinuierlich aufzusteigen. Es gibt für mich wirklich kein anderes Spiel, bei dem ich tatsächlich glaube, dass man sich immer wieder kurze Pausen gönnen sollte. Hat man ein Rang-Match mit maximal neun Runden hinter sich, ist man ab und zu wirklich froh, wenn es keine sofortige Revanche gibt, sondern ein bis zwei Minuten für eine neue Spieler-Suche „verschwendet“ werden. Und ist man mal wirklich ausgepowert, dann gibt es immer noch den Modus Locker, bei dem man lediglich Ansehen gewinnt, aber so ziemlich alles bis auf häufige Teamkills ungestraft bleibt. Da kann man neue Waffenkombinationen ausprobieren oder auch einfach mal Blödsinn machen.

rainbow-six-siege-year-two-roadmap-03Okay, selbst nach einem Jahr hat Rainbow Six Siege noch ein paar echte Schwächen. Ab und zu fliegt jemand aus einem laufenden Match, gelegentlich gibt es einen Bluescreen-Bug, manchmal stürzt das komplette Game ab. Verbindungen sind gelegentlich etwas brüchig. Nach wie vor kommt es, zum Glück mittlerweile nur sehr selten, zu Glitches, die durchaus die Position eines Spielers verraten und zu seiner Eliminierung führen können. Außerdem sind die Kill-Kameras oft überhaupt nicht aussagekräftig und man ärgert sich, dass nicht der andere am Boden liegt, sondern man selbst, weil man keine einleuchtende Erklärung dafür bekommt. Und es gab durchaus schon Sessions, bei denen eine Häufung dieser Probleme dazu geführt hat, dass der eine oder andere das Spiel verlassen hat. Mitunter für einige Tage.

Außerdem gibt es einen extrem großen inhaltlichen Fehler, den aber scheinbar niemand wirklich wahrnimmt. Aber ich stelle mir schon von Anfang an seit der ersten Alpha dieselbe Frage: warum um alles in der Welt sind in der Verteidigung Operatoren der exakt selben Teams? Wie kann es möglich sein, dass ein Navy Seal versucht einem anderen Navy Seal eine Geisel zu entreißen und sie zu befreien? Wieso verteidigen das FBI Swat und Spetsnaz Bomben gegen ihre eigenen Leute? Diese Szenarien sind aufgebaut als terroristische Akte, aber warum werden diese von Elite-Einheiten wie dem britischen SAS oder der GSG 9 ausgeführt? DAS MACHT VERDAMMT NOCHMAL KEINEN SINN, UBISOFT!!! Bei aller Liebe, das bringt meinen inneren Monk zur kompletten Verzweiflung. Die Verteidiger sind grundsätzlich immer Terroristen. Wieso übernehmen diese Rollen die Einheiten, die genau so etwas verhindern bzw. beenden sollen? Schließlich handelt es sich nicht um Trainingsszenarien. Die Maps sind teilweise schon nach kurzer Zeit blutgetränkt und Leichen liegen in roten Pfützen. Mich persönlich stört das wirklich maßlos, aber ich scheine in meiner Wahrnehmung damit total alleine zu sein. Also lebe ich mit diesem Fehler.

rainbow-six-siege-year-two-roadmap-07Nichtsdestotrotz ist Tom Clancy’s Rainbow Six Siege aktuell mit Abstand mein absolutes Lieblingsspiel und von mir bekommt das Game eine definitive Kaufempfehlung. Nur zwei Ratschläge aus meiner persönlichen Erfahrung möchte ich euch mitgeben. Zum einen: sucht euch Gleichgesinnte. Als einsamer Wolf ist es wirklich teilweise sehr schwierig kontinuierliche Erfolge einzufahren und Abstimmung ist in diesem Spiel wirklich ungemein förderlich. Außerdem ist es auch lustiger. Und zum anderen: spielt niemals ohne Headset im Rang. Ortung und akustische Wahrnehmung ist unfassbar hilfreich in diesem Spiel.

rainbow-six-siege-year-two-roadmap-05Jetzt hat Ubisoft gerade seine Roadmap für das kommende zweite Jahr angekündigt. Spanien, Hongkong, Polen und Südkorea werden vier neue Karten und acht neue Operatoren erneut in vier Seasons stellen. Passend dazu gibt es einen neuen Season Pass Year 2 für 39,99 € seit dem 29. November. Dadurch erhält man erneut die neuen Operatoren kostenlos und jeweils sieben Tage früher sowie einige Zusatzinhalte. Darunter über die vier Saisons verteilt acht exklusive Kopfbedeckungen, acht einzigartige Uniformen, einen R6 Karbon-Talisman sowie 600 R6-Credits. Außerdem gibt es das kostenlose Obsidian-Waffen-Design, wenn man vor dem 7. Februar 2017 zuschlägt. Inhaber des bisherigen Season Passes wie ich erhalten zudem 600 R6-Credits als zusätzlichen Bonus. Ebenfalls sind wie bisher ein paar Vorteile an den Season Pass geknüpft. So erhält man weiterhin 10 % Rabatt im Laden des Spiels, 5 % Ansehen-Boost, um Spielinhalte schneller freizuschalten und zwei zusätzliche tägliche Herausforderungen für Ansehensgewinn. Ihr könnt ja mal raten, wer sofort zugeschlagen hat nach Veröffentlichung.

rainbow-six-siege-year-two-roadmap-06Das Grundspiel Tom Clancy’s Rainbow Six Siege gibt es im Microsoft Store ab 39,99 €, aber noch vier Tage ist der Download für Xbox Live Gold Mitglieder um 50 % reduziert, die Disk bei Amazon für Xbox One gibt schon für rund 26 €. Im Laden des Spiels gibt es ab sofort auch ein „8 bisherige Operator“-Paket für 2400 R6-Credits. Ein 2670 Credits-Paket gibt es für 19,99 €, der ursprüngliche Season-Pass kostet dagegen 29,99 € mitsamt einigen Goodies. In Kürze wird es aber jedoch zwei neue Möglichkeiten geben in Rainbow Six Siege einzusteigen. Ubisoft bietet bereits jetzt für PC eine Year-2-Gold Edition für 69,99 € und eine Complete Edition für 89,99 € zum Download an. Preise der neuen Editionen für Xbox One und PS 4 sind noch nicht verfügbar, werden aber voraussichtlich wie gewohnt 10 € mehr kosten. Während die erste Variante die Vollversion des Spiels und den Year-2-Pass enthält, ist im Komplettpaket zusätzlich das oben erwähnte „8 bisherige Operator“-Paket enthalten. Mehr Informationen werden auf dem „Six Invitational“-Event am 3. – 5. Februar 2017 bekanntgegeben.

  1. Pingback: Meine zurückblickende Vorschau zu Rainbow Six Siege | #Fernspieler

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