Universe2Go Review
Geek

Universe2go

Der Weltraum, unendliche Weiten. Dieser Satz kommt mir, trotz Star Wars Anhängerschaft, immer wieder in den Sinn, wenn ich nachts in den Himmel blicke und mir unzählige Sterne entgegen leuchten. Meine bisherigen Kenntnisse in Astronomie beschränkten sich auf Wissen, wie dass der Mars rot ist, der Saturn Ringe hat, der Mond die Erde umkreist, Pluto nicht nur eine Disneyfigur darstellt und das MilkyWay so leicht ist, dass es sogar in Milch schwimmt. In Wirklichkeit ist es jedoch der Saturn, der eine so geringe Dichte hat, dass er in Milch schwimmen würde. Und gelernt habe ich das mit Universe2go – mein Grund nun öfter nachts auf den Balkon in den Himmel hinauf zu schauen.

Brillenträger

Universe2go ist ein aus zwei Komponenten bestehendes Konzept – einer Art Brille, wie man es heutzutage von den sogenannten Virtual Reality Brillen kennt, und eine App für das Smartphone. Dem Paket beigelegt ist außerdem ein Trageband, damit die Brille sicher um den Hals liegt, sowie eine Tasche zur Aufbewahrung. Um das ganze System zu nutzen wird das Smartphone mit gestarteter App in die Oberseite der Brille gelegt. Dort gibt es unterhalb des Deckels ein Passepartout, welches für verschiedene Smartphone-Modelle angepasst werden kann. Ob Euer Smartphone mit dem System kompatibel ist, erfahrt Ihr vorab auf der Herstellerseite.

Die Brille ist grundsätzlich ein simpler Aufbau. In einem schwarzen Plastikkasten befindet sich das wie schon genannte Passepartout unterhalb einer Klappe. An der Rückseite sind zwei Sehschlitze, durch die man einerseits durch die Brille hindurchschaut, andererseits auf eine schräge Plastikscheibe. Letztere ist dafür gedacht, dass Bild des Smartphones, welches über Spiegel an der inneren Unterscheite reflektiert wird, in das Sichtfeld zu projizieren. Dadurch hat das ganze System einen Effekt von Augmented Reality. Das bedeutet, dass das digitale Bild in das Sichtfeld des reellen Bildes eingeblendet wird. Den gleichen Effekt hat zum Beispiel das berühmte Google Glass.

Und App geht’s in den Weltraum?

Startet man die App, hat man erst einmal die Möglichkeit den Freischaltcode, welcher bei der Brille mitgeliefert wird, einzugeben, um den zweiten von zwei Nutzungsarten freizuschalten. Der erste Modus, der auch ohne Astrobrille nutzbar ist, ist Sternenkarte, welcher, unterstützt vom Gyroscope des, in meinem Falle, iPhones auf dem Bildschirm anzeigt, welche Planeten und Sternenbilder sich hinter meinem Blick aufs Gerät befinden. Visiere ich einen Stern bzw. Planeten längere Zeit an, werden mir Informationen, wie Größe im Vergleich zu unserer Sonne oder wie lang das Licht von selbigem zur Erde benötigt, angezeigt. Schon das an sich ist ganz interessant anzusehen.

Die richtige Stärke spielt die App jedoch mit der Astrobrille aus. Dafür legt man, wie schon gesagt, das Smartphone in das Passepartout unterhalb des oberen Brillendeckels, nachdem man die Nutzungsart Planetarium ausgewählt und die Lautstärke des Gerätes maximiert hat. Nachfolgend wird das Gerät sprachgeführt kalibriert und auf den aktuellen Standort eingestellt, sowie die eigene Sichtstärke festgelegt. Ist dies erledigt, kann es auch direkt im Modus Starter losgehen.

Universe2Go Review App

Die Schönheit der Sterne

Im Modus Starter kann man erste Erfahrungen mit der App sammeln, erste Blicke auf Sternenbilder und Planeten werfen und bekommt weitergehende Informationen vorgelesen, sobald etwas genauer und über einen kurzen Zeitraum konstant anvisiert wird. Auch die Steuerung, welche über Neigung nach unten, um in das Menü zu gelangen und nach rechts und links um zu bestätigen bzw. abzubrechen, lernt man hier recht schnell, so dass der nächste Modus Entdecker direkt folgen kann. Hier erweitert sich das Informationsspektrum auf die Sterne innerhalb der Sternenbilder, wobei man auch hier zu den helleren Sternen viele weitere Informationen von der App vorgelesen bekommt. Mythologie zeigt und erklärt dann, was es mit den Sternenbildern überhaupt auf sich hat, zeichnet Sie nach und erzählt von der jeweiligen Sage. In Deep-Sky tauchen wir in die Tiefen des Weltalls und bekommen zu sehen, was mit bloßem Auge verborgen ist. Bunte Nebel, Galaxien fernab unserer und Supernoven, all das erscheint in unserer Sicht und wird uns ausführlich näher gebracht. Einer Mischung aus Deep-Sky und Entdecker entspringt 3D, welcher die Sicht versucht plastisch darzustellen, was auch recht gut gelingt. Neben einer Suche, bei der man sich alphabetisch sortiert durch alle Himmelskörper manövrieren kann, und dem Expertenmodus, welcher eine freie Konfiguration der Anzeige ermöglicht, kann man mit dem Quiz-Modus spielerisch das erlernte Wissen testen.

Faszinierend!

Während ich vor der ersten Nutzung noch den Eindruck von Kinderspielzeug im Hinterkopf hatte, konnte ich nach den ersten gefundenen Planeten und Sternen gar nicht mehr aufhören, den Himmel anzustarren und immer wieder neues zu entdecken. Ich fühlte mich wie ein kleines Kind und kriegte den Mund vor Erstaunen nicht mehr zu. Es ist einfach nur faszinierend in den Sternenhimmel zu schauen und dabei einfach nur dessen Schönheit zu genießen. Sollte man dann wirklich sein Wissen vertiefen wollen, ist dies ohne großes Zutun möglich, so dass man sich stunden-, wenn nicht sogar nächtelang damit beschäftigen kann ohne auch nur einmal bereits Bekanntes zu hören.

Ja, die Einrichtung und erste Konfiguration erwies sich zuerst als etwas hakelig und dauerte seine Zeit bis ich die richtigen Bewegungen zur Bedienung problemlos beherrschte, doch danach ging die Bedienung flott von der Hand bzw. vom Kopf. Ein Wermutstropfen war für mich der Erzähler. An dieser Stelle hätte man etwas mehr auf Qualität bzw. Nachbearbeitung setzen können. Zu häufig hat man das Gefühl, dem Herren geht beim Reden die Puste aus und er hätte direkt am Mikro Neue geholt. Auch die Astrobrille macht leider nur zum Teil einen wertigen Eindruck. Zwar kommt sie recht stabil und ohne Klappern daher, einen kleineren Sturz würde sie jedoch nicht überleben. Ob das mit einer kleineren Vergrößerung, so dass auch ein iPhone der Plus Größe Platz gehabt hätte, hätte dies zwar nicht verbessert, aber auch nicht verschlimmert und hätte meiner Meinung nach noch drin sein sollen.

Fazit

Universe2go ist für jeden, egal ob jung oder alt, ein toller Zeitvertreib. Es ist wahnsinnig aufregend, sich mittels der Augmented Reality ein Bild von den Sternen zu machen. Durch die Audioführung lernt man auch noch etwas dabei und kann auch spielerisch das erlernte Wissen prüfen. Aber auch ohne Ton kann man unter einem klarem Sternenhimmel zusammen mit der/dem Liebsten das Himmelszelt erkunden – sehr romantisch. So gebe ich für Universe2go eine absolute Kaufempfehlung für alle Sterneninteressierten und auch alle anderen darüber hinaus.

Universe2go gibt es bei Amazon und auf der Seite des Herstellers für 99€ zu kaufen.

Habt Ihr Interesse an den Sternen und wart vielleicht schon einmal im Planetarium? Seid Ihr vielleicht sogar Hobbyastronomen? Habt Ihr schon einmal Augmented Reality versucht? Was sagt Ihr zu solchen Systemen?

Ich bedanke mich beim Hersteller für die Bereitstellung des Testmusters.
Informationen zu ethischen Grundsätzen.

über

Hi, ich bin Sven, Baujahr 81, wohne im Umland des schönen Hamburgs und würde mich wohl selbst Geek nennen. Ich bin Videospiel-addicted seit dem GameBoy, Fan von Apple seit einem iPhone 3G, fasziniert von Gadgets aller Art und bezeichne mich selbst auch gern als Film- und Serienjunkie.

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