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Excito B3 NAS

Ein schickes, leises und erweiterbares NAS zu finden ist nicht leicht. Ich habe hier das Excito b3 stehen, und ich denke es erfüllt genau diese Anforderungen.

Das b3 sieht von Weitem eigentlich nicht nach viel mehr als einem externen Festplattengehäuse aus. Im Inneren findet sich neben einen 3,5″ Festplatte aber viel mehr. Es ist eben ein NAS, und dies bedeutet, dass in dem Gehäuse quasi ein kompletter kleiner Rechner steckt.

Dieser ist sogar recht leistungsstark. Das NAS wird angetrieben von einem 1.2 GHz schnellem ARM-Prozessor mit 512 MB DDR2 RAM. Dazu kommen zwei USB 2.0 Anschlüsse und ein eSATA-Port. Da es sich bei einem NAS um ein Netzwerkgerät handelt, fehlen hier die Anschlüsse natürlich auch nicht. Es gibt zweimal Gigabit-Ethernet, und wenn man das WLAN-Modell kauft auch noch zwei WLAN-Antennen. Das Beste an der Hardware ist, dass es lüfterlos ist – außer der Festplatte hört man nichts.

Dienste, die auf dem b3 laufen gibt es standardmäßig schon mal eine Menge

  • Downloader (HTTP, FTP, TORRENT)
  • iTunes music streaming (Firefly/DAAP/Soundbridge)
  • UPnP media streaming (Mediatomb)
  • Squeezebox support (Squeezebox Server)
  • File server (HTTP, Samba, FTP, SCP, AFP)
  • Web server (Apache 2, PHP5, MySql)
  • Webmail client
  • Email Server (Dovecot, Postfix)
  • Fetchmail Server (Fetchmail)
  • Printer Server (Cups)
  • SSH connection to internal Linux
  • Linux 2.6 + Debian
  • Firewall (Iptables)
  • Router
  • Wireless access point (802.11 abgn, 2 x MIMO, dual band, fully open source)
  • DNS server
  • DHCP server
  • RAID 1 support with external eSATA disk(s)
  • Integrated backup solution
  • Web photo album (Upgraded, cleaner and easier to use!)
  • Easyfind service

Das komplette NAS lässt sich über den Browser konfigurieren und steuern. Das erste Setup geht dank Assistent sehr einfach. Man kann sich aussuchen, ob das b3 als Server, Router, Firewall oder Kombination aus allem dienen soll. Die einzelnen Serverfunktionen lassen sich einfach ein- und ausschalten, User anlegen, E-Maildienste konfigurieren und Downloads verwalten.

Am Mac wird das b3 direkt als Apple-Server im Finder angezeigt und man kann auf das „Public Share“ zugreifen. Für die Verbindung mit seinem einen Benutzeraccount braucht man nur im Finder Username und Passwort eingeben. Ein TimeMachine-Backup auf dem b3 ist leider nur mit Tricks möglich, und die sind von Apple nicht empfohlen.

Bei den Netzwerkanschlüssen ist zu beachten, dass der eine Ethernetport für das Netzwerk ist und der andere für WAN (also Anschluss an das Internet). Man kann nicht mit zwei verschieden Hausnetzen auf den b3 zugreifen, oder beide in einem Netzwerk zum Beispiel für unterschiedliche Dienste nutzen um die Geschwindigkeit zu erhöhen. Auch habe ich in meinem Test keine Möglichkeit gefunden das b3 per Wlan in ein bereits bestehendes Netzwerk einzubuchen. Stattdessen kann man nur den b3 selbst zum Hotspot/Router machen.

Die eine oder andere Beschränkungen lässt sich wahrscheinlich aber mit gutem Wissen über Debian beheben. Im Gegensatz zu vielen anderen NAS-System läuft auf dem b3 nämlich eigentlich nur ein geringfügig angepasstes Debian. Es ist eben nur für das b3 vorkonfiguriert und die Webadminoberfläche wurde hinzugefügt. Es lässt sich genauso wie bei jedem anderen Debian per Terminal administrieren. Also Configdateien editieren, Updates installieren und alle Software-Pakete installieren (vorher Sourcelist anpassen).

An den beiden USB-Ports lassen sich einfach Festplatten oder USB-Stick einstecken und man kann so den Speicherplatz erweitern. In den Freigaben sieht man diese dann einfach in dem Ordner extern. Ein externes DVD-Laufwerk ist da schon schwieriger. Ich konnte es nur per Terminal zum Mounten bewegen.

Das b3 ist schön schnell und schafft per Gigabit Ethernet etwa 50 MB pro Sekunde an Datendurchsatz.

Shopping

Das Excito b3 gibt es ab 319 € mit 500 GB ohne Wlan. Größere Versionen und die mit Wlan kosten natürlich entsprechend auch mehr Geld. Kaufen kann man das b3 zum Beispiel bei Amazon.

Bewertung

gut
Das b3 ist echt ein Traum von einem NAS für jeden Debian User. Leider gibt es keine Variante mit zwei internen Festplatten zwecks RAID. Außerdem kann man die WLAN-Variante leider nicht per Wlan in ein bestehendes Netzwerk einbinden, aber vielleicht hilft hier ein kommendes Software-Update.

Fotos/Screenshots

Hier habe ich noch einen großen Haufen Screenshots der Webadmin-Oberfläche eingefügt. Ich finde sowas immer ganz schön um zusehen, was man alles wie einstellen kann.

Ich bedanke mich beim Hersteller für die Bereitstellung des Testmusters. Informationen zu ethischen Grundsätzen.

Von Jan Kampling

Ich bin der Betreiber dieses kleinen Gadget-Tagebuchs. Tagsüber findet man mich als Medienfachwirt und Mediendesigner arbeitend hinter einem Berg von Displays. Der NerdCave ist mein Rückzugsort.

8 Antworten auf „Excito B3 NAS“

Schöner Artikel, aber bei 319€ bleib ich doch bei meinem Synology der hat nämlich auch eine TimeMachine-Backup :-)

Frank

Eh gute Frage. Jedenfalls wirbt Synology damit auf seiner Website.
Text von der Synology Seite:
„Mac-Benutzer (OS X 10.6 und höher) genießen die native Time Machine® Unterstützung des DSM; wenn der Time Machine®-Dienst aktiviert ist, erscheint die DiskStation ganz einfach als Zieloption.“

Auf jeden Fall funktioniert es super. Genauso wie der iTunes Server.

Frank

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