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Battlefield V

Vor kurzen schrieb ich noch über den ersten Weltkrieg und schon stürze ich mich in den zweiten. Aber nicht alleine, sondern mit bis zu 63 weiteren Soldaten. Neben vier Singleplayer Stories geht es in klassischer Battlefield Manie wieder auf die Schlachtfelder der Welt und bringt dabei alle bekannten Modi der Vorgänger wie Eroberung oder die in Battlefield 1 eingeführten Grand Operations mit. Ob das ganze genug Änderungen mit sich bringt erfahrt ihr hier.

Im Kern wirkt Battlefield auf dem ersten Blick wie ein großes Add-on zum zwei Jahre alten Battlefield 1. Jetzt entsprechend im zweiten Weltkrieg aber mit deutlich mehr Möglichkeiten seine Waffen anpassen zu können. Bei weitem noch nicht auf dem Niveau von Battlefield 4, aber das war auch schon fast übertrieben. Primär tauscht ihr auf euren Waffen nur die Visiere und die Optik (Skins) der einzelnen Elemente wie Mündung, Magazin und Schaft. Die größten Anpassungen erfolgen über die Spezialisierungen einer Waffe. Bis zu 4 Punkte könnt ihr in einer Art Skill Tree verteilen. Schneller auf Kimme und Korn wechseln oder lieber weniger Rückstoß? Größeres Magazin oder schnellere Bewegung beim zielen? Das bleibt euch überlassen. Zurücksetzen könnt ihr diese Einstellungen ab Waffen-Stufe 4.

Es gibt wieder die bekannten Klassen Sturmsoldat, Sanitäter, Versorgungssoldat und Aufklärer. Neu sind allerdings drei Dinge: Zuerst kann jeder seine Squadkameraden wiederbeleben. Ganz unabhängig von der eigenen Klasse. Aber wofür dann der Sanitäter? Dieser kann zum einen nicht nur schneller wiederbeleben, sondern jeden im Team! Und außerdem kann er fleißig Medipacks verteilen damit es garnicht erst soweit kommt. Punkt zwei bei den Änderungen sind die so genannten “Fortifications“. Jeder kann kleine Sandbarrieren Schaufeln, Sandsäcke auftürmen und Panzersperren bauen. Das zwar nur an vordefinierten Plätzen, aber damit schafft man sich im Ernstfall etwas Deckung. Auch hier hat der Versorgungssoldat den Vorteil, dass er schneller arbeiten kann als die anderen Klassen. Zuletzt Punkt drei: Jede Klasse hat eine Kampfrolle. Neben Primär-, Seiten- und Nahkampf-Waffe wählt ihr in eurem Loadout eine Kampfrolle aus. Diese sorgen für passive Boni eurer Klasse, ähnlich wie die Spezialisierungen bei den Waffen. Der Sturmsoldat findet so entweder mehr Munition oder kann besser bei der Zerstörung von Fahrzeugen unterstützen.

Screenshots des Spiels auf einer Xbox One S

Garnicht mal so einfach

Jeder kann jeden im Squad wiederbeleben klingt erstmal nach einer Änderung, die das Spiel einfacher macht, weil man potentiell weniger stirbt. Grundsätzlich mag das stimmen, aber ein Squad besteht nun nur noch aus vier Spielern. Auto-Heal gibt es auch nicht mehr. Also kein Abwarten hinter einer Deckung bis die Lebensleiste wieder aufgeladen ist. Und Munition ist Knapp. Ich glaube ich bin lange nicht mehr in einem Battlefield Titel regelmäßig zu Munitionskisten gelaufen um aufzustocken. Wer mit seinem Squad gut zusammen spielt lebt in der Regel länger. Man wirft sich Medipacks und Munitionskisten zu, belebt sich gegenseitig und baut Befestigungen. Selten fühlte ich mich alleine so aufgeschmissen.

Levolution war gestern

Zu Battlefield 4 und Hardline Zeit wurde noch stark mit “Levolution” geworben. Große Ereignisse die Maps mit einem großen Spektakel veränderten. Funktürme und ganze Hochhäuser stürzten ein, Die Map wurde geflutet oder ein Schiff krachte in ein Inselparadies. In Battlefield 1 gab es die Behemoth. Riesige Zeppeline stürzten vom Himmel oder ein gepanzerter Zug explodierte irgendwann nachdem das zurückliegende Team damit für ordentlich Chaos gesorgt hat. Und in Battlefield V? Hier konnte ich nichts vergleichbares finden. Anscheinend wurde hier vollständig auf solch imposante Einlagen verzichtet. Dafür ist die Umgebung weiterhin vollständig zerstörbar. Es bilden sich Krater bei Explosionen aber trotzdem bleibt die Umgebung irgendwie farbenfroh. Am Ende von einem langen Match fehlen vielleicht ein paar kleinere Gebäude, aber die Wiesen bleiben verhältnismäßig sehr grün und bunt.

Dafür gibt es auch hier wieder dynamisches Wetter. Plötzlicher Nebel macht es den Scharfschützen schwer und im Schutz der Dunkelheit kann man besser über die Felder huschen.

Fazit

Den Singleplayer möchte ich komplett ausgrenzen. Der war für mich der schlimmste in der ganzen Battlefield Reihe. Laufe große Distanzen von A nach B, löse nach Möglichkeit keinen Alarm aus, denn wenn du stirbst darfst du den kompletten Teilabschnitt nochmal spielen, auch wenn du zwei von drei Zielen schon erledigt hast.

Und der Multiplayer macht wirklich nur Spaß, wenn man ein paar Freunde hat mit denen man sich auf die Schlachtfelder stürzt, denn Teamwork ist alles. Mit vier Spielern pro Squad bekommt man in einer PlayStation Party jetzt zwei ganze Squads zusammen. Auf der Xbox sogar drei! Bei den alten größen von fünf Spielern pro Squad ging diese Rechnung nicht ganz auf.

Aber eines stört mich irgendwie massiv am neuesten Ableger: Die Maps. Es sind acht Maps enthalten. Eigentlich genug mit der Variation an Spielmodi, aber für mich sind die Karten alle zu offen. Ich habe zwei Maps die ich wirklich gerne spiele, weil sie eine angenehme Balance von offenen Flächen und engen Häuserkämpfen haben. Der Rest besteht gefühlt nur aus offenen, hügeligen Feldern und irgendwo stehen mal zwei, drei Scheunen näher zusammen oder eine einzelne Kirche.

Für eins ist DICE aber bekannt: Sie liefern nach. Es kommen neue Maps und auch neue Modi. So erwartet uns demnächst der “Tides of War” Modus, das Battleroyale von Battlefield. Und damit wird es nicht vorbei. Insgesamt werden drei so genannte “Kapitel” kostenlos veröffentlicht. Diese werden nach und nach bis zum Frühjahr 2019 erscheinen und diesmal komplett ohne Premium- oder Season-Pass. Wer also noch etwas überlegt, sollte vielleicht einfach noch etwas warten und vielleicht noch ein paar Euro in einem Sale um die Feiertage herum warten. Grundsätzlich stimmt die Basis mit der das Spiel geliefert wurde, es müssen nur ein paar Schräubchen eingestellt werden.

Getestet wurde die Xbox One Fassung

Ich bedanke mich beim Hersteller für die Bereitstellung des Testmusters. Informationen zu ethischen Grundsätzen.

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