Bose SoundLink Mini II

Retrospective

Kurz vor den Osterfeiertagen liegt hier bei gdgts.de sehr viel Liebe in der Luft. Erst überschüttet Nancy Bandwerk mit massenweise Herzchen. Und um das direkt vorweg zu nehmen: Ich folge heute mit mindestens genauso viel Liebe für ein Produkt von BOSE. Wie es dazu kommt und warum ich selbst mehr als überrascht von meiner Begeisterung bin, erfahrt ihr hier.

Bose und ich: eine Geschichte voller Missverständnisse

So oder so ähnlich könnte man das wohl beschreiben. Jahrelang war Bose für mich eine Marke, die überteuerte und wenig überzeugende Hardware herstellt. Ich konnte mich nie mit Bose Kopfhörern anfreunden, die meiner Ansicht nach meist viel zu viel Bass in meine Ohren drücken wollten. Aber nicht nur die Kopfhörer, auch einige Boxen und Systeme hatte ich mir angehört und habe den Raum meist schulterzuckend verlassen.

Als ich nun die Möglichkeit hatte, den T7 von Bowers & Wilkins zu testen, war ich von Anfang an überzeugt, dass dieser um Längen den mit knapp 180 Euro wesentlich günstigeren SoundLink übertrumpfen wird. Die große Überraschung folgte an einem Nachmittag bei einem Freund. Hier hatten wir die Gelegenheit beide ausgiebig gegeneinander antreten zu lassen. Was wir dort zu hören bekamen, war relativ beeindruckend. Sowohl auf dem T7 als auch auf dem SoundLink Mini II. Aber der Reihe nach…

Öffnen der Packung = Erste Pluspunkte

Der SoundLink Mini II liegt nicht in einem schick gemachten Bett, Reiseadapter liegen ebenfalls nicht in der Schachtel. Für in etwa 180 Euro erwarte ich jedoch auch keine Verpackungswunder wie beim T7 von Bowers & Wilkins. Dafür liegt dem Bose SoundLink Mini II ein Dock bei. Schließt man das beiliegende Micro-USB-Kabel an dieses an, lädt der Bluetooth-Lautsprecher indem man ihn auf das Dock stellt. Das ist durchaus praktisch, weil man keine „Kabelfummelei“ zu fürchten hat. Geht’s ab in den Garten, nimmt man einfach den Lautsprecher vom Dock herunter und man ist sofort bereit für den Ausflug.

Und Stichwort Micro-USB: an der Seite des Lautsprechers befindet sich ebenfalls ein solcher Anschluss. Man kann also mit jedem handelsüblichen Micro-USB-Kabel verbinden und bei Bedarf laden. Darüber finden wir einen 3,5mm Klinke Anschluß, wenn wir mal keine Lust auf (oder keine Möglichkeit für) Bluetooth haben.

Kein Ziegelstein, fast schon klein

Der großartig gefertigte SoundLink Mini II wiegt knapp 700 Gramm und fühlt sich nicht nur robust an – außerdem hinterlässt er keinen allzu großen „footprint“. Mit 5,1 cm x 18 cm x 5,8 cm ist er tatsächlich verhältnismäßig klein. Einen recht guten Eindruck erhält man bei meinem Beispiel-Bild mit der 50 Cent Münze. An der Oberseite des Lautsprechers befinden sich die Knöpfe für An/Aus, Lautstärke, Pause/Weiter/Zurück und die Bluetooth Taste zum Koppeln oder löschen von Geräten. Eine Stimme informiert euch auf Wunsch über den Akku-Stand, darüber welche Geräte verbunden sind und ob weitere Geräte gekoppelt werden können bzw. gekoppelt wurden. Ich habe in den meisten Fällen über Bluetooth verbunden und neben meinem Mac war mein Fire TV Stick und mein Moto G permanent verbunden. Und apropos Bluetooth-Verbindung und Smartphone: Dieses war immer vor dem Lautsprecher leer. 10 Stunden schafft der Lithium-Ionen-Akku des SoundLink Mini II laut Bose, das kann ich so in etwa bestätigen.

Die Druckpunkte der Tasten sind sehr schön und man spürt immer, ob man auch richtig getroffen hat. Zudem sind die Tasten für Lautstärke und Bedienung etwas erhöht, damit man sie von der Power-Taste zum Beispiel gut unterscheiden kann. Das Design ist insgesamt sehr gelungen, rein was den Bedienkomfort angeht. Über Geschmack lässt sich ja streiten.

Design schön und gut, aber Sound?

Optisch gefällt mir der Bose SoundLink Mini II relativ gut. Zweckmäßig, nicht aufdringlich und gut zu bedienen – passt also alles soweit. Doch wie sieht’s denn jetzt mit dem Sound aus? Hier komme ich wieder auf den ersten kurzen Test zurück, den ich weiter oben erwähnt hatte. Meiner Ansicht nach (und der meines Bruder und der eines Freundes) ist der Sound einfach extrem beeindruckend. Bei dieser geringen Größe und dem Gewicht, fragt man sich jedes mal aufs Neue wo denn eigentlich dieser – mit Verlaub – geile Sound herkommt. Und das völlig zurecht. Im direkten Vergleich zum wesentlich teureren Bowers & Wilkins T7 überzeugt der SoundLink außerdem durch mehr Bass. Aber: nicht zu viel Bass. Bose hatte für mich – wie oben angesprochen – immer ein bisschen zu viel davon. Der SoundLink Mini II ist dermaßen perfekt ausbalanciert, dass mir einfach die Worte fehlen. In meinem Bericht zum T7 hatte ich erwähnt, dass ich perfekt ausbalancierte Lautsprecher liebe, bei denen keine Instrumente „verschluckt“ werden. Der Bose SoundLink ist exakt dieser Lautsprecher.

Zum Vergleich hier der SoundLink Mini II neben dem T7 von Bowers & Wilkins

Ich habe euch hier eine Spotify-Playlist zusammengestellt, die eine große Bandbreite an Musikrichtungen abdeckt. Ich kann kaum einen Song finden, der auf dem SoundLink Mini II nicht richtig gut klingen würde. Justin Timberlake, Rage Against the Machine, Fünf Sterne Deluxe, Adele & Johann Strauss kann man sich ebenso anhören wie Die Drei Fragezeichen. Verbunden mit dem Fire TV Stick habe ich stundenlang Serien und Filme angesehen, begleitet von durchgehend mehr als ordentlichem Sound. Auch meine Nintendo Switch habe ich über 3,5mm Klinke verbunden, um den schönen Klängen von Zelda Breath Of The Wild zu lauschen.

Fazit

Wenn ihr noch keinen Bluetooth-Lautsprecher habt, mit dem ihr zufrieden seid, solltet ihr euch unbedingt den Bose SoundLink Mini II anschauen / anhören. Ich möchte ihn nicht mehr hergeben. Die Verarbeitung ist schon der erste große Pluspunkt. Aber der Sound… Ich liebe den Sound! Und das ist bei einem Lautsprecher wohl so ziemlich das wichtigste.