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Call of Cthulhu (PS4)

Call of Cthulhu ist ein düsteres Detektivabenteuer vom Entwickler Cyanide Studio, das es seit Ende Oktober für die Playstation gibt. Es ist ein neu interpretiertes H. P. Lovecraft-Abenteuer über den Cthulhu-Mythos, der vor allem bei Pen & Paper-Spielern bekannt sein dürfte.

Die Handlung

Edward Pierce ist nicht unbedingt das, was man sich unter einem vorzeige Detektiv vorstellt. Bereits die ersten Spielminuten erwecken in mir den Eindruck, dass bei unserem Protagonisten einiges falsch gelaufen ist: wir erwachen aus einem mehr als sonderbaren Traum und befinden uns in einem unaufgeräumten, chaotischen Raum. Offensichtlich ist dies unser Büro. Auf dem Schreibtisch finden wir ein Glas Alkohol und irgendetwas in mir sagt,  dass unser Trenchcoat-tragender Held nicht der erfolgreichste in seinem Business ist.

Während wir uns noch in Ruhe umsehen und überlegen, ob wir nun einen Schluck Alkohol zu uns nehmen oder ausnahmsweise mal darauf verzichten, klopft es an der Tür und ein schnöseliger alter Herr kommt herein. Er drückt uns ein Gemälde in die Hand und bittet uns den mysteriösen und bisher ungeklärten Mordfall der Hawkins-Familie aus Darkwater aufzuklären. Selbstverständlich willigen wir ein und befinden uns im nächsten Kapitel bereits auf dem Weg ins düstere Hafenstädtchen Darkwater, um vor Ort zu recherchieren. Dieser Trip und das Wissen über den dort sein Unwesen treibenden Kult wird unser Leben verändern … 

Gameplay

Das Spiel ist ein intuitiv steuerbares Abenteuerspiel, das aus 14 Kapiteln besteht. Im Laufe der Geschichte werdet ihr einige Rätsel lösen, viele Indizien entdecken, mit diversen Personen sprechen, euch an Wachen vorbei schleichen und den ein oder anderen (unsinnigen) Gun-Fight führen.

Gegenstände oder Personen, mit denen ihr interagieren könnt, werden gut sichtbar optisch hervorgehoben, wenn ihr euch in der Nähe befindet. Ihr habt darüber hinaus eine besondere Fähigkeit: untersucht ihr bestimmte Indizien, könnt ihr Tathergänge rekonstruieren und bekommt einen anderen Blick auf das Geschehen. Eure Umgebung verändert sich und passt sich der Vergangenheit hat. Eine sehr spannende Sache, wie ich finde, da sie es euch ermöglicht noch tiefer in die Geschichte einzudringen. 

Es gibt auch kleine RPG-Elemente im Spiel, denn ihr könnt den Protagonisten / seine Fähigkeiten weiterentwickeln. Im Laufe des Spiels bekommt ihr Erfahrungspunkte für das Abschließen bestimmter Aktivitäten. Diese Erfahrungspunkte könnt ihr im Charaktermenü verteilen und dem Protagonisten dadurch spezifische Eigenschaften geben. Beispielsweise erlangt er dadurch Redegewandtheit, verbesserte Fähigkeiten bei Entdeckungen oder besonderes medizinisches Geschick. All diese Fähigkeiten und Fertigkeiten ermöglichen im Spiel zusätzliche Handlungsmöglichkeiten.

Einige der Entdeckungen und Entscheidungen beeinflussen den Verlauf der Geschichte. So bekommt ihr beispielsweise zusätzliche Antwortmöglichkeiten in Dialogen, die ihr auswählen könnt, wenn ihr zuvor etwas bestimmtes entdeckt habt. Auch gibt es immer wieder Situationen, bei denen ihr verschiedene Wege habt, um euer Ziel zu erreichen. So gibt es beispielsweise zwei Wege das Lagerhaus in Darkwater zu betreten, um dort nach Hinweisen zur Familie Hawkins zu suchen.

All eure Entdeckungen und vor allem die persönliche Charakter-Entwicklung sind es auch, die den Verlauf und aber vor allem das Ende der Geschichte maßgeblich entscheiden. Verfällt der Protagonist dem Wahnsinn oder bleibt er Herr seiner Sinne?

Für Trophäen-Jäger sei an dieser Stelle gesagt: keine Chance alle Trophäen in nur einem Durchgang zu erlangen. Bei Call of Cthulhu gibt es nämlich drei mögliche Enden, die ihr jeweils durch euer Tun und Handeln im Laufe der Geschichte freischalten könnt.

Grafik & Vertonung

Die Grafik ist für die heutige Zeit sicherlich ein gesundes Mittelmaß. Es gibt grafisch ansprechendere Spiele, es gibt aber auch deutlich schlechtere Spiele. Schön bei Call of Cthulhu ist die Liebe zum Detail, denn die Schauplätze sind oft bis ins letzte Detail sehr liebevoll und detailliert eingerichtet. Es gibt viel zu entdecken und gerade das macht die Schauplätze von Call of Cthulhu so düster und spannend. Schauplätze wie die Psychiatrie oder das alte Hawkins-Anwesen könnten kaum spannender gestaltet worden sein. Untermalt wird das Ganze mit einer stimmungsvollen düsteren Musik und Video-Zwischensequenzen, die gut inszeniert sind. Eine gelungene Kombination, die die Spannung der Geschichte auf die Spitze treibt.

Call of Cthulhu gibt es aktuell ausschließlich in einer englischen Vertonung mit deutschen Untertiteln. Die Synchronsprecher machen insgesamt einen großartigen Job: fast alle haben sehr angenehme Stimmen und sprechen eine leicht verständliche Sprache ohne große Dialekte und Akzente. Das Zuhören ist ein wahrer Genuss. 

Fazit

Eine düstere Stimmung und eine extrem spannende Handlung tragen dazu bei, dass ich das Spiel wirklich sehr gerne und mit Leidenschaft durchgespielt habe. Die Kapitel sind kurzweilig und der Spannungsbogen wird bis zum Schluss aufgebaut. Ich wollte einfach wissen, was dahinter steckt und wie alles zusammen passt.

Cyanide Studio hat mit Call of Cthulhu ein wirklich solides Spiel auf den Markt gebracht, das vor allem mit seiner Story überzeugt. H. P. Lovecraft-Fans werden es garantiert lieben!

Da die einzelnen Kapitel aufeinander aufbauen und die Entscheidungen, die wir von der ersten Spielminute bis zur letzten Spielminute treffen, unseren Charakter formen, gibt es in jeder Spielsession nur einen Speicherplatz. Es gibt nicht die Möglichkeit ein Kapitel bewusst zu wiederholen oder im Nachhinein getroffene Entscheidungen zu korrigieren (wie man das beispielsweise von Until Dawn kennt). Wer sich im Nachhinein gern anders entschieden hätte oder eines der alternativen Enden erleben möchte, der muss noch einmal von vorne anfangen. Von vorne anfangen muss leider auch derjenige, der alle Playstation-Trophäen sammeln möchte. 

Wer sich für Call of Cthulhu entscheidet bekommt ein sehr storylastiges, spannendes aber extrem kurzweiliges Spiel. Ich habe in meinem ersten Durchlauf rund 10 Stunden benötigt, um den Fall Hawkins zu lösen und meinen Protagonisten in den Wahnsinn zu treiben – und ganz nebenbei erwähnt: ich fürchte, ich habe durch mein Handeln die Welt dem Untergang geweiht. Schafft ihr es denn Fall zu klären und die Welt zu retten? 

Ich bedanke mich beim Hersteller für die Bereitstellung des Testmusters. Informationen zu ethischen Grundsätzen.

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