Videogames

Cars 3 – Driven to Win für die Switch

Der neuste Ableger der erfolgreichen Cars Serie hat es mit einigen Monaten Verspätung nun auch auf die Nintendo Switch geschafft. Ob er dem Platzhirsch Mario Kart den Rang ablaufen kann erfahrt ihr in diesem Bericht.

Die Marke Cars

Cars ist eine der erfolgreichsten Merchandise-Marken von Pixar. Nach wie vor findet man immer neue, teils hochpreisige Lizenzprodukte der Marke Cars. Christopher hat vor kurzem den Ultimate Lightning McQueen auf gdgts.de vorgestellt. Auch um diese Marke weiterhin am Leben zu halten hat Pixar sich wohl nach fast 6 Jahren dazu entschieden einen neuen Film auf den Markt zu bringen. Grund genug für Warner Bros. sich die Lizenzrechte für eine Videospieladaption zu sichern. 

Die Story

Im neuen Film, wie auch im Spiel, geht es um das Thema älter werden. Von der neuen Generation buchstäblich überholt zu werden und dennoch mit Erfahrung und Wissen ans Ziel zu kommen ist einer der zentralen Aspekte der Neuauflage. Was im Film ziemlich gut umgesetzt ist, fällt im Spiel kaum ins Gewicht. Natürlich gibt es hin und wieder einige Zwischensequenzen und markige Sprüche der einzelnen Autos, die dieses Thema aufgreifen. Dennoch ist Cars 3 – Driven to Win vorrangig ein Rennspiel und diese sind bekanntlich keine storylastigen Spiele.

Gameplay

Die Steuerung von Cars 3 ist etwas umfangreicher als bei Mario Kart 8. Neben dem Gas geben, bremsen und lenken muss man hin und wieder auch noch den Turbo benutzen, springen, rückwärts fahren, driften und auf zwei Reifen fahren.

Auch die Fahrbahn weist kaum Begrenzungen auf. So kann man abseits der Strecke viele Abkürzungen nehmen, muss bei diesen jedoch aufpassen, ausreichend Turbo auf Lager zu haben, um nicht durch den Matsch, das Gras, etc. verlangsamt zu werden.

Man kann zwar mit einem einzelnen Joy Con spielen, das Spielen mit zwei Joy Cons im Komfort Grip, bzw. mit dem Pro Controller ist deutlich angenehmer. Dies hängt vor allem mit der doch recht umfangreichen Tastenbelegung zusammen. Dafür, dass es sich um einen Fun-Racer und keine Rennsimulation handelt, muss man wirklich extrem viel beachten, um eine gute Platzierung zu erreichen. Ich habe das Spiel mit zwei 7 Jährigen Kindern gespielt, die mit den ganzen Tasten einfach hoffnungslos überfordert waren.

Synchronisation und Soundtrack

Richtig cool ist die Synchronisation der Fahrzeuge. Diese sprechen im Laufe des Spiels immer wieder mit dir, wenn du sie auswählst. Aber auch auf der Strecke bei Remplern oder wenn man vorne weg fährt bekommt man Lob und Tadel mit originalen Filmstimmen. Dies funktioniert sogar in mehreren Sprachen. Natürlich ist auch die deutsche Synchronisation vertreten. Vom eigentlichen Soundtrack bekommt man durch die ganzen Effekte und Stimmeinblendungen nicht wirklich viel mit, das ist jedoch auch nicht so wichtig. Insgesamt wirkt das ganze sehr stimmig. Im Multiplayer, gerade bei der Auswahl der Charaktere ist die Synchro teilweise etwas nervig, weil sie bei jedem anwählen einen kurzen Spruch loslassen. Das ganze mal vier ist schon ein ziemliches Durcheinander.

Spielmodi und Spielumfang

Hier kann Cars 3 richtig Punkten. Neben den klassischen Events mit mehreren Spielmodi stehen uns noch 4 weitere Spielmodi zur Verfügung, dazu jedoch später mehr. In den Events gibt es insgesamt 6 spielbare Modi, wovon der letzte erst durch das Abschließen von Tests freigeschaltet werden muss. Insgesamt gibt es 136 dieser Tests. Die Bedingungen zum Erfüllen dieser Tests variieren stark. Manchmal muss man nur 3 Punkte in einem Rennen auf einer bestimmten Strecke schaffen. Es gibt aber auch Langzeitziele, bei denen man zum Beispiel 1000 erfolgreiche Sprungmanöver durchführen muss.

Nun aber zurück zu den eigentlichen Spielmodi. Es gibt zum einen das klassische Rennen. Gefahren werden 3 Runden, es gewinnt, wer als erster durchs Ziel kommt. Im Kampfrennen werden Waffen freigeschaltet, die man wie bei Mario Kart einsammeln und dann aktivieren kann. In der Stunt-Show kommt es nicht darauf an vorne weg zu fahren, sondern möglichst viele Punkte durch Sprünge und Tricks in der Luft zu sammeln. Im K.O. Wettkampf sammelt man Punkte durch das Ausschalten von Gegnern. Im Zeitfahren versucht man einen neuen Rundenrekord auf einer Strecke aufzustellen. Und schließlich gibt es noch die Meister-Events, die erst durch abschließen von Tests freigeschaltet werden. Hier geht es wirklich richtig zur Sache. Diese Rennen stellen die wohl größte Herausforderung in einem Einzelrennen dar und greifen jeweils einen der Eventmodi auf.

Abschießen im Kampfrennen macht schon großen Spaß : )

Die Pokalserie ist am ehesten mit dem Grand Prix bei Mario Kart zu vergleichen. Hier befahren die Spieler 3 Strecken hinter einander und anschließend gibt es eine Siegerehrung. Auch hier sind die verschiedenen Spielmodi der Einzelevents vertreten. Nach dem Gewinnen einer Pokal-Serie schaltet man die nächste frei.

Vor jedem Rennen den Turbo aufladen sorgt für einen schnellen Start.

Das gesponserte Team-Spiel ist der einzige reine Multiplayermodus. Hier können die Spieler sich Teams aussuchen für die sie fahren wollen. Ich persönlich habe diesen Modus nur einmal gespielt und anschließend für überflüssig befunden. Erkennt jemand vielleicht doch einen Sinn darin? Dann schreibt mir gerne einen Kommentar.

Der Thomasville-Stunt-Park ist das Trainingslager für alle, die nicht nur Rennen fahren wollen, sondern ihr Auto perfekt beherrschen wollen. Hier warten viele kleinere Herausforderungen auf euch, die es zu meistern gilt. Abseits dieser Herausforderungen könnt ihr euch frei im Park bewegen und so eure Fahrkünste verbessern.

Der Thomasville-Stunt-Park

Kritik

Leider sind mir im Test auch einige negative Dinge aufgefallen, auf die ich bisher nicht eingegangen bin. Es fängt schon damit an, dass man die Sprache am Anfang nur mit dem Steuerkreuz und nicht mit dem Analogstick auswählen kann. Wenn ihr eure Griffweise auf Single-Joy-Con gestellt habt, könnt ihr so nur die englische Sprachausgabe anwählen. Zwar nur ein kleiner Kritikpunkt, dennoch bei einem Multiplayer Game bisweilen nervig. Zweiter kleiner Kritikpunkt sind kleine Grafikbugs im Multiplayer auf dem Fernseher. Keine Ahnung wie es dazu kommt, es schmälert aber dennoch den Spielspaß und muss nicht sein. Das größte Problem ist jedoch, dass manchmal die Synchronisation völlig fehlt. Hier hilft nur ein Neustart des Spiels. Das ist tatsächlich das, was mich am meisten nervt. Denn auch wenn die Synchro gerade im Mehrspieler bisweilen nervt, so fehlt sie doch sehr im Singleplayer. Das Spiel lebt einfach davon, dass die Autos sprechen.

Fazit

Wie euch sicherlich aufgefallen sein wird, handelt es sich bei Cars 3 Driven to Win nicht um ein billiges Franchise Produkt. Hier wurde richtig Arbeit investiert, um ein gutes Spiel aufzulegen. Die verschiedenen Modi wissen durchaus zu gefallen. Nicht nachvollziehbar sind für mich jedoch die Bugs und vor allem der hohe Schwierigkeitsgrad. Mir tun die jüngeren Cars Fans jetzt schon leid, wenn sie in diesem Spiel völlig versagen, weil sie gar nicht wissen, welchen Knopf sie zuerst drücken sollen. Hier verspricht Mario Kart doch den deutlich höheren Spielspaß.

Nichtsdestotrotz können Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren sicherlich viele schöne Stunden mit dem Spiel verbringen, wenn denn die Synchronisation ausgegeben wird.

Ich bedanke mich beim Hersteller für die Bereitstellung des Testmusters. Informationen zu ethischen Grundsätzen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.