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Citizens Of Earth

Ursprünglich sollte Citizens of Earth per Crowdfunding finanziert werden. Doch das Vorhaben floppte und so kamen „gerade einmal“ $36.000 von benötigten $100.000 in die Kasse. Doch Eden Industries hatte Glück und so fand das Spiel doch noch einen gönnerhaften Unterstützer, der das versteckte Potenzial entdeckte und die Entwicklung finanzierte. Atlus sei Dank, ist Citizens of Earth seit Ende Januar für PC, PS4, PS Vita, Nintendo 3DS und Wii U erhältlich und spaltet seit dem munter die Nation. Ich habe dieses durchaus hässliche Spiel mal ein paar Wochen für euch angespielt…

Story

Wenig Tiefe aber dafür ganz schön viel Absurditäten bietet die Story von Citizens of Earth. Unser Hauptcharakter erwacht eines Morgens in seinem ehemaligen Kinderzimmer, als ihn seine Mutter aus den Federn schmeißt. Es ist unser erster Arbeitstag als Vizepräsident der Welt. Wow! Wir gehen direkt raus, lassen uns bejubeln und erkunden unser Imperium.

Doch Moment! Der erste Eindruck ist vernichtend: Wo kommen nur all die Demonstranten her und warum sind sie uns gegenüber so feindselig? Wir zeigen den Demonstranten direkt was es heißt Vizepräsident der Welt zu sein und vertreiben sie aus den Straßen der Stadt. Natürlich macht sich der Vizepräsident der Welt nicht selbst die Hände schmutzig und lässt stattdessen andere für sich kämpfen! Und wo die Mutter und der Bruder schon dabei sind die Demonstranten zu verprügeln, können sie direkt auch noch den Erzfeind und Rivalen des Vizepräsidenten ausschalten.

In der sonst recht realitätsnahen Welt finden wir neben Demonstranten, Polizisten und Kaufleuten allerdings auch viele Sonderlinge, wie lebende Kaffee-Maschinen oder aggressive Stoppschilder. Die Entwickler hatten ganz offensichtlich eine blühende Phantasie, die sich durch das gesamte Spiel zieht.

Kampfsystem

Ihr könnt bis zu drei Verbündete in euer Team einladen, die euch nicht mehr von der Seite weichen. Direkt zu Anfang schließen sich euch Mutter und Bruder an. Im Laufe des Spiels werden die einzelnen Verbündeten stärker und erlangen neue Fähigkeiten. Je mehr ihr mit ihnen kämpft, desto schneller steigen sie auf. Die Charaktere können sich untereinander übrigens auch stärken. Es ist also nicht unwichtig eine ausgewogene Mischung im Team zu haben und genau auf die Fähigkeiten der einzelnen Charaktere zu achten.

Das Kampfsystem ist rundenbasierend. Der Reihe nach kann jeder der Verbündeten einen Angriff ausführen und den Feind attackieren oder ein Teammitglied unterstützen. Anschließend ist der Feind dran. Ihr habt die Möglichkeit im Spiel und auch im Kampf selbst Energie-Bälle zu sammeln, die euch noch stärkere Angriffe möglich machen. Das „Einsammeln“ der unterschiedlichen Charaktere, das rundenbasierte Kampfsystem und das Aufleveln der einzelnen Teammitglieder erinnert mich sehr stark an Pokémon.

Gameplay

citizensOfearth_catlady_idleleft_0001Grundsätzlich ist das Gameplay wie bei einem ganz normalen RPG. Ihr steuert den „Helden“ durch sein kleines Imperium und müsst dabei stets einem roten Faden folgen. Über das Menu habt ihr die Möglichkeit euch eure aktuelle Hauptaufgabe und die Nebenquests im Notizbuch auflisten zu lassen, um so zum Beispiel auch nach einer längeren Spielpause wieder direkt ins Geschehen hineinzufinden. Die Steuerung selbst ist intuitiv. Da das Spiel mit einem kleinen aktiven Tutorial startet, gibt es hier eigentlich keine Probleme. Etwas irritierend finde ich die Vielzahl der Aufträge die man parallel annehmen kann. Man verliert sehr schnell den eigentlichen roten Faden des Spiels und verliert sich in den kuriosen Aufgaben der Geschichte. Leider sind die deutschen Dialoge nur bedingt witzig und wiederholen sich.

Tipp 1

Erkundet jeden Zentimeter: ihr findet unterwegs allerlei Loot. Meist handelt es sich um Nahrung oder Medizin, die euch in schweren Kämpfen temporäre Vorteile verschaffen. Ihr könnt allerdings auch Waffen und Ausrüstungsgegenstände finden, die euern Charakteren dauerhafte Vorteile bescheren!

Tipp 2

Am Anfang ist es praktisch den Bäcker ins Boot zu holen. Denn er hat nicht nur heilende sondern sogar belebende Kräfte.

Tipp 3

Überrascht den Feind mit einem schnellen Angriff von hinten. So bekommt euer Team Energie für stärkere Angriffe. Ist euch der Gegner unterlegen, bekommt ihr Erfahrungspunkte auch ohne aktiven Kampf.

Tipp 4

Da ihr immer nur max. 3 Charaktere im Team haben könnt, kommt sehr schnell ein Ungleichgewicht der Level auf. Um diesem Problem zu entgehen, könnt ihr einfach nicht genutzte Charaktere zur Schule schicken. Zwar zahlt ihr für die Ausbildung einen ordentlichen Preis, dafür muss aber kein Charakter im Schatten der anderen stehen.

Fazit

Das Retro 2D-Rollenspiel erinnert ein wenig an die guten alten Super Nintendo Zeiten. Im Comic-Stil der 90er, nur etwas gepimpt und modernisiert, finden wir uns in einer klassisch zweidimensionalen Welt wieder, die wirklich einfach gestrickt ist. Das Artwork selbst ist eher eintönig. Die dem Artwork fehlende Kreativität finden wir allerdings in der absurden Geschichte des Vizepräsidenten der Welt wieder. Die Story der Geschichte ist wirklich sehr speziell – man kann sie mögen oder nicht. Ein Zwischending gibt es da kaum.

Was ich persönlich an Citizens of Earth richtig störend empfinde sind die langen Ladezeiten, wenn man beispielsweise den Raum wechselt oder aus einem Haus nach draußen geht. Auch die Dialoge sind irgendwann sehr eintönig und ermüdend. Zwar hat unser Vizepräsident immer einen lockeren Spruch auf den Lippen und kommentiert gerne sämtliche Handlungen mit halbwegs witzigen Sprüchen, aber die restlichen Bewohner erzählen uns ständig das selbe.

Der Sammelcharakter der einzelnen Charaktere ist eine gute Langzeitmotivation und erinnert mich sehr stark an die Pokémon-Reihe, die ich sehr liebe.

Citizens of Earth ist eines der skurrilsten Spiele, die ich in den letzten Jahren gespielt habe. Es ist gewöhnungsbedürftig und durch die langen (und vielen) Ladezeiten manchmal sehr langatmig. Aber die vielen Quests sind abwechslungsreich und spannend gestaltet und laden dazu ein, sich völlig im Imperium des Vizepräsidenten zu verlieren. Hier sind einige Stunden Spielspaß garantiert, wenn man sich erst einmal mit der absurden Geschichte angefreundet hat/falls man sich mit der Geschichte anfreunden kann.

Shopping

Citizens of Earth gibt es – wie oben erwähnt – für die verschiedensten Konsolen bzw. Handhelds. Eine Übersicht findet ihr auf der offiziellen Webseite. Das Spiel kostet aktuell um die 12 €.

 

Getestet auf der PS Vita.

Ich bedanke mich beim Hersteller für die Bereitstellung des Testmusters. Informationen zu ethischen Grundsätzen.

Von Nancy Stickel

Mein Beruf ist die Mediengestaltung, meine Passion ist das Spielen!
Wenn ich nicht gerade mit meiner Hündin die Welt erkunde, beschäftige ich mich liebend gern mit dem Bespielen von Konsolen und dem Entdecken neuer Gadgets und Spiele.