Creative Sound BlasterX H5

Geradezu martialisch wirkt das Sound BlasterX H5 von Creative durch den Einsatz von Stahl und Aluminium. Es erinnert mich entfernt an das Headset eines erfahrenen Piloten eines Kampfhubschraubers. Aber gerade dieses Gaming-Headset hat mich mehr überrascht, als jedes andere, das ich bisher ausprobiert habe. Ob das gut und schlecht ist will ich im Folgenden verraten.

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Alles an dem Headset wirkt irgendwie stark und überlegen. Es wirkt groß und wuchtig, die Mischung aus schwarzem Lederimitat und Aluminium unterstreicht diesen Eindruck auch noch. Um so mehr bin ich fast geschockt, als ich das Headset zum ersten Mal in die Hand nehme und aufsetze. Es fühlt sich umfassbar leicht an, das Gewicht liegt lediglich bei rund 260g. Und selbst das klingt schwerer, als sich das gute Stück anfühlt. Die Bügel lassen sich präzise und trotzdem leichtgängig einstellen. Die Polsterung aus Memory-Schaumstoff und gepolstertem Lederimitat fühlt sich weich und schmeichelnd an, das Kopfpolster nimmt man nicht mal wahr. Die Ohrmuscheln schmiegen sich sanft um die Ohren und an den Kopf an. Die Gelenke sind ebenfalls angenehm fest und wirken durch das Soft-Touch-Plastik hochwertig und stabil.

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Kommen wir zum Klang und nach dem Gewicht erwartet mich hier direkt die nächste Überraschung. Ich beginne grundsätzlich mit Musik und höre meine Lieblingsstücke. Das Sound BlasterX wirbt mit reaktiven 50 mm FullSpectrum-Treibern und verspricht mit einer Nennleistung von 118 db/mW eins der lautesten Gaming-Headsets seiner Klasse. Tatsächlich ist die maximale Lautstärke am Rechner nicht über einen langen Zeitraum aushalten, dabei ist der Klang absolut klar und brillant. Überhaupt ist der Klang wirklich fantastisch ausbalanciert. Dieselbe enorme Lautstärke wird jedoch weder an den Konsolen noch an Mobilgeräten erreicht, ist mir persönlich aber nie zu leise. Aus meinem Studium und meinen Zeiten als DJ kenne ich zahlreiche hochwertige Studiokopfhörer, von denen sich der H5 tatsächlich kaum unterscheidet. Das Sound BlasterX H5 wartet mit einem druckvollen aber präzisem und ausgewogenen Klang auf. Ich hatte nicht in diesem Preisbereich mit einem solchen Klang gerechnet.

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Beim Gaming und bei Filmen klingt es exakt genauso großartig. Ich habe tatsächlich noch nie ein Gaming-Headset mit so gutem Soundbild in dieser Preisklasse erlebt. Alle Frequenzbereiche werden gleichmäßig betont und bieten so eine wunderbare Abmischung. Der Detailreichtum ist wirklich fantastisch. Bässe sind druckvoll ohne auszureißen oder zu übersteuern, Höhen klirren nicht sondern sind einfach klar. Die Mitten flachen nicht ab und so erhält man einen hervorragenden Klang. Egal ob im Spiel oder im Film, alles klingt wirklich lebendig, dynamisch und authentisch.

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Aber jetzt kommen wir zum Mikrofon. Traditionell immer der Schwachpunkt jedes Headsets. Meistens klingen trotz immensen technischen Aufwands sämtliche Mikros an Headsets flach und hell, nie haben sie Tiefe und Kraft. Auch beim Sound BlasterX H5 wird mit Rauschminderung und Filterung der Umgebungsgeräusche geworben. Der Sound des Mikrofons ist wirklich rundum solide und gut. Ich würde es nicht zwingend für Podcastaufnahmen nutzen, bei denen die Präsenz der puren Stimme alleine im Vordergrund steht. Aber anders als mit den meisten anderen Headsets kann man absolut zum H5 greifen, wenn man Let’s Plays oder Gaming-Streams damit befeuern will. Es kann nicht mit hochwertigen Broadcaster-Headsets oder gar –Mikrofonen mithalten, aber das Mikrofon klingt im Vergleich zu anderen Gaming-Headsets wirklich sauber und prägnant.

Technische Daten

  • Headset-Steckertyp: 3,5 mm-Stereoeingang
  • Zubehör: Mikrofon-Splitter-Kabel 1,2 m
  • Frequenzumfang: 20Hz ~ 20kHz
  • Empfindlichkeit: 118dB/mW
  • Impedanz: 32 Ohm
  • Audiotreiber: 50-mm-FullSpectrum-Treiber
  • Schnittstelle: 3,5 mm-Stereoeingang
  • Mikrofon: Unidirektionale Geräuschreduzierung, Kondensator, abnehmbar
  • Frequenzumfang: 100Hz ~ 15kHz
  • Impedanz: <2.2k Ohm
  • Empfindlichkeit: -40dB

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Durch den Klinkenstecker lässt sich das Mikrofon einfach entfernen und so kann man das Headset auch unterwegs als Kopfhörer am Smartphone nutzen. Lässt man den flexiblen Mikrofonarm angeschlossen, kann man auch unterwegs telefonieren, wenn man sich nicht daran stört, dass man den Schwanenhals mit dem knubbeligen Popschutz in der Öffentlichkeit vor dem Mund hat. Das 1,2 m Lange Kabel beinhaltet für diesen Zweck mehrere Funktionen in der In-Line-Fernbedienung, steuern lassen sich Anrufannahme bzw. Wiedergabe/Pause mit einer Taste, die Lautstärkeregelung per Drehrad und eine Mikrofonstummschaltung über einen großen Schieberegler. Zusätzlich gibt es noch eine 1,2 m lange Y-Verlängerung zum Anschluss am PC.

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Durch das abnehmbare 3,5 mm-Stereokabel lässt sich das ohrumschließende Headset problemlos an PC, Mac, PS4, Xbox One (evtl. Stereo-Headset-Adapter benötigt) oder mobilen Geräten verwenden. Beide Kabel sind mit einer schwarzen Ummantelung geschützt und fügen sich so in den robusten Eindruck des Sound BlasterX H5 nahtlos ein. Die Verarbeitung macht insgesamt einen annähernd perfekten Eindruck. Nichts desto trotz finde ich natürlich nach pingeligster Suche auch etwas zu bemängeln. Leider lassen sich die Ohrmuscheln beim Absetzen auf die Schultern nicht drehen. Außerdem fehlt mir persönlich das Mikrofon-Monitoring, was aber bei dieser Bauform selbstverständlich nicht umsetzbar ist und höherpreisigen Headsets vorbehalten bleibt. Ich persönlich mag allerdings dieses Feature sehr und hätte es unfassbar gerne an jedem Headset. Es verhindert auch bei lautem Gaming, dass man selbst immer lauter spricht, weil man sich selbst so schlecht wahrnimmt. Zu guter Letzt hat die optional verwendbare Sound BlasterX Acoustic Engine Lite-Software für mich keinen ausschlaggebenden Vorteil, der Klang ist einfach rundum schon so perfekt, dass es dieses Feature am PC gar nicht benötigt. Aber insgesamt ist das Ganze Meckern nur des Meckerns wegen und das auch noch auf einem extrem hohen Niveau.

Falls man es bis hierher nicht merkt: ich bin absolut begeistert vom Creative Sound BlasterX H5. Das H5 ist ein hervorragendes Headset mit einem fantastischen Klangerlebnis. Der Komfort ist großartig, die Qualität ist absolut überzeugend. Aktuell nutze ich das Headset neben den Spieleabenden als Kopfhörer auch bei Podcastaufnahmen oder zum Hören von Musik oder Podcasts ständig. Auch von Freunden in der Xbox Live Party habe ich durchweg absolut positives Feedback bekommen. Und im direkten Vergleich mit anderen Headsets ist das Mikrofon eins der Angenehmsten für meine Spielkameraden. Bei einem Listenpreis von 129,99 € bekommt das Analog-Gaming-Headset Sound BlasterX H5 von mir eine absolute Kaufempfehlung, das gute Stück kommt man tatsächlich bereits für unter 100 € bei Amazon.

Ich bedanke mich beim Hersteller für die Bereitstellung des Testmusters. Informationen zu ethischen Grundsätzen.