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Day of the Tentacle Remastered

Lang ist es her als LucasArts noch Point-and-Click Adventures produziert hat. 1993 erschien Day of the Tentacle auf sechs Disketten bzw. mit Sprachausgabe auf CD als Fortsetzung zu Maniac Mansion von ’87 (Hinweis vorweg: Nein, Maniac Mansion müsst ihr nicht vorher gespielt haben)Mittlerweile gehört LucasArts zu Disney und der Mit-Erfinder Tim Schafer hat sich mit seinem Studio Double Fine an einen Remake dieses Evergreens der Spielhistorie gewagt.

Worum geht es überhaupt? Der verrückte Dr. Fred hat nicht nur zwei sprechende Tentakel erschaffen sondern produziert auch noch giftige Abwässer von denen eines seiner beiden Tentakel trinkt und ihm daraufhin Arme wachsen. Dieses Tentakel versucht dann die Welt zu erobern. Sein eingeschüchterter Artgenosse „Grün-Tentakel“ schreibt einen besorgten Brief an seine Freunde Bernard, Hoagie und Laverne um ihm zu helfen.Dr. Fred möchte die drei Freunde 24 Stunden in der Zeit zurück schicken um die Mutation zu verhindern, doch das geht ordentlich schief. Heavy-Metal-Fan Hoagie landet 200 Jahre in der Vergangenheit, Physiker Bernhard landet wieder in der Gegenwart und die Medizinstudentin Laverne landet in der Zukunft. Ihr könnt dabei im Spiel frei zwischen den Dreien wechseln und euch darum kümmern, dass sie wieder in ihre Zeit zurückkehren.

Day of the Tentacle ist in der Talkie, also der Version mit Sprachausgabe, wohl eines der Spiele, die ich am häufigsten in meinem Leben durchgespielt habe. Egal auf welche Platform ScummVM portiert wurde, sei es PSP oder Wii. Dieses Spiel gehörte neben Sam & Max zu den Spielen, die als aller erstes durchgespielt wurden. Um so größer war die Freude im Dezember 2014 über die Ankündigung zur Remastered-Version von Tim Schafer zu hören. Wenn auch etwas Sorge mitschwang da es zu meinen Lieblingspielen zählt.

Nach über einem Jahr warten war es dann nun endlich soweit. Man kann Day of the Tentacle endlich in hoher Auflösung genießen. Die neuen Grafiken wurden handgezeichnet und orientieren sich perfekt am Original. Der Look ist identisch und es wurden keine unnötigen Spielereien mit neuen Effekten oder ähnlichem gemacht. Die altbekannte „Verben“-Leiste gibt es nicht mehr. Dadurch wurde das gesamte Bild auf 16:9 vergrößert und die Breite des Spielbereiches etwas erhöht. An Stelle der Leiste gibt es jetzt ein Aktions-Rad welches sich beim Rechtsklick öffnet.

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Auch die Musik wurde Remastered und hat nun eine höhere Qualität ohne den klassischen Stil einbüßen zu müssen.Selbst die Stimmen sollen noch verbessert worden sein. Das konnte ich in der deutsch-sprachigen Fassung nicht feststellen. Auch bei der Umstellung auf das englische Original konnte ich keine großen Unterschiede in der Sprache feststellen. Die deutschen Stimmen haben weiterhin ein leichtes Rauschen im Hintergrund.

Im Spiel lässt sich nach Bedarf zwischen der Ur-Fassung und der Remastered-Version umschalten um die Unterschiede sicht- und hörbar zu machen. Optisch fällt einem ausser der pixeligen Grafik und dem leicht vergrößerten Sichtfeld kein direkter Unterschied auf. Es sind Kleinigkeiten, wie der Monat auf einem Kalenderblatt die nun erkennbar werden.

Als Bonus zu der aufpolierten Grafik gibt es noch Entwicklerkommentare von Tim Schafer, Peter Chan und weiteren Designern, Story-Writer etc. die einen Einblick in das Design, die Entwicklung und ursprüngliche Ideen geben. Die Audio-Kommentare sind in Englisch mit entsprechenden deutschen Untertiteln unterlegt. Dazu schaltet ihr durch den regulären Spielverlauf Konzeptgrafiken frei die ihr über das Menü betrachten könnt. Von Skizzen bis hin zu den vollständig ausgemalten Szenen sind verschiedene Entwicklungsstufen der Grafiken zu finden. Den Vorgänger Maniac Mansion findet ihr übrigens weiterhin im Spiel. Also ein Spiel im Spiel. Dieses wurde aber nicht weiter aufpoliert.

Mir gefällt die Umsetzung super. Es behält den klassischen Flair bei und hebt das ganze Spiel aus seinem 4:3 VGA Konstrukt in das HD-Zeitalter und wagt keine gefährlichen Experimente. Jedoch muss ich sagen, dass sich das Spiel am ehesten lohnt um es auf Konsole spielen zu können als auf dem PC / Mac. Mir persönlich reicht da eine ScummVM Installation mit meiner Talkie Version von CD und den passenden Filtern aus ScummVM, die die Pixel glätten. Gerade bei der Grafik von Day of the Tentacle fällt das garnicht so stark auf. Die Entwicklerkommentare und Konzeptgrafiken nehme ich dennoch gerne mit, da mich derartige Einblicke einfach unabhängig vom Spiel faszinieren. Wer also noch die Talkie Version bei sich im Regal liegen hat und es eh nur auf dem PC spielen möchte kann sich durchaus noch einmal überlegen, ob er den vollen Preis für diese Version bezahlen möchte oder ggf. doch noch auf Angebote warten soll. Diejenigen, die noch nie was von dem Spiel gehört haben oder es auf Konsole spielen wollen: Ran da! Es lohnt sich.

Die Remastered Version von Day of the Tentacle gibt es nur digital. Für je ~15€ habt ihr die freie Wahl: Eine DRM-freie Version für PC und OS X gibt es auf gog.com, mit DRM bei Steamfür die PlayStation (Cross-Buy PS4 + Vita) oder einfach nur für OS X aus dem App Store.

Getestet wurde die OS X Fassung

Und ich freu mich ab jetzt auf das Remake zu Vollgas :-)

Ich bedanke mich beim Hersteller für die Bereitstellung des Testmusters. Informationen zu ethischen Grundsätzen.

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