Gadgets im und ums Haus

devolo Home Control für Energiesparer

Devolo erweiterte letztes Jahr das Produktportfolio um Produkte zur nachträglichen Heimautomatisierung. Seit Dezember nutze ich einen Teil der smarten Gadgets in unserer kleinen Wohnung. Warum ich „Home Control“ und die dazugehörigen Komponenten so schnell nicht mehr abgebe, sondern langfristig wohl erweitern werde, erkläre ich euch in diesem Beitrag.

Was ist Home Control?

Das Devolo Home Control ist ein Netzwerk aus verschiedenen Komponenten, die miteinander kommunizieren. Ihr benötigt für euere Heimautomatisierung auf jeden Fall das Starter Paket. Im Kit enthalten ist die Zentrale, ein Tür-/Fensterkontakt und eine schaltbare Steckdose. Die Zentrale ist zwingend notwendig; sie bildet das Herzstück des neuen Netzwerks. Das Netzwerk lässt sich dann aktuell z.B. mit folgenden Komponenten weiter ausbauen:

  • Tür-/Fensterkontakt
  • Raumthermostat
  • Heizkörperthermostat
  • schaltbare Steckdose inkl. Verbrauchsmessung
  • Bewegungsmelder
  • Rauchmelder
  • Alarmsirene
  • Fernbedienung

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Die Basis benötigt Internetanschluss. Ihr könnt sie direkt per Lan-Kabel an den Router anschließen oder (falls vorhanden) auf ein bereits bestehendes DLAN/Powerline Netzwerk von devolo zurückgreifen.

Das interessante am Netzwerk ist, dass per Z-Wave (internationaler Funkstandard) kommuniziert wird. Nur die Basis benötigt Internetzugang – alle anderen Komponenten kommunizieren mit- und untereinander. Das ermöglicht eine optimale Reichweite der Signale, da jede Komponente als „Repeater“ genutzt werden kann. Gleichzeitig kann die Zentrale als weiterer DLAN Adapter in ein bereits bestehendes Powerline Netzwerk integriert werden. Die Verwendung vom Z-Wave Standard lässt außerdem die Erweiterung durch andere Hersteller zu.

Erste Inbetriebnahme

Bevor wir die einzelnen Komponenten in Betrieb nehmen können, muss zunächst die Basis-Station installiert werden. Hierfür wird sie in die Steckdose gesteckt und per Netzwerkkabel oder per Powerline verbunden. Devolo empfiehlt die nun folgenden Installations-Schritte am Computer vorzunehmen. Über die Mydevolo-Webseite ist die Basis dann in wenigen Schritten eingerichtet. Ihr müsst einfach den Anweisungen des Assistenten folgen. Was mich bei der Einrichtung anfangs etwas irritiert hat, ist die Tatsache, dass man die PLZ und den Wohnort eingeben muss. Später erklärt sich dann wofür: devolo ruft die Wettervorhersage für diesen Ort ab, die man später im Dashboard sehen kann!

Hinzufügen von Komponenten

Das Hinzufügen von neuen Komponenten ist genauso einfach und unkompliziert, wie die Einrichtung der Zentrale. Im Webinterface gibt es auch hierfür einen Assistenten, der euch Stück für Stück durch alle notwendigen Schritte führt. Besonders praktisch finde ich die Video-Anleitungen, die zu jedem Schritt angeschaut werden können – so kann hier wirklich nichts schief gehen. Die Inbetriebnahme der Zentrale und einer Hand voll Komponenten dauerte bei mir ca. 30 Minuten und ist insgesamt sehr benutzerfreundlich.

Webinterface & App

Per Webinterface und App habt ihr die Möglichkeit die letzten Status-Änderungen anzuschauen, Statistiken zu betrachten und per Knopfdruck einzelnen Komponenten zu steuern. Darüber hinaus könnt ihr die Geräte genauer definieren (Name, Symbol, Ort), Geräte gruppieren, Zeitsteuerungen einprogrammieren, Regeln erstellen (Wenn, dann) und Benachrichtigungen ansehen und einzustellen. Außerdem bekommt ihr noch das aktuelle Wetter und eine Vorhersage angezeigt. Hier besteht allerdings noch Optimierungsbedarf: interessant wäre eine Nutzung der Wetterdaten für bestimmte Regeln. Dies ist aktuell noch nicht möglich.

Es dauert eine Weile, bis man die ganzen Funktionen und deren Unterschiede verstanden hat. Hier sollte man einiges an Zeit und Geduld mitbringen, um sich in die Materie einzuarbeiten. Wenn man allerdings erstmal verstanden hat, wie man mit den einzelnen Elementen spielen und sie mit einander verbinden kann, möchte man das Home Control nicht mehr abgeben.

Spezielle Kombination für Energiesparer

Wir nutzen aktuell das Starter Paket in Kombination mit dem Energiespar Paket und einem Raumthermostat. Diese Kombination von Komponenten ist besonders für Energiespar-Füchse geeignet. Mit dieser Kombination erhaltet ihr die Zentrale, eine schaltbare Steckdose, Tür-/Fensterkontakte und Heizungsthermostate. Das Raumthermostat ist separat erhältlich.

Mit dieser Komponentenwahl könnt ihr euch im Winter bequem zurücklehnen und Home Control regelt den Rest von alleine. Klar könnt ihr für die Programmierung eurer Heizung auch günstigere Anbieter nehmen: wir haben allerdings die Erfahrung gemacht, dass diese nicht so hochwertig verarbeitet sind und schnell kaputt gehen. Mich persönlich hat bei dem günstigen Model, das wir vorher hatten, auch die Programmierung per USB Stick sehr gestört. Man war immer auf einen Computer angewiesen. Bei devolo passiert alles in der Cloud. Ihr könnt per App oder aber im Web alle Einstellungen vornehmen und sie jeder Zeit aktualisieren, löschen oder neu anlegen.

Praktisch finde ich auch, dass die Displays beleuchtet sind (einfach kurz eine Taste drücken). Das hatten unsere günstigen Heizungsthermostate auch nicht.

Alltagstest

Besonders beim Energiespar-Paket merkt man die Vorteile der verschiedenen Steuerungsmöglichkeiten. Wir haben eine Zeitsteuerung für unsere Heizungen eingerichtet. Die Heizungsthermostate stellen zu bestimmten Zeiten automatisch eine bestimmte Temperatur ein. Überwacht wird das Ganze vom Raumthermostat und einigen Regeln. Übersteigt die Temperatur im Zimmer z.B. eine bestimmte Gradzahl, wird automatisch die Heizung runter geregelt.

Andere Regeln und Szenen sorgen bei uns dafür, dass die Heizung sich ausschaltet, wenn das Fenster geöffnet wird und wieder eingeschaltet wird, wenn alle Fenster geschlossen sind. Es ist ein wenig mühsam sich hier die entsprechenden Regeln so einzurichten, dass alles läuft. Hat man aber erst einmal seine Einstellungen gefunden, wird man das System lieben. Man ist unwahrscheinlich flexibel!

Die Gruppierung mehrerer Elemente ist auch ein großer Vorteil: man kann gruppierte Elemente mit einem Schalter oder einer Fernbedienung, einer Zeitsteuerung, einer Szene oder einer Regel alle gleichzeitig aktivieren. So kann man z.B. mehrere Elemente im Wohnzimmer mit einem Knopfdruck steuern.

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Benachrichtigungen

Es gibt die Möglichkeit einen Benachrichtigungsservice zu aktivieren: SMS (kostenpflichtig), eMail und per Push. Ihr werdet dann über aktuelle Ereignisse informiert. Habt ihr z.B. einen Bewegungsmelder installiert, würdet ihr darüber benachrichtigt werden, wenn sich in der Wohnung jemand aufhält.

Fazit

Was mich im Alltagstest stört ist das App-Design. Die App ist im Prinzip nur die Browser-Ansicht in klein. Es ist daher sehr kleinteilig und die Steuerung ist dadurch nicht „mal eben schnell“ durchzuführen. Hier herrscht meiner Meinung nach der wohl größte Optimierungbedarf!

Ansonsten läuft das System richtig stabil. Ich habe die Komponenten nun seit über 4 Wochen im Einsatz und habe bisher eigentlich keine Verbindungsabbrüche oder technische Probleme feststellen können. Es läuft und läuft und läuft. Die verschiedensten Komponenten erweisen sich als äußerst praktisch im Alltag. Vor allem die Heizungsthermostate mag ich sehr. Sie sehen wirklich sehr hochwertig aus und sorgen dafür, dass wir durchdacht heizen. Sicherlich steckt hier großes Einsparungspotenzial bei den Heizkosten!

An die Einstellungen der einzelnen Komponenten muss man sich herantasten. Es ist etwas knifflig die richtigen Einstellungen zu finden: wir tüfteln auch nach mehreren Wochen noch an den perfekten Temperaturen für unser Wohn- und das Schlafzimmer.

Ich kann verstehen, dass den ein oder anderen der hohe Preis abschrecken wird, aber mit Home Control bekommt ihr eine richtig interessante und äußerst praktische Smart Home Lösung auf Z-Wave Basis. Und genau dieser Umstand ist der wohl größte Vorteil. Das System hat bereits jetzt viele Kombinationsmöglichkeiten und reichlich einzeln erhältliche Komponenten, die man verwenden kann. Und der Pool wird langfristig noch größer.

Home Control lohnt sich definitiv: sowohl für kleine Wohnungen als auch in großen Häusern.

Shopping

Das devolo Home Control Starter Paket gibt es aktuell für rund 180€ z.B. bei Amazon.

Die Anschaffungskosten scheinen auf den ersten Blick wirklich sehr hoch. Man bekommt hier allerdings eine wirklich ausgereifte und langlebige Smart Home Lösung mit großem Einsparpotenzial bei den Nebenkosten und sehr vielfältigen Erweiterungsmöglichkeiten.

Mein Tipp: spart auf die devolo Lösung, bevor ihr immer mal wieder Geld in billige Einzelkomponenten investiert, die ihr nicht miteinander kombinieren könnt und die nach einem Jahr den Geist aufgeben.

Ich bedanke mich beim Hersteller für die Bereitstellung des Testmusters. Informationen zu ethischen Grundsätzen.

4 Kommentare

    1. Hi Max,

      du brauchst leider zwingend die Zentrale von devolo ODER eine andere auf dem Z-Wave-Standard basierende Zentrale. Ich würde dir an dieser Stelle allerdings tatsächlich empfehlen dich für das devolo Original zu entscheiden, denn die Zentrale kannst du als zusätzliches DLAN-Modul für dein bestehendes System nutzen. Wir haben unsere Zentrale an den Router angeschlossen und im restlichen Haus DLAN Adapter verteilt, wo es von Nöten war. :)

      Viele Grüße,
      Nancy

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