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Elgato Stream Deck

Streamen… Wenn nicht Filme bei iTunes, Netflix und Co, dann sind es vermutlich Videospiele bei Twitch und YouTube die ein riesiges Live-Publikum auf ihre Seiten zieht. Mittlerweile wird es für die Streamer, also für diejenigen die den Content auf diesen Seiten produzieren, immer einfacher ihrem Hobby oder mittlerweile zum Teil auch Beruf nachzugehen. Wer sich etwas mehr Flexibilität dabei wünscht, der streamt mit dem PC. Und damit man möglichst viele Features nutzen kann ohne viel zu klicken oder sich unzählige Tastenkombinationen zu merken, hat Elgato mit dem Stream Deck eine Hardware geschaffen die etwas mehr als nur eine zusätzliche Tastatur ist.

Den Karton frisch geöffnet blickt uns ein kleines Kästchen mit fünf mal drei Tasten entgegen, das USB Kabel fest verbaut und zusätzlich mit einer kleinen Halterung um die Neigung dieses kleinen Gadgets anzupassen.

An den Rechner (egal ob macOS oder Windows) angeschlossen sieht man erstmal nichts ausser einem leuchtenden Elgato Gaming Logo welches sich über die 15 Tasten erstreckt. Richtig gelesen: Jede einzelne Taste ist ein kleiner Bildschirm und kann mit der zusätzlichen Software individuell angepasst werden. Ohne diese Software geht erstmal nichts. Also schnell runtergeladen und installiert bekommt ihr ein kleines Grundsetup mit dem ihr u.a. direkt eure Medienwiedergabe steuern könnt.

Verarbeitung

Das schwarze Plastik macht einen guten Eindruck. Nicht sonderlich hochwertig, aber Stabil und es klappert nichts. Etwas nervig finde ich den optionalen Standfuß, der zwar eine gute Möglichkeit gibt den Neigungswinkel anzupassen, aber doch etwas fummelig ist. Ausserdem wird er nicht an das Stream Deck angeklemmt, sondern man legt die kleine Tastatur nur hinein. Wenn man nicht vor hat das kleine Ding ständig neu zu positionieren, sollte das alles kein Problem sein.

Die Tasten selbst haben ein etwas gewöhnungsbedürftige Oberfläche. Es ist kein festes, transparentes Plastik, sondern viel mehr Gummi-artig wie diese Schutzüberzüge für Tastaturen, aber auch wieder nicht zu labberig. Die kleinen LCD Bildschirme haben eine Auflösung von 72×72 Pixel bei einer Abmessung von knapp 2x2cm. Keine HighDPI/Retina Auflösung aber für den Einsatzzweck meiner Meinung nach mehr als ausreichend.

Das USB-Kabel ist fest angebbracht. Ich bin mir aber unentschlossen ob es gut oder schlecht ist. Ich hätte mir auf jeden Fall noch gerne eine gewisse Kabelführung auf der Rückseite gewünscht um es ordentlich auf dem Tisch zu verlegen. Die Länge des Kabels ist mit 1m für mich mehr als ausreichend.

Customize it

Euch werden eine ganze Reihe Bausteine zur Verfügung gestellt mit dem ihr eurer Stream Deck euren eigenen Wünschen anpassen könnt. Neben Webseiten öffnen, Mediensteuerung und Tastenkombinationen ausführen werden unter anderem wichtige Elemente für Streamer bereitgestellt. Unter anderem wird elgatos hauseigene Software Game Capture unterstützt um Szenen zu wechseln, eine Aufnahme zu starten oder euer Mikrofon zu stummen. Ähnliche Funktionen gibt es auch für das unter Streamern weit verbreitete OBS Studio. Wichtig ist aber auch die Twitch Integration. So könnt ihr euch direkt die Anzahl der Zuschauer in eurem Stream anzeigen lassen oder mit einem Tastendruck den Streamtitel und das Spiel für eure aktuellen Formate einstellen. Twitch Partner profitieren zusätzlich von ein- und ausschaltbaren Chat-Filtern und einem Trigger für Werbung. Wünschenswert wäre hier eine ähnliche Integration für YouTube. Ausserdem können per Tap direkt Tweets abgesendet werden und der Dienst TipeeeStream für eure Overlays wird ebenfalls unterstützt.

Dazu gehört ein vollwertiger Multi-Account Support für Twitch, Twitter und TipeeeStream. Und damit ihr nicht auf 15 Aktionen beschränkt seid, könnt ihr auch noch Ordner/Unter-Menüs anlegen. Als würde das nicht reichen kann jede Taste mit einer von euch selbst gewählten Grafik belegt werden. Von elgato gibt es dafür online einen passenden Key Creator.

Backup / Migration

Das Konfigurationsprogramm gibt euch die Möglichkeit eure Konfigurationen zu exportieren und importieren. Das macht in dem Falle Sinn, da die Konfigurationen auf eurem Computer laufen und nicht auf dem Stream Deck selbst gespeichert werden. Diese Dateien beinhalten das komplette Tasten Setup inklusive eigener Grafiken. Was dort NICHT enthalten ist, sind die konfigurierten Accounts für z.B. Twitch und Twitter. Diese muss man separat pflegen und ggf. bei den Aktionen neu auswählen.

Auch bei einem Wechsel von macOS zu Windows oder anders herum gibt es keine Probleme mit den Dateien. Ihr solltet euch also immer ein kleines Backup anlegen, wenn ihr mit eurer Konfiguration zufrieden seid. Sehr Speicherhungrig sind die Dateien dafür auch nicht. Meine aktuelle Konfiguration mit 17 Aktionen in vier Menüs (inklusive dem „Hauptmenü“) ist nur 112 Kilobyte groß.

Fazit

Wer gerne auf Twitch streamt und gerne mehr machen möchte und eh schon mit einem PC oder Mac streamt sollte auf jeden Fall mal einen Blick auf das Stream Deck von Elgato werfen. Dieses Gadget richtet sich auf jeden Fall an Profis. Viele Twitch Funktionen setzen einen Partner Status voraus, aber auch ohne kann man schon einiges damit anstellen und seinen Streams einen gewissen Pepp geben. Mit Hilfe der Shortcut Funktion konnte ich z.B auch die Shadow Play Funktionen meiner NVIDIA Grafikkarte ansteuern, was aber genauso über die Makro-Tasten meiner Tastatur zu realisieren wäre. Eine grafische Unterstützung ist jedoch durchaus hilfreich.

Dankbar bin ich für die direkte Anbindung von OBS. Schnell in den/aus dem Pause-Screen wechseln oder das Mikrofon Stummschalten ohne aus dem aktuellen Spiel herausgehen zu müssen.

Für 150 € bekommt man ein kleines Helferlein an die Hand, welchem man sich aber auch erstmal ein wenig auseinandersetzen muss bis man alles notwendige für den eigenen Einsatzzweck konfiguriert hat.

Ich bedanke mich beim Hersteller für die Bereitstellung des Testmusters. Informationen zu ethischen Grundsätzen.