Farpoint

Bereits in frühen Messe-Previews hatte Farpoint gute Kritiken bekommen und wurde sehnlichst erwartet. Der PSVR-exklusive Shooter zieht euch dabei in eine weit entfernte Galaxie bei der ihr auf einem fremden Planeten notlanden müsst und dort auf außerirdische Wesen trefft. Ob das ganze Potential hat und vielleicht ein Glanzlicht in dem mäßigen PSVR-Katalog ist und ob der Aim Controller hält was er verspricht haben wir uns mal genauer angeschaut.

Durch eine Anomalie stürzt die Raumstation Pilgrim sowie der eigene Protagonist und zwei weitere Wissenschaftler ab und landen auf einem fremden Planeten. Nach dem Absturz sind auch die beiden Kollegen verschollen und man ist auf sich allein gestellt. In der Rettungskapsel findet man nur eine Standard-Ausrüstung mit einem Machinen-Gewehr und man begibt sich auf die Suche nach Überlebenden.

Der Planet besteht primär aus Sandwüste und Steinformationen. Eure ersten Begegnungen sind aber leider keine Menschen, sondern die „Tiere“ die auf diesem Planeten zuhause sind und wie Spinnen aussehen. Hier fühlt man sich etwas wie bei Starship Troopers und erledigt mit seinem Gewehr die Krabbeltiere die euch in ihrer kleinsten Form in euer Gesicht springen wollen. Es bleibt aber nicht bei den Krabbeltieren, sondern ihr trefft auch Maschinen die nicht sehr erfreut über eure Anwesenheit sind.

Die Story habe ich nur kurz angerissen, sie ist aber deutlich spannender als man vorerst erwarten mag und hat mich in dieser Hinsicht sehr überrascht. Mit etwa 5 Stunden Spielzeit ist es nicht das längste Spiel, aber es reicht für dieses Erlebnis vorerst.

Das Tracking mit dem Aim-Controller ist sehr akkurat, auf den gehe ich aber später nochmal genauer ein. Alternativ lässt sich das Spiel mit dem PS4-Controller spielen, aber das fühlt sich sehr merkwürdig an und führte bei mir dazu, dass meine Hand verkrampfte, weil die Haltung sehr unangenehm war. Damit ihr über Kimme und Korn zielen könnt, den Controller vor euer Gesicht halten und dabei weiterhin die Lightbar Richtung Kamera richten. Wenn ihr jetzt noch laufen möchtet, müsst ihr den linken Stick benutzen und damit verdeckt ihr schließlich einen Teil der VR-Brille und macht einen Teil des Trackings kaputt.

Bezüglich eurer Bewegung habt ihr verschiedene Einstellungsmöglichkeiten. Zum einen könnt ihr euch frei bewegen wie in regulären Shootern und dreht euch dann mit eurem Körper oder ihr nehmt das VR bekannte, ruckartige drehen in etwa 20 Grad Schritten. Ich benutzte die erste Variante und kam damit am besten klar. Man muss sich nicht sehr häufig drehen um durch die Welt zu finden. Die sind so geradlinig gezogen, dass meist leichte Drehungen reichen um von einem Gebiet in das nächste zu kommen. Finde ich in diesem Fall recht clever gemacht und die Struktur der Welten gibt einem trotzdem das Gefühl nicht wirklich immer geradeaus gelaufen zu sein. Auch zurücklaufen müsst ihr eigentlich nie und ist bis zu gewissen Felsvorsprüngen dann eh nicht weiter möglich.

Zu zweit in der Schießbude

Neben der Kampagne gibt es einen Herausforderungs-Modus der sowohl alleine als auch im Online-Koop mit Fremden und Freunden gespielt werden kann. Hier begebt ihr euch in einzelne Gebiete der Kampagne, aber es handelt sich in diesem Fall aber um eine reine Highscore-Jagt bei der ihr Wellen von Gegnern erledigen müsst.

Leider gibt es keine Möglichkeit die Kampagne im Koop zu erleben, auch wenn rein Story-technisch nichts dagegen sprechen würde. Auch im Schiff in dem ihr zu Beginn sitzt ist neben euch ein Sitz frei. Hier würde ich mir noch gerne ein Update wünschen.

So unterhält der Koop zumindest kurzweilig noch etwas abseits von der Kampagne.

Darf ich mal kurz vorbei?

Die KI der Gegner ist nicht schlecht und die Kämpfe sind meist schwierig genug, aber es gibt ein Verhalten welches erstmal merkwürdig erscheint, aber gerade mit PSVR Sinn macht: Gegner laufen, wenn sie z.B. an euch vorbeispringen wieder zurück an euch vorbei, damit sie vor euch stehen und ihr sie erledigen könnt. Das macht Sinn, da gerade PSVR nicht so gut funktioniert wenn ihr euch von der Kamera wegdreht und somit die Leucht-Kugel des Aim-Controller oder die Lightbar eures Controllers mit eurem Körper verdeckt.

Aim-Controller

Wer sich das größere Farpoint Bundle kauft, erhält den so genannten Aim-Controller dazu der euch die ideale Spielerfahrung liefern soll.

Der Controller hat eine Gewehr-Form, wurde in weiß gehalten und ist hochwertig verarbeitet. Es fühlt sich nicht wie ein billiges Plastik-Zubehör an, nichts klappert und auch das Gewicht ist angenehm. Nicht zu schwer und nicht zu leicht. An der Front befindet sich eine ähnliche Leuchtkugel wie bei den Move-Controllern. Ihr müsst also nicht zusätzlich noch einen Move-Controller kaufen wie damals auf der PS3 mit dem Sharp Shooter (Der übrigens hier vollständig inkompatibel ist da Farpoint keine Move Controller unterstützt).

Die dominante Hand wird an dem hinteren Griff platziert. Hier befindet sich der Abzug und ein Analog-Stick um den die klassischen Aktions-Tasten (Dreieck, Kreis, Kreuz und Quadrat) angeordnet sind. Die andere Hand kommt entsprechend an den vorderen Griff an dem sich zwei weitere Trigger auf der Rückseite, sowie das D-Pad, ein weiterer Analog-Stick sowie die Share- und Option-Taste befinden. Oben auf dem Controller befindet sich die PlayStation- und eine Trackpad-Taste. Also entsprechend ein vollständig belegter PS4 Controller mit dem sich alle Menüs bedienen lassen.

Geladen wird der Controller genauso wie die PS4-Controller über einen Micro-USB Anschluss an der unteren Seite. Der Akku hält ebenfalls ähnlich lange, wenn nicht sogar etwas länger als bei den gewöhnlichen Controllern.

Zu Beginn des Spiels wird ausgewählt ob man Links- oder Rechts-händer ist und dann geht es auch direkt los. Das Tracking is so perfekt, dass selbst die Silhouette des Controllers im Ladebildschirm die korrekte Position wiedergegeben hat. Zielen über Kimme und Korn verläuft automatisch „natürlich“ und man neigt dazu ein Auge zuzukneifen um besser zielen zu können. In Farpoint habt ihr hierfür an den meisten Waffen ein Holo-Visier bei dem ihr durch eine kleine Scheibe schaut und mit dem roten Punkt darin euren Gegner anvisiert.

Zum Waffen wechseln könnt ihr zum einen die Dreieck-Taste drücken wie in den meisten anderen Ego-Shootern an der PS4 auch, oder ihr „schultert“ eure aktuelle Waffe indem ihr den Controller nach oben gerichtet an eure Schulter führt.

Bei der Steuerung mit diesem Controller empfiehlt sich die Rücksicht auf die Empfehlung vor dem Spiel: Die PlayStation Kamera sollte etwa auf Augenhöhe platziert werden um ein sauberes Tracking zu ermöglichen. Sonst habt ihr bei einer zu niedrigen Kamera Probleme nach oben zu zielen.

Der Aim-Controller wird jetzt erstmalig zusammen mit Farpoint verkauft und soll auch für weitere PSVR-Spiele genutzt werden (z.B. Arizona Sunshine und The Brookhaven Experiment). Leider ist das ganze auch nur ein Bruchteil des eh schon recht überschaubaren PSVR-Katalogs. Hier kann man nur hoffen, dass die Investition sich für zukünftige Spiele rentiert, denn grundsätzlich verbessert sich die Immersion mit dem Controller deutlich. Und im Gegensatz zu einer reinen Move-Controller Lösung hat man hier die Volle PS4-Controller Belegung inklusive Analog-Sticks und ist damit nicht auf Rail-Shooter und Teleportation zur Bewegung limitiert.

Fazit

Als Vollpreis-Titel von etwa 60 bis 70 Euro im UVP ist mir das Spiel wirklich etwas zu teuer und das Bundle mit dem Aim-Controller kostet regulär knapp 100 Euro (nach aktueller Recherche sogar fast 130€). Das ist für einen vollwertigen Controller ein sehr vertretbarer Aufpreis. Das Spiel selbst hat von der Story deutlich überrascht, aber auf Grund der Spiellänge würde ich hier auf ein besseres Angebot warten. Zum Glück gab es mittlerweile immerhin einen kostenlosen DLC mit neuem Spieler-Skin und 2 neuen Karten für den Koop- und Herausforderung-Modus die mit einer Eis-Welt auch ein leicht angepasstes Szenario bietet.

Insgesamt macht es aber mit Aim-Controller sehr viel Spaß Shooter damit zu spielen und ich kann es kaum erwarten ihn in weiteren Spielen einzusetzen. In Aussicht stehen da aktuell vor allem das auf der E3 vorgestellte Bravo Team.

Ich bedanke mich beim Hersteller für die Bereitstellung des Testmusters. Informationen zu ethischen Grundsätzen.