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gamescom Game Preview Galore

Die gamescom ist schon ein paar Tage her und obwohl ich einen großen Beitrag über die gamescom selbst schreiben wollte werden es doch wohl zwei Artikel. Im ersten Teil bekommt ihr die volle Preview Galore auf Spiele der kommenden Monate.
Von Indie Titeln kleiner Teams bis hin zu seit Jahren erwarteten Titeln wie The Last Guardian werden ihr hier einiges finden.

Indie Arena Booth

Der Indie Arena Booth versteckt sich auf der gamescom meistens in Halle 10. Wobei man mittlerweile schon nichtmehr von verstecken sprechen kann, immerhin umfasste er dieses Jahr 620m² und bat etwa 60 Indie Teams ausreichend Platz um fast 80 Spiele zu präsentieren. Hier findet man alles was das Herz begehrt. Neben VR gibt es hier viele Spielegenres, welche bei großen Publishern wohl auf kein offenes Ohr treffen würden.

Ich habe mit Herrn Kaschke (Twitter, Web) diesem Stand einen Besuch abgestattet und wir haben uns zwei der Titel herausgepickt um mit den Teams zu sprechen. Dabei sind Code 7, ein Text-Adventure des zweiköpfigen Teams von Goodwolf Studios aus Deutschland. Der Spieler übernimmt die Rolle von Alex, der seine/ihre Kollegin Sam auf einer Weltraumstation über einen Computer assistieren muss. Ihr habt dabei die ganze Zeit nur diesen Computer-Bildschirm vor euch und müsst die richtigen Befehle eingeben. Im Gegensatz zu den Ur-Textadventures ala Zork, habt ihr hier allerdings einen Videostream zu Sam, sowie eine Karte zum orientieren. Die Dialoge mit Sam sind vollständig synchronisiert und Musik sorgt für die richtige Stimmung.

Bei dem zweiten Titel handelt es sich um Bear with me, welches von dem kroatischen Team Exordium Games stammt. Hierbei handelt es sich um ein Point and Click Adventure im Noir Stil. Das Mädchen Amber sucht ihren Bruder und fragt ihren Teddy-Bären, ob er ihr helfen kann ihn zu finden. Dieser ist Detektiv und die beiden begeben sich gemeinsam auf das Abenteuer.

Beide Spiele könnt ihr euch auch in unserem Video etwas genauer anschauen. Leider empfiehlt sich auf Grund von Tonproblemen bei den Aufnahmen von Code 7 die Untertitel bei YouTube einzublenden.

Gwent

Bei Gwent handelt es sich an ein eigenständiges Karten-Spiel, welches ursprünglich als Mini-Game in The Witcher 3 zu finden war. Uns wurde in einer Präsentation ein kurzer Einblick in den Singleplayer gewehrt, der über 10h Spielspaß bieten soll, bei dem ihr euch weitere Karten freispielen könnt und eine Kunstvoll gestaltete Story erlebt.

Natürlich gehörte zu der Präsentation auch der reguläre Multiplayer bei dem man gegen die gegenüber sitzende Person angetreten ist. Die Gwent Spielfläche wurde grafisch ordentlich aufpoliert und ist mit ordentlichen Effekten versehen worden. Es gibt neue Karten und das Balancing wurde angepasst. In den drei Matches die ich spielen konnte, konnte man die unterschiedlichen Fraktionen testen, die alle ihre etwas eigene Taktik mit sich bringen. Dazu gehören nach aktuellem Stand Skellige, die Monster, das nördliche Königreich und die Scoia’tael. Später soll noch Nilfgaard folgen.

Auch wenn ich kein Fan von Kartenspielen ala Hearthstone und Co bin, freue ich mich sehr auf die Beta und das fertige Spiel, welches für PC, Xbox One und PS4 erscheinen wird.

Robinson – The Journey

Mittlerweile dürfte wohl so ziemlich jedes größere Studio an einem Titel für VR sitzen. Im Oktober erscheint auch die PlayStation VR Brille für die PS4 und Crytek arbeitet fleißig an seinen Titeln The Climb und Robinson – The Journey. Letzterer soll zum Release der PSVR in den Regalen stehen und versetzt den Spieler in einen Dschungel voller Dinos.

Robinson The Journey - Selfie

Obwohl die Auflösung der PSVR nicht die beste ist, war das Spiel ein großartiges Erlebnis. Während man durch den Dschungel läuft und klettert habt ihr ein vollständiges Ambiente um euch herum. Der Sound mit allem möglichen Getier um euch herum und die riesigen Dinos die nur ein paar Meter von euch weg an euch vorbei ziehen wirken sehr imposant. Schluchten und ein Balance-Akt über Baumstämme sind nichts für Menschen mit Höhenangst. Kleine Puzzles sorgen für nötige Abwechslung.

Gezielt wird indem man die Objekte entsprechend anschaut. Laufen mit dem linken Stick am Controller und umdrehen kann man sich selbst oder wenn man lieber im sitzen spielt kann man sich mit dem rechten Stick in 30°-Schritten drehen. Diese ruckartige Bewegung wirkt dem Effekt entgegen, dass ihr seekrank werdet. Eine Technik die sich bei mehreren Spielen in der VR Welt durchzusetzen scheint.

Ich bin gespannt was das fertige Spiel hier noch zu bieten hat und ob darin noch eine Story implementiert wird oder es eine sehr schöne und umfangreiche Tech-Demo wird.

Little Nightmares

Ein Spiel von Bandai Namco, welches im Rahmen der gamescom angekündigt wurde. Ihr spielt eine kleine Figur die aussieht als würde sie einen Regenmantel aus Papier tragen und bewegt euch durch Zimmer, Küchen, Keller und so weiter. Ihr löst dabei viele kleine Rätsel und trefft auf allerlei eklige Wesen. Es ist kein Horrorspiel wie Outlast oder Layers of Fear, dennoch bekommt man ab und zu Gänsehaut. Ich würde es aber eher als kindgerechtes Gruselspiel bezeichnen. Die 10-minütige Gameplay-Demo hat auf jeden Fall Lust auf mehr gemacht.

ReCore

ReCore erscheint bereits im September und zieht euch in eine Welt „nach der Menschheit“. Die Menschen wurden auf Grund von Ressourcenmangels in eine Cryoschalf versetzt während Roboter die Welt wieder aufbauen sollten. Leider verlief das ganze nicht wie geplant und die Protagonistin Joule Adams erwacht aus ihrem Schlaf und entdeckt eine komplette Dystopie. Wüste, Felsen und angriffslustige Maschinen soweit das Auge reicht.

Ich hatte die Ehre mit drei weiteren Redakteuren anderer Magazine den Raum mit Keiji Inafune, dem Vater von Mega Man und nun von Joule und ihren Corebots zu teilen, sowie einem Mitarbeiter von Microsoft der die Entwicklung begleitet. Von ihnen hat man ein paar mehr Informationen bekommen.

ReCore Joule and Mack

Der bekannteste Begleiter von Joules ist bereits jetzt der kleine Coredog „Mack“. Ein Roboter-Rahmen in Form eines Hundes. Im Laufe der Zeit werdet ihr noch weitere Rahmen finden. Uns wurde z.B. ein Spinnen- und Affen-Frame gezeigt. Die Cores, bunte Energiekugeln, könnt ihr untereinander tauschen. So kann Mack z.B. zu einem Affen werden. Jeder Core steht dabei für eine eigene Persönlichkeit die das Verhalten des Corebots beeinflusst.

Auch wenn es mehrere Corebots gibt, könnt ihr von eurer Basis immer nur zwei Bots mitnehmen, von denen euch allerdings immer nur einer direkt begleitet. Ihr könnt aber jederzeit in der Welt zwischen den beiden gewählten Bots wechseln.

ReCore ist kein Open-World Spiel, soll aber trotzdem viel neben den Hauptmissionen zu bieten haben. Als durchschnittliche Spielzeit wurden 8 bis 10 Stunden genannt ohne die komplette Umgebung erkundet zu haben.

Das Spiel erscheint am 13. September für Xbox One und PC.

Horizon Zero Dawn

Bei Horizon Zero Dawn transportieren euch die Killzone Entwickler in eine Welt in der Dinosaurier-ähnliche Roboter in der Wildnis und die Menschen in Völkern leben wie in der Steinzeit. Ihr übernehmt die Kontrolle der weiblichen Protagonistin mit dem Namen Aloy, die mit Pfeil und Bogen auf die Jagt geht. Viel mehr kann man zu dem Spiel nicht sagen. Es ist eine offene Welt und in der Gameplay-Demo in der wir selber Hand an das Spiel anlegen durften ging man einfach auf die Jagt nach den Roboter-Tieren. Was genau das Ziel und die Motivation sein wird, ist mir weiterhin schleierhaft. Leider war keine Zeit mehr übrig in diese Richtung noch Fragen zu stellen. Es wirkte mit minimalen Crafting Anleihen, wie man es aus dem letzten Tomb Raider kennt, eher wir ein Survival Spiel. Das Kampfsystem war relativ simpel und nicht besonders fordernd, aber es waren auch keine „Bosse“ sondern einfaches Wildleben. Da haben mir aber trotzdem die Kämpfe in z.B. Witcher 3 deutlich mehr Spaß gemacht. Ich bin gespannt was mit der Zeit noch bekannt gegeben wird.

The Last Guardian

Team ICO ist zurück! 2005 erschien ihr letztes Machwerk Shadow of the Colossus. Bereits 2011 sollte für die PS3 The Last Guardian erscheinen. Während ich damals Feuer und Flamme für das Spiel und die damals schon atemberaubende Grafik war, hörte man ewig nichts mehr von Trico, einem Greifen-ähnlichen Wesen. Im letzten Jahr wurde auf der E3 aber der Vorhang gelüftet und The Last Guardian war wieder in aller Munde. Nachdem erstes Gameplay gezeigt wurde, ebbte auf meiner Seite die Vorfreude ab. Vorhersehbare Handlungen waren einfach nicht das, was ich hier erwartet hätte.

Bis zur diesjährigen gamescom blieb diese Ernüchterung bestehen. Und dann wurde ich mit drei weiteren Redakteuren in einen Raum geführt und man drückte uns Controller in die Hand um die ersten 45 Minuten von The Last Guardian zu spielen. Keine Präsentation, kein Gameplay welches X Stunden weit vortgeschritten ist. Lediglich eine drei Monate alte Demo die den Anfang des Spiels darstellt.

Auf Grund des Alters der Demo hatte man mit ein paar Steuerung- und Kamera-Problemen zu kämpfen, auf die ich aber nicht näher eingehen möchte und bei denen ich sehr zuversichtlich bin, dass diese vom Team in den Griff bekommen werden.

Das Spiel beginnt mit einer Erzählerstimme. Ein älterer Mann erzählt aus seinen Erinnerungen die ihr offensichtlich hier spielt. Im Spiel übernehmt ihr die Kontrolle eines kleinen Jungen, der in einer Höhle aufwacht. Neben ihm liegt dieser gigantische Drachenvogel. Angekettet und aggressiv lässt er euch nichtmal in die Nähe. Ihr füttert ihn etwas und befreit ihn von einigen Holzsplittern und er wird immer zutraulicher. Ihr befreit ihn und versucht weiter aus der Höhle zu entkommen.

In einem Versteck entdeckt ihr einen Schild mit dem ihr einen Lichtstrahl projizieren könnt. In der Gegenwart von Trico schießen Blitze aus seinem Schweif auf die angeleuchtete Stelle. Für die sehr jung wirkende Kreatur scheint es ein unbekannter Effekt gewesen zu sein. Angsterfühlt weiten sich seine Pupillen.

Es sind so viele kleine Details in den Handlungen und Reaktionen von Trico bei denen ich Gänsehaut bekomme. Z.B. kuschelt Er/Sie mit eurer Spielfigur, wenn ihr euch einige Zeit nicht bewegt. Trico hilft euch aber auch weiter zu kommen und gibt durch Kratzen etc Hinweise wo es weitergeht.

Ich bin zuversichtlich das wir hier von Team ICO wieder eine packende Geschichte vorgesetzt bekommen. Ende Oktober ist es soweit, dann kann ich endlich weiter spielen.