Gigaset Elements – Camera

Wer den gdgts-Blog verfolgt, dem dürfte in den letzten Wochen mein Beitrag über das gigaset elements Überwachungssystem aufgefallen sein. Im Oktober hat gigaset seine Produktfamilie um ein Element erweitert und stellte erstmals die zusätzliche Erweiterung „camera“ vor, die man seit Mitte Oktober nun im Shop erwerben kann. Wir haben das Ganze für euch noch einmal unter die Lupe genommen.

Fakten

  • Videoübertragung mit 720p HD und bis zu 30 FPS
  • Audioübertragung
  • LAN und WLAN (WPA2 Verschlüsselung)
  • Nachtsicht (Infrarot)
  • Automatischer Weißabgleich
  • Strom 100-240 V, 50–60 Hz, 0,5 A (max)
  • Maße: 85 x 85 x 30 mm
  • Gewicht 150 g
  • Lieferumfang: Camera, Halterung (Stand, Wand), Netzstecker, Verlängerungskabel, LAN-Kabel
  • Voraussetzung: gigaset elements Starter Kit, Internetverbindung

Inbetriebnahme

Nachdem ihr euer gigaset elements in Betrieb genommen habt könnt ihr über die Benutzeroberfläche in der „Systemübersicht“ eine neue Kamera hinzufügen. Wählt hier für einfach „Hinzufügen +“ und geht dann auf den gesonderten Punkt „Camera“. Es folgt eine kurze Reihe von Anweisungen, die euch helfen die Kamera mit eurer Base zu verbinden. Zunächst müsst ihr die Kamera mit dem mitgelieferten LAN-Kabel mit dem Router verbinden und könnt während der Installation das Ganze dann auf WLAN umstellen und das LAN-Kabel wieder entfernen. Nach erfolgreicher Verbindung mit eurem Router erscheint die Kamera in der Systemübersicht der gigaset elements-App auf dem Smartphone. Ebenfalls in der Systemübersicht habt ihr nun die Möglichkeit Einstellungen der Kamera vorzunehmen. Hier könnt ihr einen Namen vergeben oder z.B. nachträglich das WLAN einrichten. Platziert die Kamera an einem Ort eurer Wahl. Mit der mitgelieferten Halterung könnt ihr die Kamera entweder hinstellen oder an einer Wand befestigen. Alles was ihr nun noch benötigt ist eine Steckdose zur Stromversorgung. Aber auch hier hat gigaset mitgedacht, denn sie liefern direkt noch ein Verlängerungskabel zur Stromversorgung mit. Eine kleine LED (rot/grün) zeigt euch den aktuellen ON/OFF-Verbindungsstatus eurer Kamera mit dem Internet an.

Alles im Blick

In der Gesamtübersicht „Zu Hause“ habt ihr die Möglichkeit die Kamera auszuwählen und euch einen aktuellen Eindruck vom Geschehen zu verschaffen. Mit einer Ausleuchtungsweite von bis zu 15 m und einem 80°(H)/45°(V)-Blickwinkel schafft die Kamera eine ordentliche Sicht bei Tag und Nacht. Die Bildqualität ist für mein Empfinden eher durchschnittlich, dafür wird aber zusätzlich noch eine Audiospur übertragen, die den visuellen Eindruck noch einmal unterstützt. Die Videoübertragung ist leicht verzögert, läuft aber flüssig und ruckelfrei.

Zusätzliche Sicherheit

Die elements Camera bietet seinen Anwendern eine ordentliche Portion zusätzliche Kontrolle und Sicherheit und denkt neben den anderen erhältlichen Modulen nun noch die visuelle Überwachung ab. Nun kann man sich jeder Zeit mit einer Live-Übertragung davon überzeugen, dass zu Hause alles in Ordnung ist und im Notfall schnell eingreifen und Hilfe rufen. Das funktioniert übrigens nicht nur aus der App heraus, sondern sinnvoller Weise auch per Webinterface im Browser.

Mögliche Zielgruppen

Auch für Haustierbesitzer dürfte die Camera ein deutlicher Mehrgewinn sein, da sie ihr geliebtes Tier nun permanent im Blick haben können, wenn sie mal das Haus verlassen. Auch wir benutzen zur Überwachung unseres Hundes – bereits seit fast zwei Jahren – eine WLAN-Kamera. So sind wir immer auf dem aktuellen Stand, ob es Maya gut geht oder ob wir doch einmal verfrüht nach Hause kommen müssen, weil irgendetwas nicht stimmt. Den pelzigen Freund per Kamera im Blick zu haben beruhigt ungemein, wenn es mal nicht anders geht und man alleine das Haus verlassen muss. Ich kann mir auch vorstellen, dass man gigaset elements als Baby-Monitor/Baby-Fon einsetzen kann. Die Einsatzmöglichkeiten des gesamten Überwachungssystems scheinen insgesamt extrem vielfältig. Allerdings müsste Gigaset meiner Meinung nach noch ein paar Funktionen nachrüsten.

Freemium-Model

Der Funktionsumfang der Kamera lässt sich über die Zubuchung eines Paketes (je nach Auswahl 9 – 45 EUR/Jahr) erweitern. Beim Kauf des Camera-Moduls erwirbt man automatisch das „Freemium“-Paket mit den Grundfunktionen. Während man im Freemium-Paket lediglich die Möglichkeit hat sich in einen Live-Stream einzuklinken, speichert die Kamera beim Saftey-Model beispielsweise automatisch 5-minütige Videosequenzen in der Cloud, wenn ein Einbruch-Verdacht vorliegt. Den genauen Leistungsumfang der einzelnen Pakete könnt ihr der folgenden Auflistung entnehmen.

Die Pakete im Überblick

gigaset_elements_camera_packages

Kleine Schwächen

Was ich vermisse ist die Möglichkeit der Fernsteuerung der Kamera. Unser bisheriges WLAN-Kamera-Model z.B. lässt sich fernsteuern. Wir können somit den Blickwinkel selbst bestimmen und nach Bedarf verändern. Wir haben auch die Möglichkeit einen Raum visuell abzusuchen und können auf Patrouillie gehen. Auch vermisse ich Screenshots. Bei Alarm-Warnungen hätte ich mir in der Freemium-Version ein Standbild der aktuellen Situation gewünscht, die den Alarm ausgelöst hat. Wichtig, vor allem für den Einsatz bei der Haustier- oder Baby-Überwachung, fände ich das Auslösen eines Alarms bei einer bestimmten Lautstärke im Raum. Unsere bisherige WLAN-Kamera hat neben eines Bewegungsmelders auch einen Audioalarm, den ich persönlich sehr schätze.

Der für mich Größte Haken an der gigaset elements camera ist, dass sie 24/7 auf Sendung ist. Wir haben die Kamera aktuell im Wohnzimmer stehen und ich fühle mich doch sehr beobachtet – ganz abgesehen davon, dass sie durch ihren Dauereinsatz natürlich unnötig Strom verbraucht. Ich würde mir wünschen, dass sich die Kamera in einen Standby-Modus schalten lässt, wenn wir zu Hause sind und erst wieder online geht, wenn wir das Haus verlassen oder ich sie manuell online schalte.

Fazit

Gigaset elements bietet mit der Erweiterung „Camera“ eine Echtzeit-Video-Übertragung von Zuhause auf das Smartphone oder den Laptop an. Mit ihrer Größe ist die Kamera recht auffällig und kaum übersehbar. Im Vergleich zu den anderen gigaset elements Modulen, finde ich die Kamera optisch insgesamt nur wenig ansprechend. Die Kamera ist ausschließlich für den Gebrauch in Räumen gedacht und für einen Einsatz im Freien nicht geeignet. Ton- und Bildqualität sind durchschnittlich – Nachtaufnahmen sind deutlich schärfer und weniger verpixelt als Aufnahmen am Tag. Das Paket-Model und die Tatsache, dass man die Funktionen für Geld erweitern kann, finde ich grundsätzlich vollkommen in Ordnung und die Preise sind erschwinglich. Jedoch würde ich mir 1–2 Funktionen mehr im Freemium-Model wünschen (wie z.B. Screenshots oder ein Audio-Alarm, wenn laute Geräusche im Raum zu hören sind). Die Kamera selbst arbeitet leise und ist nicht hörbar. Insgesamt läuft sie sehr stabil und ist per App und Browser zuverlässig erreichbar und sendet ein flüssiges Live-Video.

Gigaset zeigt großes Engagement bei der Weiterentwicklung der gigaset elements Reihe. Sicherlich wird es in naher Zukunft noch weitere spannende Module und zusätzliche Funktionen geben. Für Dezember ist ein neues Update angekündigt – man darf also gespannt sein. Das Modul Camera ist auf jeden Fall eine sinnvolle Erweiterung des Alarmsystems und eine interessante Neuerung – wenn auch noch mit kleinen Schwächen.

Shopping

Wer selbst einmal mit der Gigaset-Reihe experimentieren möchte und sein Zuhause sicherer gestalten möchte, kann das Gigaset elements Starter Kit für 144 EUR bei Amazon kaufen. Die hier beschriebene zusätzliche Erweiterung „Camera“ kostet bei Amazon in der Freemium Version aktuell 116 EUR – die Leistungspakete sind ab Dezember erhältlich.

Ich bedanke mich beim Hersteller für die Bereitstellung des Testmusters. Informationen zu ethischen Grundsätzen.