Instar IN-6014HD

Videoüberwachung zum Einbruchschutz?

Die IN-6014HD von INSTAR ist eine IP Kamera mit allerlei praktischen Funktionen. Die Einsatzzwecke sind vielfältig. Der Haupteinsatzzweck ist der Einbruchschutz, der gerade in der heutigen Zeit leider immer wichtiger wird. Doch auch in Punkto Haustierüberwachung oder als Babyfon-Ersatz, kommen Besitzer der IN-6014HD voll auf ihre Kosten.

Ich hatte bereits mehrere Systeme zum Einbruchschutz in der Wohnung installiert. Besonders angetan war ich vom Gigaset Elements, das mich nachhaltig durch die vielen Elemente, die man überall in der Wohnung installieren kann, überzeugt. Die IN-6014HD beschränkt sich auf die Überwachung eines einzigen Raumes (ebenfalls ausschließlich Inneneinsatz!) – aber das macht sie wirklich überzeugend.

Lieferumfang

  • INSTAR 6014 HD WLAN-Kamera
  • 4GB SD-Karte
  • Antenne
  • Wandhalterung & Schrauben/Dübel
  • Netzteil
  • LAN-Kabel
  • CD mit Software
  • Anleitung

Installation

Schraubt die mitgelieferte Antenne in die entsprechende Antennen-Buchse und verbindet die Kamera über das Netzteil mit dem Strom. Am Netzteil sollte nun eine kleine LED leuchten – auch an der Kamera sollte eine LED zu erkennen sein, die euch den aktuellen Verbindungsstatus anzeigt.

Bevor ihr euch für einen Standort der Kamera entscheidet, solltet ihr sie einrichten und mit dem WLAN verbinden. Falls euer Router über eine WPS-Taste verfügt, ist die Einrichtung in wenigen Sekunden abgefrühstückt und eure Kamera ist schnell im WLAN und über die Software bzw. die vom Router zugewiesene IP erreichbar. Andernfalls muss die Kamera kurzzeitig mit dem mitgelieferten Netzwerkkabel mit dem Router verbunden werden. Die genauen Schritte werden in der Anleitung gut und verständlich erklärt.

TIPP: Auch die “Ich brauche keine Anleitung”-Cracks unter euch sollten einen Blick in die Anleitung werfen. Ich bin zwar auch immer ein Freund von Dingen, die ohne Anleitung selbsterklärend sind, aber in diesem Fall kommt man nicht ganz drum herum. Für eine problemlose Übertragung der Livebilder müssen im Router drei Ports freigegeben werden. Ich hab ganz schön blöd geguckt, als ich keinen Zugriff auf die Kamera hatte, obwohl ich mir sicher war, dass sie im WLAN sein müsste. Die genauen Ports findet ihr in der Anleitung.

Ist die Kamera mit dem WLAN verbunden, sind euch fast keine Grenzen bei der Platzierung der Kamera gesetzt. Ihr könnt sie einfach irgendwo hinstellen oder sie mit der mitgelieferten Wandhalterung an jedem Ort in der Wohnung befestigen. Ihr müsst lediglich darauf achten, dass eine Steckdose für die Stromversorgung in der Nähe ist. Die Reichweite des WiFi-Empfangs ist bereits gut – ggf. kann die Reichweite mit einem Repeater noch erhöht werden.

TIPP: Es gibt mittlerweile ein Update, das ggf. bei Auslieferungszustand noch nicht installiert ist. Überprüft dies unbedingt direkt zu Anfang und installiert die neuste Firmware über den Webbrowser. Macht ihr dies nicht, fehlen euch unter Umständen Funktionen oder die Kamera funktioniert nicht richtig. Für das Update müsst ihr im Webinterface einfach auf Software klicken. Der Rest erklärt sich von selbst.

Praktisch ist, dass ihr euch nicht um einen DDNS kümmern müsst. Dies ist bereits vom Hersteller gemacht worden. Die Kamera ist nach der Anbindung ans Internet also direkt Online abrufbar. Wie die genaue Adresse lautet, erfahrt ihr unter dem Menüpunkt “Netzwerk > DDNS”. Alternativ könnt ihr aber auch einen individuellen DDNS einrichten.

Einstellungen

Im Webinterface könnt ihr neben den Netzwerk- und Alarmeinstellungen auch noch die Bild- und Videoeinstellungen bearbeiten: Bildqualität, Helligkeit und die Bildschärfe können verändert werden. Auch könnt ihr Details zum Videostream anpassen und beispielsweise die Framerate oder die Auflösung anpassen. Die Infrarotlampe lässt sich im Menu auf Automatik oder permanent an/aus stellen. Ich habe zunächst alles auf den Standardwerten gelassen und auch nach mehreren Monaten Nutzung nur minimal verändert.

Bild

Die Kamera ist fernsteuerbar. Ihr könnt sie also auch aus der Ferne in alle Richtungen schwenken lassen. Die IN-6014HD ermöglicht eine fast lückenlose Überwachung von Räumen. Der Blickwinkel dabei beträgt 90° bei einer Nachtsichtweite von bis zu 12m. Der WDR CMOS Bildsensor liefert dabei gute Ergebnisse. Bei guten Lichtverhältnissen ist die Bildqualität überzeugend und stellenweise gestochen scharf – beim Einsatz der IR-Lampen muss man natürlich Abstriche machen.

Browser und App

Sowohl über den Browser, als auch mittels App (z. B. die InStarVision App, die es mittlerweile für die meisten Geräte gibt) könnt ihr auf den Livestream der Kamera zugreifen. Ihr könnt die Kamera dort außerdem in alle Richtungen schwenken, eine Audioübertragung (übrigens in beide Richtungen – also Hören und Sprechen) einschalten oder die IR-Lampen ein- und ausschalten. Ihr könnt bis zu drei Benutzer anlegen, die unterschiedliche Zugriffsrechte haben. Einloggen kann man sich dann mit dem individuell vergebenen Benutzernamen und dem Kennwort. Auch der Einsatz von mehreren Kameras ist denkbar und soll problemlos funktionieren. Das konnte ich allerdings nicht testen.

Alarm, Alarm!

Natürlich macht die Überwachung per IP-Kamera nur dann Sinn, wenn die Kamera soweit “intelligent” ist, dass sie Bewegung und/oder Geräusche erkennt und euch unverzüglich darüber informiert. Genau dies macht die Kamera – und das sehr zuverlässig.

Die Bedingungen für den Alarm könnt ihr im Menu genau festlegen. Ihr könnt bis zu vier Alarm-Zonen (siehe Screens oben) flexibel definieren und alle oder einzelne Bereiche aktivieren. Ihr könnt beispielsweise auch nur eine Zone für den gesamten Bildbereich aktivieren. Per PIR Sensor erkennt die Kamera dann Bewegungen in den aktivierten Bereichen und der Alarm wird ausgelöst.

Ihr bestimmt außerdem, was im Alarm-Fall passieren soll. Die Kamera kann euch Screenshots und Videos per Mail senden, auf einen FTP-Server hochladen und auf der mitgelieferten SD-Karte speichern (auf die ihr auch online zugreifen könnt). Interessant ist an dieser Stelle, dass die Kamera – Dank Puffer – in der Lage ist ein Video bereits VOR Auslösung des Alarms aufzuzeichnen und abzuspeichern. An einem kurzen Video von Maya lässt sich das sehr gut demonstrieren. Der Alarm wird durch ihre Bewegung ausgelöst – die Aufnahme startet aber bereits vorher. Im Ernstfall bekommt der Einbrecher übrigens nichts von der Aufzeichnung mit (solange ihr bei Alarmauslösung kein akustisches Warnsignal ausführt).

Optional könnt ihr euch zusätzlich per Pushnachricht auf dem Smartphone/Tablet benachrichtigen lassen. Wem das noch nicht reicht, der könnte – wie oben erwähnt – einen Alarmton abspielen lassen, der vielleicht einen Einbrecher abschrecken könnte. Weiter ist die Kamera in der Lage Geräusche zu erkennen. Auch hier werdet ihr informiert, wenn der Alarm ausgelöst wird, weil der Lautstärkepegel angestiegen ist. Bei einer Videoaufzeichnung wird übrigens automatisch eine Tonspur mit aufgenommen.

Die Empfindlichkeit lässt sich ebenfalls im Menü einstellen. Da ich die Kamera auch dafür nutze meinen Hund zu beobachten, habe ich die Empfindlichkeit auf niedrig gestellt. Bei einer hohen Empfindlichkeits-Einstellung wird der Alarm quasi bei jedem Augenzwinkern von Maya ausgelöst. Mir genügt daher das Auslösen des Alarms bei aktiver Bewegung.

Zusätzlich könnt ihr noch ein Zeitfenster definieren, in dem die Kamera aktiviert ist. Ihr könnt die Kamera so beispielsweise ausschließlich während der Nacht aktivieren oder während ihr bei der Arbeit seid. Das Ganze funktioniert wochentag- und uhrzeitgenau, so dass ihr einen ganz detailierten 24/7 Zeitplan aufstellen könnt. Natürlich könnt ihr auch einfach den kompletten Bildbereich rund um die Uhr überwachen.

Fazit

Die Kamera ist schnell und einfach installiert und lässt sich flexibel in der Wohnung platzieren. Die mitgelieferte Wandhalterung ermöglicht auch eine Platzierung an der Wand bzw. der Decke. Dank WLAN und einer ordentlichen Reichweite könnt ihr die Kamera an vielen Orten in der Wohnung platzieren. In unserer 2ZKB-Wohnung haben wir überall Empfang und die Kamera arbeitet in jedem Zimmer zuverlässig. Auch hatten wir die Kamera bereits im Kurzurlaub dabei. Hier haben wir die Kamera via DLAN mit dem Internet vor Ort verbunden – auch das funktionierte sofort problemlos!

Ein bisschen nervenaufreibend ist, dass die Zugriffszeit auf den Livestream via App etwas Zeit in Anspruch nimmt. Häufig kam es bei uns zu einer “No Connection” Meldung und man muss es mehrfach versuchen. Ist man dann allerdings im Stream, ist die Übertragung flüssig und stabil und läuft fast verzögerungsfrei. Ich nutze sehr gerne die Funktion mir Screenshots per Mail zusenden zu lassen. Kommt mir etwas komisch vor, logge ich mich ein und schaue auf der SD Karte nach den aufgezeichneten Videos. In Kombination mit der Pushbenachrichtigung ist dies für mich eine ausreichende Absicherung.

Die vielfältigen Möglichkeiten den Alarm zu definieren sind super und erweisen sich im Alltag als sehr praktisch. Man kann verschiedene Zonen mit unterschiedlichen Empfindlichkeiten festlegen und einen genauen Zeitplan erstellen. Außerdem lässt sich die Empfindlichkeit für den Bewegungs- und auch den Akustikmelder definieren und an individuelle Ansprüche anpassen.

Besonders hervorheben möchte ich an dieser Stelle, dass das Schwenken der Kamera sehr leise ist. Ich hatte bereits eine IP-Cam aus China, die bei Bewegung recht laut war. Das Schwenken der IN-6014HD kann man wirklich nur bei genauem Hinhören wahrnehmen.

Für den privaten Gebrauch ist die Bildqualität überzeugend. Je besser die Lichtverhältnisse sind, desto besser sind die Kamera Ergebnisse – aber auch bei schlechten Lichtverhältnissen liefert die Kamera noch brauchbares Material!

Ich sehe den Einsatzzweck der Kamera vorwiegend im privaten Bereich. Jeder, der nach einer zuverlässigen Überwachungskamera sucht, ein modernes Babyfon haben möchte oder einfach darüber informiert sein möchte, was Hund oder Katze zu Hause so treiben, kann bei dieser Kamera bedenkenlos zugreifen. Sie ist äußerst benutzerfreundlich und erfüllt ihren Zweck sehr zufriedenstellend. Verbesserungswürdig ist meiner Meinung nach aktuell lediglich die Optik von Webinterface und App.

ACHTUNG! Ich möchte an dieser Stelle noch darauf hinweisen, dass die Kamera keine Einbruch-Abschreckung darstellt, sondern lediglich dazu beiträgt, dass ein Täter ggf. überführt oder bei der Tat gestört werden kann. Der sicherste Einbruchschutz ist immer noch Fenster und Türen richtig zu verschließen und wachsame Nachbarn zu haben…!

Shopping

Die IN-6014HD von INSTAR gibt es in den Varianten Schwarz und Weiß. Klar – mit 175€ spielt die Kamera bereits in der höheren Preisklasse bei der privaten Haus-/Wohnungsüberwachung mit und kann mit billig IP-Kameras aus China preislich nicht mithalten. Allerdings bekommt man hier ein gutes Produkt und vernünftigen deutschsprachigen Service. Wer wirklich Interesse an einer zuverlässigen IP Kamera hat, sollte bereit sein ein paar Euro mehr zu investieren. Etwas preiswerter und genauso empfehlenswert ist die von Christopher getestete Foscam IP-Kamera.

Ich bedanke mich beim Hersteller für die Bereitstellung des Testmusters. Informationen zu ethischen Grundsätzen.