Kingston HyperX Cloud Revolver

Ich bin immer noch auf der Suche nach dem perfekten Headset und ich habe wieder mal ein Gadget im Test.  Der Speicherhersteller Kingston vertreibt laut eigenen Angaben unter dem Namen HyperX eine Hochleistungsproduktlinie zu der auch das Gaming-Headset Cloud Revolver gehört und ich durfte es ausprobieren.

Erster Eindruck

Das Multiplattform-Headset erreicht mich in einem sehr schönen Karton, bei dem die rote Kontrastfarben das schwarze Design etwas aggressiv oder kampflustig wirken lässt. Was nicht das schlechteste Signal für den kompetitiven Gamer sein dürfte. Lustigerweise ist das für mich jetzt das dritte Headset nacheinander mit einer Verpackung mit dieser Farbwahl. Noch nie habe ich eine Zertifizierung für Teamspeak gesehen, daher fällt mir das Label um so stärker auf. Das HypesX wird aber auch mit der Kompatibilität zu Discord, Skype, Ventrilo, Mumble und Raidcall beworben.

Die Verpackung wirbt mit Raumklang in Studioqualität, Memoryschaum, einem langlebigen Stahlrahmen und Rauschunterdrückung für das Mikrofon. Eingebettet in viel, passgenau zugeschnittenem, weichem Schaumstoff präsentiert sich das Headset. Es ist mit rund 380 g kein Leichtgewicht, fühlt sich aber gar nicht so schwer an, als ich es heraushebe. Der kalte Stahl und das weiche Kunstleder unterstreichen den kämpferischen Aspekt der Farbgebung auch in der Haptik. Für meinen Geschmack könnte das Headset ruhig etwas weniger archaisch anmuten, aber das ist ja immer Geschmacksache. Mir gefällt das Headset insgesamt trotzdem sehr gut.

Ergonomie & Komfort

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Wirklich einzigartig unter den Gaming-Headsets ist der Federbügel mit dem gepolsterten Kopfband beim Cloud Revolver. Dieser Bügel hängt flexibel unter dem stabilen Stahlband und passt sich völlig eigenständig an den Kopf an. Es ist keine Anpassung von einschiebbaren Rasterungen notwendig, wie es sonst an Gaming-Headsets üblich ist. Bekannt ist diese Art der Aufhängung hauptsächlich durch Studiokopfhörer, vor allem Profi-Geräte von AKG haben diese Bauform geprägt. Doch gerade die Umsetzung beim HyperX hat auch Nachteile.

Einerseits ist es durch den harten Stahl sehr unbequem das Headset selbst für einen kurzen Moment in den Nacken zu schieben, wenn man den Kopfhörer absetzen möchte. Stattdessen nimmt man ihn lieber gleich ganz ab. Anderseits schwingt der Stahl mit einem lauten Ton wie eine tiefe Stimmgabel, wenn man zufällig daran kommt. Egal ob man den Rahmen berührt wegen eines frustrierten Facepalms oder man nur eine Ohrmuschel korrigiert oder sich grübelnd am Kopf kratzt, es wird immer von einem blechernem „Doing“ an die Ohren übertragen. Es kommt sicherlich nicht extrem häufig vor, aber wenn es passiert, dann ist es wirklich störend. Außerdem hätte HyperX hier durch den Einsatz von hochwertigem und stabilen Kunststoff vermutlich auch noch etwas Gewicht sparen können. Trotzdem sitzt das Headset angenehm auf dem Kopf.

Die extrem weiche und trotzdem stabile Polsterung aus Memoryschaum ist wirklich hervorragend. Auch der verwendete Kunstlederüberzug ist sehr angenehm, lediglich an warmen Sommertagen wird es durch die Oberfläche etwas warm und schwitzig darunter. Allerdings saugt das Material sich dann auch nicht voll und bietet durch die tolle Passform ein wenig mehr Schutz vor Außengeräuschen als Alternativen aus Stoff oder Velours. Das HyperX Cloud Revolver ist zwar nicht das bequemste Headset, dass ich je getragen habe, aber in dem Preissegment, in dem es sich bewegt, ist es allerdings einsame Spitze beim Komfort unter den Modellen, die ich bisher testen durfte.

Klang

Der Schriftzug „Pro Gaming Headset“ auf der Verpackung erregte meine Aufmerksamkeit, damit bezieht sich der Hersteller vermutlich auf den angepriesenen Raumklang in Studioqualität. Natürlich handelt es sich bei dem Cloud Revolver um ein Stereoheadset mit dynamischen 50 mm Treibern mit Neodom-Magneten und der Raumklang wird, wie bei den meisten Headsets üblich virtuell erzeugt. Dieses Verfahren ist meiner Erfahrung nach tatsächlich auch deutlich angenehmer und präziser als die Verwendung von einer Vielzahl von Lautsprechern in jeder Ohrmuschel.

Der Klang ist tatsächlich sehr gut abgestimmt und die Soundkulisse ist sowohl bei Spielen, Musik oder Filmen immer sehr präzise und druckvoll ohne zu übersteuern. Die ohrumschließenden Muscheln haben eine geschlossene Bauform, also dringen die Sounds nicht so stark nach außen und die Umgebungsgeräusche werden abgeschirmt. Gerade für Steamer oder Podcaster ist das ein Vorteil, da auch an das abnehmbare Mikrofon die Wiedergabe nicht zu einem Echo führt, auch wenn die Lautstärke voll aufgedreht ist. Zudem funktioniert in allen meinen Tests die Rauschunterdrückung des Mikrofons erstklassig und selbst zum Streamen ist das Mikrofon unvorstellbar gut geeignet, was ich absolut nicht im Vorfeld erwartet hätte.

Technische Spezifikationen

Kopfhörer

  • Treiber: dynamisch, 50 mm, mit Neodym-Magneten
  • Typ: ohrumschließend, geschlossen
  • Frequenzbereich: 12–28.000 Hz
  • Impedanz: 30 Ω
  • Schalldruckpegel: 104,5 dB SPL/mW bei 1 kHz
  • Klirrfaktor (THD): < 2%
  • Eingangsleistung: Nennleistung 30 mW, maximal 500 mW
  • Gewicht: 360 g
  • Gewicht mit Mikrofon: 376 g
  • Kabellänge und -typ: Headset (1 m) + Audio-Steuerbox (2 m)
  • Anschluss: Headset – 3,5-mm-Klinkenstecker (4-polig) + Audio-Steuerbox – 3,5-mm- Klinkenstecker für Ton und Mikrofon

Mikrofon

  • Typ: Elektret-Kondensatormikrofon
  • Richtcharakteristik: unidirektional, Rauschunterdrückung
  • Frequenzbereich: 50–18.000 Hz
  • Empfindlichkeit: -40 dBV (0 dB = 1 V/Pa, 1 kHz)

Features

Im Lieferumfang enthalten sind neben dem HyperX Cloud Revolver Headset das abnehmbare Mikrofon und die Audio-Steuerbox zum Einsatz am PC. An der Steuerbox lässt sich die Lautstärke des Kopfhörers regeln und bei Bedarf das Mikrofon stummschalten. Tatsächlich muss ich zugeben, dass mir die als Konsolenspieler diese Features absolut gefehlt haben. In diesem Punkt kann sich das Cloud Revolver bei einer möglichen zukünftigen Revision durchaus noch etwas vom Creative Sound BlasterX H5 abschauen.

Fazit

Das HyperX Cloud Revolver ist ein äußerst bequemes und klanglich hervorragend abgestimmtes Gaming-Headset, dass sowohl beim Zocken selbst aber auch beim Streamen der Spiele wirklich Spaß macht. Lediglich die nicht drehbaren Ohrmuscheln und die fehlende Lautstärke- bzw. Mikrofonsteuerung beim Einsatz an der Konsole sind für mich Kritikpunkte. Die Vor- und Nachteile von hochwertigem Kunstleder oder der geschlossenen Bauform muss jeder für sich selbst abwägen. Das Gaming-Headset von Hyper bekommt von mir auf jeden Fall eine absolute Kaufempfehlung und ist ein Preistip für alle Streamer, die kein separates Mikrofon einsetzen möchten oder können. Bei einem aktuellen Preis von rund 120,- € bei Amazon bekommt man ein sehr gut abgestimmtes Gesamtpaket. Wer ein noch aufregenderes Headset haben möchte, kann auch zum extra für Xbox One und PC lizensiertem HyperX CloudX Revolver Gears of War Modell zum Listenpreis für 139,99 € greifen.

Ich bedanke mich beim Hersteller für die Bereitstellung des Testmusters.
Informationen zu ethischen Grundsätzen.