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Lego Marvel Avengers

Ich wusste bis dato gar nicht, dass es tatsächlich so viele Marvel Superhelden gibt. Lego Marvel Avengers klärt mich darüber sehr schnell auf und schickt über 200 Charaktere ins Rennen, mit denen man später gemütlich durch Manhattan schlendern und gute Taten vollbringen kann. Vielleicht ist es eher suboptimal, dass ich als nicht besonders großer Marvel Fan über dieses Spiel berichte – eine klare Meinung dazu habe ich aber trotzdem…

Lego Marvel Avengers bietet neben der eigentlichen Story Kampagne große Open World Areale, durch die ihr ganz gemütlich laufen, fahren oder fliegen könnt. Sowohl die Story, als auch die Nebenquests sind vertont und die meisten Videosequenzen lohnen sich anzuschauen. Insgesamt bietet das Spiel wirklich viel Raum, sich in den Aufgaben und Möglichkeiten zu verlieren.

Der Story Modus richtet sich aber vor allem an Kenner des Marvel Imperiums und basiert hauptsächlich auf den Avengers Filmen. Wer sich – wie ich – nur sporadisch mit den Geschichten auseinandersetzt, wird von der Story vermutlich irritiert und wenig angetan sein. Mir sagen die meisten Helden gar nichts und ich finde einige Elemente wie z.B. die Shield Basis sehr verwirrend. Aber genau das macht das ganze Spiel auch wieder sehr reizvoll, denn ich entdecke das Marvel Imperium immer mehr und lerne neue Superhelden und ihre Fähigkeiten kennen, in dem ich durch die Gegend laufe und einfach ausprobiere. Ich erfahre quasi am eigenen Leib, wer die einzelnen Helden sind und was sie drauf haben… das ist schon ziemlich cool!

Gameplay

Lego bleibt beim Gameplay seiner bisherigen Linie treu. Es gibt eigentlich nichts wirklich überraschendes: ihr lauft durch die Gegend, absolviert 15 Missionen der Kampagne und vermöbelt dabei alles, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Auf euren Touren sammelt ihr Unmengen an Lego-Studs ein, für die ihr euch weitere Charaktere, Kostüme und Cheats kaufen könnt. Ihr spielt alleine oder im Koop-Modus und könnt während des Spiels Charaktere wechseln wie eure Unterhosen.

Die Level in der Kampagne waren für mich stellenweise unübersichtlich und dadurch sehr langatmig. An vielen Stellen habe ich viel zu kompliziert gedacht und vergeblich nach der Lösung gesucht. Manchmal musste ich tatsächlich in einem Walk Trough nach der Lösung schauen, weil es einfach nicht weiter ging. Zu meinem Entsetzen war des Rätsels Lösung dann aber meist ganz einfach. Vielleicht sind die entsprechenden Szenen für eingefleischte Lego-Fans eindeutiger. Meinen Spielspaß hat es in der Kampagne jedenfalls oft ein wenig gedämmt, so dass ich zum Schluss fast ausschließlich in Manhattan rumgelaufen bin und die Nebenquests gelöst habe. Insgesamt gibt es eher wenig Rätsel und der Schwerpunkt liegt ganz stark auf Kämpfen, die ich persönlich aber irgendwann recht ermüdend fand, da ich eigentlich permanent nur ein und den selben Knopf drücken muss…

Das Leveldesign ist ansonsten aber wieder wirklich sehr nett gemacht. Die Landschaftsgestaltung ist liebevoll und erstaunlich detailiert. Für meinen Geschmack waren es aber schlussendlich zu viele und zu lange Videosequenzen, die das Ganze künstlich sehr hinausgezögert haben. Die eigentliche Kampagne sollte sich locker in ca. 10 Stunden durchspielen lassen.

Sammelfaktor

Wieder einmal steht der Sammelfaktor ganz deutlich im Mittelpunkt. Um alle Nebenquests lösen zu können, muss ich zu einem späteren Zeitpunkt mit anderen Helden noch einmal wiederkommen. Jeder Charakter hat nämlich seine eigene Spezialfähigkeit. Um wirklich alle Nebenquests lösen zu können, braucht ihr also einen großen Fuhrpark an Helden & Schurken: Captain America kann beispielsweise mit seinem Schild Schalter aktivieren, mit Thor kann man über die City fliegen und Squirrel Girl schmeißt lustige kleine Eichhörnchen auf den Gegner und löst bei mir immer großes Kichern aus, weil ich diesen Charakter bisher z.B. überhaupt noch nicht kannte.

Bei Leuten wie mir, zieht die „Sammelsache“ wirklich immer sehr gut, da es mir Spaß macht und langfristig motiviert. Ich bin ein Kind der Pokemon-Generation und wurde monatelang in der Werbung mit den Worten „Schnapp sie dir alle“ beschallt – das ist irgendwie eingebrannt in mein Hirn. Mir war bisher nicht bewusst, dass es so viele Marvel Helden gibt und ich finde es interessant sie durch das Spiel alle kennenlernen zu können.

Open World

Unabhängig davon, ob ich ein Fan oder ein Marvel Noob bin: die Open World Szenerie ist einfach großartig. Völlig frei kann man riesen große Areale erkunden, einfach mal über den Broadway laufen oder vor der Freiheitsstatue posieren und einen Screenshot machen. Ein bisschen wie in GTA kann ich Leute auf der Straße verprügeln oder sie aus ihren Autos schmeißen und diese an mich reißen. So kann ich mit nahezu allen Fahrzeugen durch die City cruisen. In Nebenquests wie z.B. Auto- oder Flugrennen, habe ich zusätzlich die Möglichkeit weitere Fahrzeuge wie Autos, Motorräder oder sogar Hubschrauber freizuschalten. Permanent kann ich meine Superhelden switchen und so von den jeweiligen Spezialfähigkeiten Gebrauch machen. Manchmal muss ich Dinge einsammeln, manchmal Schurken verprügeln und manchmal muss ich einfach nur eine Tür öffnen um an einen Legostein zu gelangen.

Mir sind in der Open World nahezu keine Grenzen gesetzt, was mich wirklich nachhaltig begeistert. Um alle Helden freizuschalten, kann man hier wirklich unzählige Stunden verbringen.

Fazit

Mit dem Gameplay von Lego Marvel Avengers haben die Entwickler das Rad definitiv nicht neu erfunden. Im Prinzip unterscheidet sich das Gameplay überhaupt nicht von älteren Lego Spielen – aber genau das macht vielleicht auch einfach den Charme der Lego Reihe aus.

Wie ihr aus meinem Bericht herauslesen könnt, bin ich kein eingefleischter Marvel Fan. Ich mag es mir kaum anmaßen etwas über die Umsetzung der Story oder der Helden zu sagen. Dafür weiß ich einfach zu wenig darüber. Was ich jedoch guten Gewissens sagen kann ist, dass Lego Marvel Avengers wirklich ein Spiel ist, das man sich mal anschauen sollte und das definitiv auch Marvel Noobs begeistern kann.

Mir persönlich hat die Open World deutlich mehr Spaß gemacht, als die Kampagne. Ich habe letztendlich auch deutlich mehr Stunden in Manhattan verbracht, als ich die eigentliche Story gespielt habe. Mag sein, dass das daran liegt, dass ich die Superhelden-Story eben nicht so verinnerlicht habe, wie eingefleischte Fans und vieles für mich einfach an den Haaren herbeigezogenes Superhelden-Blabla war. Vielleicht lag es aber auch einfach an der wirklich grandiosen Umsetzung von NYC und den vielfältigen Möglichkeiten, die sich einem bieten.

Ich fand es jedenfalls unwahrscheinlich toll in der Open World die Superhelden ständig wechseln zu können und die Gebiete auf die unterschiedlichsten Arten zu erkunden. Die Nebenquests boten stellenweise interessante Herausforderungen und der Sammelfaktor der Helden war für mich wirklich groß. Die einzelnen Charaktere und ihre Fähigkeiten eigenständig entdecken zu können, hat wirklich Spaß gemacht und mich mehr als einmal zum Schmunzeln gebracht.

Ich glaube das Lego Marvel Avengers ein zeitloser Klassiker ist, der vor allem aufgrund des großartigen Open World Gameplays eine große Anhängerschaft finden wird. Von mir gibt es für das Spiel eine klare Spielempfehlung – nicht nur für Marvel Anhänger!

Mich interessiert deine Meinung

Du bist ein eingefleischter Marvel Fan? Mich interessiert was du über das Spiel denkst: hinterlasse deine Meinung zur Umsetzung der Story bzw. des Games gerne als ergänzenden Kommentar unter diesem Beitrag.

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Lego Marvel Avengers kostet in der Playstation 4 Variante aktuell rund 55 € bei Amazon. Das Spiel ist auch erhältlich für Wii U, Xbox, Steam und den Computer.

Getestet auf der Playstation 4.

Ich bedanke mich beim Hersteller für die Bereitstellung des Testmusters. Informationen zu ethischen Grundsätzen.

Von Nancy Stickel

Mein Beruf ist die Mediengestaltung, meine Passion ist das Spielen!
Wenn ich nicht gerade mit meiner Hündin die Welt erkunde, beschäftige ich mich liebend gern mit dem Bespielen von Konsolen und dem Entdecken neuer Gadgets und Spiele.