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Minecraft: Story Mode

Seit mehr als 25 Jahren spiele ich nun Videospiele und (fast) jedes neue Spiel ist auch ein neues Abenteuer. Manche fesselten mich in meiner Kindheit wochen-, wenn nicht sogar monatelang. Andere zogen mich als Erwachsener jahrelang in ihren Bann und ließen mich nicht mehr los. Aber ein Spiel hat es bis heute geschafft von mir nur vollkommenes Unverständnis zu ernten, was mich, wie ich denke, schon fast zu einer Art Außenseiter in der Subkultur der Spieler macht. Ich rede hier von dem Spiel Minecraft.

Minecraft – das große Unbekannte

Minecraft Review 01

Ich habe dieses Spiel bis heute nicht verstanden und kann auch jegliche Erklärungsversuche immer nur mit verständnislosen Blicken beantworten. Ein Spiel das (und an dieser Stelle sei mir verziehen, wenn ich nun mit vollkommener Unwissenheit glänze) aus nichts anderem besteht als Klötzchen aufeinander zu bauen, wie ich es damals noch physisch mit Lego tat, um schlußendlich mit einem (angeblich) geplanten Konstrukt dazustehen, will sich mir einfach nicht erschließen. Weder verstehe ich tiefergehendes Spielprinzip, noch Motivation oder Ziel.

Nun stellt sich natürlich die Frage, warum gerade ich das Spiel „Minecraft – Story Mode“ unter die Lupe nehme. Die Antwort ist für mich ganz klar, das Spiel ist von Telltale Games. Dieses Entwicklerstudio hat mich in den letzten Jahren mit seinen Spielen immer wieder fesseln können und so habe ich die große Hoffnung, dass mein Spaß an diesen Adventures sich auch in diesem hier wiederfindet, ganz gleich, ob ich von dem eigentlich System dahinter kein Pixel verstehe.

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Klötze mit Geschichte?

Zu Anfang von „Minecraft – Story Mode“ sucht Ihr Euch einen von sechs verschiedenen Charaktermodellen aus, das im nachfolgenden Abenteuer Euer Alter Ego Jesse verkörpert, welcher je nach Modell männlich oder weiblich ist. Zusammen mit euren Freunden Axel, Olivia und eurem treuen Hausschwein Reuben macht Ihr Euch auf den Weg, um an einem großen Bau-Wettbewerb teilzunehmen. Ich vermute, dass das Bauen naheliegenderweise eine der Hauptbeschäftigungen in der Welt von Minecraft ist. Und so versucht Ihr nicht nur im Rahmen dieses Wettbewerbs gut abzuschneiden, nein, Ihr habt auch die Hoffnung Euer großes Idol Gabriel kennenzulernen. Leider lässt das Chaos an dieser Stelle nicht lange auf sich warten und so verirrt sich Reuben im dunklen, Klötzchenwald und wird auch direkt von Zombies attackiert. Zuerst dachte ich an eine Hommage an die große Walking Dead-Reihe von Telltale, jedoch stellte sich, für den Kenner wahrscheinlich von vornherein klar, heraus, dass diese Zombies ganz reguläre Feinde im Minecraft-Universum sind. Im Anschluss geht der Trubel für unsere „Heldengruppe“ natürlich erst richtig los und so führt eins zum anderen und schlussendlich ist die Rettung der ganzen Welt die Aufgabe unserer Protagonisten.

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Gut gebaut?

Wie ich schon anfangs erläuterte, liegt mir die Welt von Minecraft grundsätzlich gar nicht, dennoch fühlte ich mich vom Charme der Charaktere, der Umgebung und der Inszenierung sehr schnell in den Bann gezogen und war recht schnell gefesselt von der Story. Zwingend erforderlich ist es jedoch, sich darauf einzulassen, denn schnell wirkt das Geschehen etwas albern, was mir jedoch immer wieder ein Schmunzeln oder Grinsen entlockte. Leider hielt dieser Zustand nicht lange an. Schnell baute sich Unruhe in mir auf, wenn ich nicht so schnell vorankam, wie ich es wollte. Charaktere wandelten sich immer mehr zu Klischees und das Gameplay machte immer wieder einen eher langatmigen Eindruck. Noch dazu war ich der Geschichte immer ein paar Schritte voraus, so dass mich das soeben Erlebte leider nicht mehr überraschen konnte. Daran konnte auch meine Vorliebe für Telltale nicht darüber hinweg täuschen. Viel eher bin ich der Meinung, dass gerade weil das System Minecraft eben nicht mit einer Story wie Walking Dead oder Game of Thrones aufwarten kann, dies zu der schnelleren Ernüchterung bei mir führte.

Minecraft Review 02

Entwicklertypisch kommt das Spiel in Episoden-Form auf den Markt. Solltet Ihr also die Disc-Version erstehen, so erhaltet Ihr hiermit nur einen Season-Pass und die erste Episode. Alle weiteren Folgen müssen aus dem Online-Store geladen werden.

Die Steuerung gestaltet sich üblich für Telltale in Antwort-, Rätsel- und QuickAction-Passagen, wobei letztere gefühlt einfacher gehalten sind, als bei bisherigen Titeln. Vielleicht ist dies dem Zielpublikum geschuldet, welches ich als eher die jüngere Spielerschaft einordne. Grafisch bleibt das Spiel selbstverständlich auf der Strecke, will es jedoch aber aufgrund der Vorlage nicht anders. Beantwortete Fragen haben auch in diesem Telltale-Spiel Auswirkungen auf den späteren Spielverlauf, wobei ich auch hier nicht die gewohnte Tiefe bisheriger Titel ausmachen konnte.

Ein Minecraft im Grafikstil eines aktuellen Ego-Shooters oder sei es auch nur im aktuellen Adventure-Look würde wohl eher befremdlich wirken und kontraproduktiv sein. Das Spiel spielt sich durchgehend mit englischer Sprachausgabe, begleitet von deutschen Untertiteln, dessen Größe man in drei Schritten bestimmen kann.

Minecraft Review 03

Fazit

„Minecraft – Story Mode“ mag für Fans des Klötzchenbaus vielleicht eine willkommene Abwechslung zum Stapeln sein. Als reiner Adventurefan steht man jedoch leider etwas im Pixelregen. Der Pixelcharme kann zwar anfangs noch begeistern, lässt aber schnell Ernüchterung folgen und die leider fehlende Story der Vorlage tun ihr übrigens. So bleibt „Minecraft – Story Mode“ für mich doch eher ein Spiel der Nische, was dort bestimmt seine Anhänger finden wird.

Minecraft: Story Mode gibt es für die PS4, PS3, Xbox One, Xbox 360, Windows-PC bei Amazon für 36€ bis 50€ sowie im digital Store und für OS X, iOS und Android in den AppStores zu kaufen.

– Getestet wurde die Playstation 4 Version –

Seid Ihr Pixelbauer? Könnt Ihr mit Minecraft etwas anfangen? Was fasziniert Euch daran?

Ich bedanke mich beim Hersteller für die Bereitstellung des Testmusters. Informationen zu ethischen Grundsätzen.

Von Sven Schmidt

Hi, ich bin Sven, Baujahr 81, wohne im Umland des schönen Hamburgs und würde mich wohl selbst Geek nennen. Ich bin Videospiel-addicted seit dem GameBoy, Fan von Apple seit einem iPhone 3G, fasziniert von Gadgets aller Art und bezeichne mich selbst auch gern als Film- und Serienjunkie.

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