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Mittelerde: Schatten des Krieges

Jeder kennt wahrscheinlich die Geschichten über Bilbo und Frodo Beutlin, den beiden Hobbits aus der Feder von J. R. R. Tolkien. Monolith Productions hatte sich bereits in Mittelerde: Mordors Schatten in diesem Universum eingenistet und eine Geschichte rund um den Waldläufer Talion und den Elbenmeisterschmied Celebrimbor gestrickt. Ob Mittelerde: Schatten des Krieges ein würdiger Nachfolger ist und ob es spielerisch hält was es verspricht, darüber werde ich euch in diesem Artikel berichten.

Handlung

Die Handlung von Mittelerde: Schatten des Krieges ist zeitlich zwischen den epischen Geschichten Der Hobbit und der Herr der Ringe angesiedelt und setzt fast direkt im Anschluss von Mittelerde: Mordors Schatten ein. Der Waldläufer Talion ist noch immer mit dem Geist des Ringschmiedes Celebrimbor verbunden, der an der Entstehung der Ringe der Macht beteiligt war. Nun haben Celebrimbor und Talion gemeinsam einen neuen Ring der Macht geschaffen um den dunklen Herrscher Sauron aufzuhalten. Natürlich kommt alles etwas anders als geplant und so geht auch dieser Ring fürs erste Verloren. Die Aufgabe des Duos ist es nun den Ring zu finden und Sauron an seinem Machtaufstieg zu hindern. Die Hauptstory findet eigentlich nur in drei der vier Akte über ca. 40 Missionen in unterschiedlichen Handlungssträngen statt. Wer die große Endsequenz sehen will, muss allerdings mehr Zeit oder Geld investieren um auch den vierten Akt zu beenden. Dazu aber später mehr.

Spielwelt

Wie bereits der Vorgänger, ist Mittelerde: Schatten des Krieges ein Open World Action-Rollenspiel. Ihr kämpft euch durch fünf vegetativ unterschiedliche Gebiete um Sauron einen Strich durch die Rechnung zu machen. Ihr könnt die Welt erkunden, aber auch einfach von Mission zu Mission „hasten“, sofern ihr entsprechende Fortschritte in der Welt erzielt habt. Die Missionen fügen sich allerdings kaum in die Spielwelt ein, so ist es völlig egal ob ihr von einem Graug verfolgt werdet. Startet ihr die Mission am jeweiligen Punkt, wird die Welt auf ein bestimmtes Szenario zurückgesetzt. Dies hätte man im Hause Monolith Productions vielleicht etwas anders lösen können oder müssen.

Deine Festung – Meine Festung

Klingt als sei die Spielwelt total überflüssig. Dem ist aber nicht so, denn hier findet ihr auch die unterschiedlichsten Ork-Hauptmänner, welche ihr euch zunutze machen könnt/solltet/müsst. Denn nur mit deren Hilfe könnt ihr die Festungen der einzelnen Regionen erobern oder eingenommene Festungen verteidigen. Und genau das ist eine der großen Neuerungen in Mittelerde: Schatten des Krieges. Denn im Spielverlauf werdet ihr nicht nur einzelne Ork-Krieger übernehmen können, sondern auch die Hauptmänner, so lange Sie von der Stufe nicht über euch liegen. Mit Hilfe dieser Hauptmänner baut ihr euch nun eine eigene Ork-Armee auf um die jeweilige Festung in dem Gebiet zu belagern.

Kampfsystem

Die Kämpfe gegen das „Fußvolk“ sind relativ simple und in meinen Augen viel zu einfach. Hier wurde scheinbar ein wenig bei der Batman Reihe von den  Rocksteady Studios abgeschaut, aber die Kämpfe fand ich persönlich dynamischer. Erst die Kämpfe gegen die Ork-Hauptmänner, welche immer wieder cineastisch vorgestellt werden, macht das Kämpfen in Mittelerde: Schatten des Krieges richtig herausfordernd. So hat jeder von Ihnen unterschiedliche Stärken und Schwächen, welche ihr ausnutzen solltet um sie zu bezwingen.

Pay to win?

Das Spiel musste sich bereits vor Veröffentlichung von einigen Seiten „Pay to win“ Vorwürfe gefallen lassen, da Monolith Microtransactions in Form von Lootboxen in das Spiel eingebaut hat. Diese Lootboxen könnt ihr sowohl für InGame Währung als auch für Echtgeld erwerben. Es gibt zwei Arten von Lootboxen, welche mit Ausrüstungsgegestände oder EP Boosts und welche mit Orks, die ihr als Hauptmänner einsetzen könnt. Ich habe in meinem Spielverlauf nicht eine dieser Lootboxen gekauft. Weder für Echtgeld noch für InGame Währung, denn ihr könnt die Inhalte auch erspielen. Es dauert halt nur etwas länger.

Sound und Grafik

Grafisch ist Mittelerde: Schatten des Krieges kein Highlight. Es sieht also jetzt nicht aus wie ein Horizon: Zero Dawn, ist grafisch aber definitiv kein schlechtes Spiel. Die Musik ist nicht so episch, wie es in den Filmen der Fall ist, aber fühlt sich dennoch passend an. Die deutsche Sprachausgabe ist Ok, aber mehr auch nicht. Ich habe nach ca. der Hälfte des Spiels auf die englische Sprachausgabe gewechselt, welche man im Hauptmenü wählen kann. Hauptgrund war die, wie ich finde, nervige asynchrone Synchronisierung. Sprache und Bild passen auf Deutsch einfach nicht so zusammen.

Fazit

Das Spiel hat mir zu Beginn sehr viel Spaß gemacht. Irgendwann wiederholt sich das Schema aber immer und immer wieder. Ork-Hauptmänner übernehmen oder töten und Festungen einnehmen. Auf immer die selbe Weise. Das ganze zog sich, wie ich finde, etwas zu lang. Das überarbeitete Nemesis-System ist gut umgesetzt, dass ich aber die „Ansprachen“ der Ork-Hauptmänner nicht skippen kann ist teilweise obernervig. Gerade wenn man auf z.B. drei oder mehr Hauptmänner gleichzeitig trifft. Ansosnten ist das Spiel eine klare Empfehlung an diejenigen, die den ersten Teil gespielt und gemocht haben. Herr der Ringe Fans sollten allerdings vorsichtig sein, denn die Lore passt in meinen Augen nicht hunderprozentig in die Welt von Tolkien.

Mittelerde: Schatten des Krieges gibt es in drei unterschiedlichen Versionen (Standart/Gold/Mithril Edition) für PC, PlayStation 4 und Xbox One und kostet bei Amazon derzeit ca. 50 Euro.

 

 

Ich bedanke mich beim Hersteller für die Bereitstellung des Testmusters. Informationen zu ethischen Grundsätzen.