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NBA 2K16

Wenn ich an Basketball denke, kommen mir zuerst die für mich goldenen Zeiten in den Sinn. Die Zeiten in denen „His Airness“ Michael Jordan durch die Lüfte flog, zusammen mit Scottie Pippen über die Plätze fegte. Dirk Nowitzki kannte zu dieser Zeit noch keiner, sondern Detlef Schrempf war unser deutscher Star in der NBA und brauchte keine Werbung für eine Bank machen und Magic Johnson verzauberte mich. Charles Barkley, Larry Bird, Shaq, Dennis Rodman – alles Namen einer Ära. Heute sind es Stephen Curry, LeBron James oder Klay Thompson die NBA-Geschichte schreiben – und natürlich Du.

Schuhe schnüren

Zumindest wenn es nach Entwickler 2K geht, ist Dein (Wunsch)name der nächste große Spieler in der NBA. Dafür gilt es aber erstmal den steinigen Weg einer zukünftigen Basketball-Karriere von der High School an zu erleben. Um das nicht in einem Menü innerhalb ein paar Einstellungen kurz und knapp untergehen zu lassen, hat sich das Entwicklerstudio prominente Unterstützung geholt. Von keinem Geringeren als US-Regisseur Spike Lee, der den gesamten Modus „MyCareer“ in Szene setzt und mittels aufpolierter Handlung um den ganzen Karrierezirkus erzählerisch darbietet. „Livin‘ Da Deam“ wird das ganze Spektakel genannt und bringt Euch bzw. Euer Alter Ego in die Rolle eines großen High-School-Talents, das nach ein paar Spielen in der Jugend-Liga und dessen Meisterschaft, sich für ein College entscheiden kann. Von da an nimmt das Drama seinen Lauf.

Logo von NBA 2k16

Mehre, teilweise sehr gut mittels Motion-Capture inszenierte, Videosequenzen führen Euch von Spiel zu Spiel und lassen Euch das ganze Leben mit (fast) allen Höhen und Tiefen miterleben. Sei es der geldgierige Agent, Schwierigkeiten in der Familie oder Freunde, die einem das Leben schwer machen, die Story lässt nichts aus. Klingt nicht nur klischeebehaftet, ist es auch. Auch wenn Story insgesamt recht gut erzählt ist und für mich als Novum im Genre der Sportspiele daherkommt, so fehlt es der Story dennoch an jeder Menge Tiefgang und kommt in Summe leider nicht über das Niveau einen 08/15 Basketballfilms hinaus. Vielleicht wollte man hier zuviel?

Nicht zumindest bei der Technik, denn das Spiel bietet die Möglichkeit eines Face Scans über die PS4-Kamera direkt aus dem Spiel. Was wir auch von der Konkurrenz bereits in anderer Form kennen, wird hier über einen bewegten Scan umgesetzt. So sind, zumindest bei mir, über 14000 Eckpunkte des Scans erfasst worden, was das Ganze an eine Art Motion Capture erinnert. Leider bei mir erfolglos. Auch nach 3 Scans sah mein Protagonist nicht aus wie ich. Stattdessen habe ich mich dann aus der Liste der bereits vorgefertigten Gesichter bedient und meine Wahl leicht angepasst. Da das Spiel einem jedoch verschweigt, dass man, unabhängig vom gewählten Protagonisten, defintiv aus einer afroamerikanischen Familie aus Harlem entstammt, musste ich auch an dieser Stelle ein zweites Mal starten. Wie man es auch drehte und wendete, das „Weißbrot“ wirkte an dieser Stelle mehr als lächerlich und deplatziert. Vielleicht hätte man mit den Auswahlmöglichkeiten an dieser Stelle etwas restriktiver sein sollen. Dem Charaktereditor ist es dann meiner Ansicht nach auch geschuldet, dass unser Hauptdarsteller in Videosequenzen eine nicht ganz so gute Figur abgibt und manchmal doch etwas ungeschickt wirkt oder die Mundbewegungen hin und wieder eher einen Bauchredner vermuten lassen.

League in NBA 2k16

Haben wir den Story-Modus hinter uns gebracht, führt uns das Spiel direkt weiter in das Karrieregeschehen eines NBA-Stars. Spielerentwicklung, Sponsoring, Budget, Transfers – uns stehen alle Optionen offen und so entfaltete sich dann endlich das Spiel in voller Pracht vor mir. NBA 2K16 bietet den wohl besten und umfangreichsten Karrieremodus, der mir bisher untergekommen ist. Sponsoren, Kontakte zu wichtigen Personen oder auch zu den Fans, zum Beispiel über Social Media Kanäle, all das macht die Karriere nicht nur auf, sondern auch abseits des Platzes durchaus realistisch. Doch NBA 2K16 hat noch viel mehr zu bieten, sowohl in puncto Modi als auch drumherum.

Spike Lee

Mittendrin im Franchise

Auch wenn ich nun bereits von MyCareer teils mehr, teils weniger geschwärmt habe, so haben mich aber auch einige andere Möglichkeiten des Spiels fasziniert. Es beginnt mit NBA 2K TV, welches in regelmäßigen Abständen Videos mit Pro Gamern, NBA-Profis oder Entwicklern mit Tipps und Tricks bietet – alles aufbereitet in einem Format, welches man auch als TV-Sendung präsentieren könnte. Zusätzlich dazu gibt es noch das NBA 2K Interactive, welches während der Videos immer wieder Fragen mit 4 verschiedenen Antwortmöglichkeiten einblendet. Beantwortet man diese Fragen nach dem eigenen Geschmack bzw. korrekt, so erhält man als Belohnung Ingame-Währung, zusätzliche Moves für seinen Charakter oder andere für das Spiel sonst zu erspielende Inhalte. Ein tolles Konzept, um den Spieler sowohl bei Laune zu halten, als auch ihn für die Videos zu begeistern.

Weitere Spielmodi lauten MyPark, MyGM, MyTeam, MyLeague oder auch 2K Pro-Am und bieten meiner Meinung wirklich für jeden etwas. Unter MyPark spielen wir mit weiteren Freunden im Streetball-Ambiente gegen andere Teams online, während wir in MyGM das Management eines NBA-Teams übernehmen und so die Geschicke des Teams im Hintergrund steuern. Absolut erstaunlich fand ich dabei den Umfang der Möglichkeiten, welcher sich in MyLeague, in welcher sich bis zu 30 Spieler in einer konfigurierbaren Liga messen können, noch fortsetzt. Drafts, Design von Stadion, Logo oder Trikot, ja sogar der Umzug eines Teams versprechen den Spieler langfristig bei Laune halten zu können. Ansonsten wartet auf Euch Pro-Am, wenn Ihr Euch berufen fühlt mit Freunden einen eigenen Club zu erstellen und online zum Sieg zu führen. Wem das immer noch nicht reicht, der hat die Option sich in MyTeam in das, inzwischen in fast jedem Sportspiel vorhandene, Sammelkartenspiel zu stürzen und so in unterschiedlichen Varianten Matches bestreiten. Während die Umsetzung durchaus gelungen wirkt, bin ich jedoch kein Freund von diesem Sammelkartensport, der mich momentan überall erwartet. Dies ist aber definitiv Geschmackssache. Das selbstverständlich auch ein ganz simples Onlinematch möglich ist, ist in Anbetracht der Massen an Modi selbstverständlich und sei nur noch am Rande erwähnt.

Relocation in NBA 2k16

Nicht unerwähnt lassen möchte ich auf jeden Fall die wirklich gelungene KI, die einem teilweise auch schon auf dem niedrigsten Schwierigkeitsgrad ins Schwitzen bringen kann. So brauchte ich eine Handvoll Matches, bis ich mich eingewöhnt hatte und wirklich erfolgreich war. Das mag vielleicht daran liegen, dass für mich NBA 2K16 ein Serieneinstieg war, wenn ich jedoch weiteren Stimmen glauben darf, gehört das Spiel eher zu der Fraktion „Leicht zu lernen, hart zu meistern“, was der Fülle an Modi natürlich noch den zusätzlichen Anreiz gibt.

Grafisch ist NBA 2K16 ein Brett. Während ich in den Zwischensequenzen noch etwas verwundert über die Schlaksigkeit des Protagonisten war, sehen die Spieler auf dem Feld einfach absolut fantastisch aus und überzeugen mit flüssigen Bewegungen innerhalb eines so gut animierten Stadions, dass ich eher an eine Liveübertragung als an ein Spiel dachte. Einzig das Spielfeld am unteren, äußeren Rand hat mich hin und wieder leider etwas genervt. Wenn an dieser Stelle der mir zugeteilte Offensivspieler zwar gedeckt werden soll, jedoch außerhalb des Bildschirms steht, da der Ball noch tendenziell eher in Richtung Spielfeldmitte gehalten wird, kann ich meinem Job in der Defense manchmal nicht so gut nachkommen, wie von mir und vom Spiel gewollt. Das ist aber mehr Jammern auf sehr hohem Niveau.

Fazit

Ich wünsche mir mehr Spiele wie NBA 2K16 und zwar für andere Sportarten. Auch wenn mich die Story von Spike Lee nicht überzeugen konnte, so macht der massive Umfang des Spiels alles wieder wett und sorgt immer wieder für Überraschung, wenn man dann z. B. entdeckt, dass man sich sogar seine eigenen Schuhe designen kann. NBA 2K16 macht eigentlich alles richtig und zeigt, wie ein Sportspiel auszusehen hat. Fehler findet man keine und auch Unschönheiten sind generell mit der Lupe zu suchen. So bleibt mir abschließend nur zu sagen, dass 2K sich bitte wieder um die Lizenzen für weitere Sportarten bemühen soll – ich möchte mehr davon.

Erschienen ist NBA 2K16 für PC, PS3, PS4, Xbox 360 und Xbox One und bei Amazon für 44 € bis 55 €, je nach Version, verfügbar.

– Gestestet wurde die Playstation 4 Version –

Wie steht Ihr zu Basketball? Werft Ihr auch mal selbst ein paar Körbe auf dem Platz oder bevorzugt Ihr den virtuellen Boden? Wie gefällt Euch NBA 2K16? Und wünscht Ihr Euch mehr Sportspiele wie dieses?

Ich bedanke mich beim Hersteller für die Bereitstellung des Testmusters. Informationen zu ethischen Grundsätzen.

Von Sven Schmidt

Hi, ich bin Sven, Baujahr 81, wohne im Umland des schönen Hamburgs und würde mich wohl selbst Geek nennen. Ich bin Videospiel-addicted seit dem GameBoy, Fan von Apple seit einem iPhone 3G, fasziniert von Gadgets aller Art und bezeichne mich selbst auch gern als Film- und Serienjunkie.

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