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Oceanhorn – Monster of Uncharted Seas

Oceanhorn ist schon etwas länger auf dem Markt und spaltet noch immer die Gemüter: fehlt es den Entwicklern an eigenen Ideen oder haben sie ganz bewusst eine Kopie einer Adventure-Erfolgsreihe auf den Markt geworfen? „Oceanhorn – Monster of Uncharted Seas“ ist ein eindeutiger Abklatsch der viel gefeierten Adventure-Reihe „The Legend of Zelda“. Die Parallelen sind kaum übersehbar: Unser namenloser Held erwacht eines Morgens und stellt mit großem Entsetzen fest, dass sein Vater ihn verlassen hat, um gegen das böse Monster Oceanhorn zu kämpfen und die Welt zu retten. Ohne zu zögern begibt sich der Namenlose auf die Suche nach seinem Vater und wird ihn später mit dem Schwert rächen.

Als eingefleischter Zelda-Fan stand dieses Spiel schon sehr lange auf meiner Wunschliste und ich wollte mir schon ewig einen eigenen Eindruck von diesem epischen Abklatsch machen. Jetzt wurde vor einigen Wochen die “Game of the Year”-Edition mit Zusatz-Quests veröffentlicht und meine Chance war da. Die Meinungen über das Spiel gehen stark auseinander und ich bin – nach aktuell ca. 9 Stunden Spielzeit – immer noch zweigeteilter Meinung…

Die Story

Mit seinem Schwert und dem Schild sammelt unser namenloser Held schnell  Erfahrungen und wird zunehmend stärker. Unterwegs findet er neue Waffen, lernt mit Magie umzugehen und erweitert seine persönlichen Eigenschaften (wie zum Beispiel das Springen, das wir ärgerlicher Weise nicht von Anfang an beherrschen). In seinem geräumigen Heldenrucksack findet nach und nach allerlei Bekanntes aus der Zelda-Reihe Platz: natürlich lernen wir zeitnah den Umgang mit Bomben sowie Pfeil und Bogen. Beides erweist sich beim Lösen der Quests als äußerst hilfreich. Die Bomben ermöglichen uns später, in Verbindung mit den Springstiefeln, den Zugang zu zunächst einmal unzugänglichen Plätzen, von denen uns seit Spielbeginn Truhen und Herzteile angelächelt haben. Um zu anderen Inseln zu kommen schwingt sich unser Held in sein kleines Segelboot und schippert (später unter Einsatz der Kanone) über den Ozean. An den Stränden der unterschiedlichsten Inseln werden immer wieder Flaschen mit Nachrichten des Helden-Vaters angespült, deren Information für euren weiteren Weg sehr nützlich sind. Im Laufe des Spiels kämpfen wir gegen viele schwache Gegner und haben nur wenige ernsthafte Kämpfe und Boss-Fights zu bestehen.

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Das Gameplay

Wir steuern unseren Held zweihändig mittels eines sichtbaren (bzw. unsichtbaren) digitalen Steuerkreuz und zwei Aktionstasten. Die Steuerung ist grundsätzlich durchdacht und einfach, allerdings ist sie für mein Empfinden zu unsauber. Gerade in Kämpfen macht sich das digitale Steuerkreuz eher nachteilig bemerkbar. Laut Hersteller lässt sich das Spiel jedoch auch mit einem iOS-Controller spielen, was ich jedoch nicht getestet habe. Ich könnte mir jedoch vorstellen, dass man mit einem Controller bei diesem Spiel voll auf seine Kosten kommt und die Steuerung um einiges angenehmer und präziser wird.

Die Quests

Im Vergleich zu Zelda fehlt mir bei Oceanhorn die Struktur der Story. Oft habe ich mich gefragt „…und jetzt?“ und wusste zunächst nicht, was nun meine nächste Aufgabe ist, so dass ich erst einmal alle Inseln abgefahren bin und sämtliche Leute, auf der Suche nach neuen Hinweisen, ansprechen musste. So bekommt man natürlich auch eine Spielzeit zusammen, die auf 10+ Stunden kommt. Die Quests selbst sind lösbar und nicht zu kompliziert. Was mich durchgehend stört, ist das Chaos im Spiel. Zwar gibt es auf jeder Insel 3 Aufgaben, die es zu Lösen gilt, jedoch erfährt man dadurch nichts über die eigentliche Story. Hat man bei Zelda stets das Gefühl, dass sich ein roter Faden durchs Spiel zieht, sucht man diesen hier vergebens.

Die Grafik

Überraschung! Mich erinnert die Grafik sehr stark an die N64-Versionen von Zelda, die ich oft und gerne gespielt habe. Ein klassisches 3D-Adventure eben. Für eine Neuentwicklung ist die Grafik sicherlich nicht überragend, aber wer auf die alten Klassiker steht, der wird bei diesem Spiel grafisch voll auf seine Kosten kommen. Etwas lieblos hingegen finde ich die Gestaltung der Monster und des eigentlichen Helden. Auf mich wirkt das Ganze etwas 0-8-15 im Vergleich zum Original. Mir fehlt da einfach die Liebe zum Detail…

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Die Musik

Ohrwurm-Charakter! Aber das ist auch wenig verwunderlich: Komponist ist nämlich Nobuo Ueamatsu, der bereits epische Werke wie Final Fantasy vertont hat.

Bewertung

Man kann sagen, was man möchte. Ich glaube Oceanhorn ist eine pure Geschmackssache und jeder muss sich selbst seinen eigenen Eindruck vom Spiel verschaffen. Sicherlich kommt es an die Original Zelda-Reihe nicht ran und wirkt im Vergleich zu ihr wirklich wie ein billiger Abklatsch. Die Parallelen der Geschichte sind einfach zu ähnlich und die Entwickler haben für mein Empfinden viel zu wenige eigene Ideen mit eingebracht. Für sich betrachtet ist Oceanhorn – mit einigen Mängeln, wie z.B. der (für mein Empfinden) sehr unsauberen Steuerung – jedoch ein sehr gutes und gelungenes Adventure, das mit seiner guten Grafik und der wirklich tollen Musik, ein paar Stunden Spielspaß mit sich bringt. Ich kann Oceanhorn allen Zelda- und Nicht-Zelda-Fans nur Wärmstens empfehlen und nahelegen euch selbst ein Bild von diesem Adventure zu machen.

Shopping

Das Adventure Oceanhorn – Monster of Uncharted Sea gibt es für recht üppige 7.99 Euro im App Store, die sich meiner Meinung nach jedoch lohnen. Es ist kompatibel ab iOS 5.1.1 oder neuer. Oceanhorn ist spielbar mit dem iPhone, iPad und iPod touch. Die App ist für iPhone 5 optimiert.

Ich bedanke mich beim Hersteller für die Bereitstellung des Testmusters. Informationen zu ethischen Grundsätzen.

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