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Plants vs. Zombies: Garden Warfare 2

Als im Februar 2014 Pflanzen gegen Zombies: Garden Warfare von PopCap und EA zunächst für Xbox One und Xbox 360 später auf PC und zu guter Letzt auch auf PlayStation 3 und 4 veröffentlicht wurde, war es eine echte Überraschung. Ein unfassbar niedlicher Third-Person-Shooter, der nichtsdestotrotz auch relativ herausfordernd sein konnte, war gefühlt ein echter Hit. Jeder, den ich kannte, spielte es oder plante den Kauf. Jetzt ist fast genau zwei Jahre später der Nachfolger erschienen und verspricht neuen, durchgeknallten Spielspaß auf PlayStation 4, Xbox One und PC. Ob die Schlacht um Zomburbia mit den Pflanzen in der Offensive in Plants vs. Zombies: Garden Warfare 2 wirklich so verrückt und bunt ist, wie EA das verspricht, will ich euch in dieser Review verraten.

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Wurde ordentlich gedüngt?

Bis zu 24 Spieler können sich online in acht Spielmodi mit- und gegeneinander bekämpfen. Gartenkommando und Friedhofkommando bieten Co-Op für bis zu vier Spieler, die Wellen von Gegnern bekämpfen müssen. Zudem lässt sich der Modus “Flagge der Macht” freischalten, in denen wir ganz alleine oder mit unserer Lobby gegen zahlreiche Spezial-Wellen antreten. Es gibt zwölf neue Karten, darunter das Weltall oder die Mondbasis Z mit geringerer Schwerkraft. Dazu bietet PvZ: GW2 14 Charakterklassen, darunter sechs Neue, und über 100 Charaktere, auch hier gibt es mit Rosie, Zitron und Major Mais bei den Pflanzen und dem Wicht, Super Brainz und Käpt’n Totbart auf der Seite der Zombies sechs ganz frische Kämpfer. Und als Bonus für treue Käufer des ersten Teils wird die Treue mit Kartenpacks abhängig vom erspielten Rang belohnt. Und solltet ihr jemals auf einen Einhorn-Schnapper treffen, habt ihr zum Beispiel einen Spieler vor euch, der es im ersten Teil bis zum wahnsinnigen Rang 313 geschafft hat.

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Die erste Saat

Mein erster Eindruck vom neuen Teil des Kampfes zwischen Pflanzen und Zombies ist wirklich unfassbar großartig. Wie regelmäßige Leser unserer Spielereviews wissen dürften, bin ich der einzige aus unserem Team, der ausschließlich auf der Xbox One spielt. Doch obwohl die Konsole aus dem Hause Microsoft als leistungsschwächste Plattform der aktuellen Konsolengeneration, die noch mit allen aktuellen Multiplattformtiteln versorgt wird, gilt, bin ich echt fasziniert von dem visuellen Feuerwerk, das Garden Warfare 2 auf mich abfeuert. Aber nachdem PopCap und EA mich mit zwei Videos in Stimmung gebracht haben, wird das Bild einfach nicht schlechter. Ich muss mich als Sonnenblume durch Zomburbia schlagen, um mich durch die mir aus dem ersten Teil bekannte Extraktion von Deppie-Dave in Sicherheit zu bringen zu lassen. Und ich vergesse vor lauter Umschauen und Staunen vollkommen, mir die möglichen Fähigkeiten anzusehen.

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Hinterhof-Kampfplatz

Nach meiner Rettung finde ich mich in der Pflanzenbasis wieder. Denn anders als im ersten Teil, finde ich alles anstelle von den früheren Menüs in der jeweiligen Basis der Pflanzen oder Zombies. Im Briefkasten erwarten mich Infos über Neuerungen, ein Charakter-Import aus dem ersten Teil oder auch mal eine Umfrage sowie die Info, welche zwei Charaktere man aktuell kostenlos ausprobieren kann. In einer Umkleidekabine kann ich meine Klasse mit den entsprechenden Charakteren auswählen. Ich kann die Single- oder Multiplayer-Spiele auswählen, die Fraktion wechseln, Zusatzaufträge annehmen und mehr. Es ist enorm viel zu tun. Zwischen den beiden Hauptquartieren befindet sich ein umkämpftes Gebiet in einer kleinen Open-World, in der man einfach mal ein wenig allein gegen Nichtspieler-Charaktere kämpfen kann. Der jeweilige Kampfplatz dient auch als Lobby für die Freunde und der Kampfplatz kann dann auch gemeinsam im Modus Flagge der Macht gegen Spezial-Wellen der Gegner verteidigt werden.

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Sammelsurium

Was sich auch gleich mehrfach finden lässt, sind Stickerautomaten. An diesen kann man Stickerpacks für die erspielten Münzen kaufen. Diese lassen sich relativ schnell in den verschiedenen Spielmodi sammeln und viele Gegner droppen immer mal wieder auch mal zufällig unterschiedliche Mengen an Münzen. Je höher man die Schwierigkeit der Single- oder Koop-Missionen stellt, desto höher sind auch die jeweiligen Belohnungen. Im Stickerheft ist reichlich Platz für sage und schreibe 6.864 Sammelobjekte, die neben den Charakteren und Einmal-Hilfen noch aus Fähigkeiten, Accessoires, Tattoos, Hüten, organischen Modifikationen und Gesten bestehen!  Einige Charaktere lassen sich gar nicht in Stickerpacks finden, sondern sind wie z. B. Legendäre nur als Spielbelohnungen zu kriegen. Aber wer einmal ein echtes Aufkleberalbum seines Lieblingssports, seiner Lieblingsserie oder ähnlichem besessen hat, der kennt die Faszination und die Gier das Heft zu vervollständigen.

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Mikrotransaktionen

Nichtsdestotrotz kann man sich die ganze Arbeit auch erleichtern, wenn man sein Stickeralbum vervollständigen möchte. Stickerpacks kosten 2.500, 7.500, 15.000, 35.000 oder 75.000 Münzen. In den teuersten Packs findet man immer direkt einen kompletten Spielcharakter. Spielmünzen lassen sich jedoch auch für bare Münze ab 2,49 € für 56.000 Münzen oder bis hin zum epischen Münz-Pack für 19,99 € kaufen, dafür erhält man dann direkt 630.000 Münzen. Niemand muss sich wirklich Münz-Packs kaufen, aber die schier gigantische Anzahl an freispielbaren Stickern kann den einen oder anderen natürlich verführen. Allerdings wird man nie auf den möglichen Münzkauf aktiv hingewiesen, eine absichtliche Verführung zu Mikrotransaktionen wird von den Studios nicht praktiziert. Und tatsächlich rechne ich das dem Spiel wirklich hoch an, das hat man auch schon anders erlebt.

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Spielmodus, Spielmodi, BRAAAAINS?!

Die Spielmodi fühlen sich einerseits für Kenner des ersten Teils sehr ähnlich, teilweise sogar identisch an, bieten aber trotzdem erfrischende Neuerungen. Fehlendes aus dem ersten Teil wurde sinnvoll ergänzt. In einzelnen Missionen erledigt man kleine Aufträge für Deppie Dave oder seinen untoten Widersacher. Das Ganze ist nicht gerade in eine tiefgreifende Hintergrundgeschichte verwoben, macht aber dennoch viel Spaß und ist immer wieder wirklich witzig. Um die Herausforderung zu steigern, lassen sich die typischen Schwierigkeitsgrade Einfach, Normal, Schwer oder VEERRRRRÜÜCKT!! auswählen. Und trotz oder vielleicht gerade wegen der fehlenden Komplexität, haben die Missionen eine Art Suchtwirkung.

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Wer alleine oder mit Freunden oder auch völlig Fremden online gegen jeweils 10 Wellen der anderen Seite ankämpfen möchte, macht das als Pflanze im bekannten Gartenkommando oder dem diesmal neuen Pendant Friedhofskommando auf Seiten der Zombies auf zahlreichen sehr hübsch gestalteten, abwechslungsreichen und teilweise mit kleinen Besonderheiten garnierten Karten. Möchte man ganz alleine ran, lassen sich noch bis zu drei zusätzliche KI-Partner in den Kampf mitnehmen. Zwischen den dann insgesamt bis zu vier Charakteren kann man jederzeit nahtlos wechseln. Die Wellen unterscheiden sich immer wieder durch besondere Zwischenaufgaben, die einen über die Map scheuchen und teilweise ordentlich belohnen. Nach der Hälfte und zum Schluss gibt es immer eine Bosswelle.

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Im Multiplayer gibt es den Modus Türmatte für Neulinge, ganz ohne Anpassungen, Charaktervarianten oder Upgrades. Teamsieg, der aus jedem bekannten Multiplayer-Shooter bekannte Modus Team-Deathmatch, Gartenzwergbombe, Abschuss bestätigt und Subordination sind allesamt Varianten, die es genau so bereits im ersten Teil gab. Am meisten Spaß hatte ich allerdings mit Revier-Übernahme, was eine Mischung aus Krautangriff und Gärten & Friedhöfe ist. Allerdings, und das ist wirklich bei allen Varianten gleich, sind die 12 vs. 12 Multiplayer Matches teilweise extrem chaotisch und unübersichtlich aufgrund der Vielzahl an Effekten durch die großen Teams. Teilweise verliert man den Überblick schon enorm, weil man einfach vor lauter Nebel, Qualm, Funken, Strahlen, Sternen, Glitzern und was noch alles auf dem Bildschirm abgeht einfach nix mehr sieht. Andererseits ist das genau der Charme, der Pflanzen gegen Zombies: Garden Warfare 2 absolut ausmacht und zu dem verrückten, lustigen und bunten Shooter macht, der er nunmal ist.

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Als letzte Option bietet sich auf den Konsolen (in der PC-Version wurde gänzlich auf das Feature verzichtet) noch der Splitscreen für einige Runden gemeinsames Koop zocken auf dem heimischen Sofa an. Allerdings auch wirklich nur da. Denn online gegen andere lässt sich in diesem Modus nicht spielen. Das ist aber tatsächlich das Einzige, was mir insgesamt negativ aufgefallen ist.

Nur eine Runde noch bitte!

Plants vs. Zombies: GW2 ist immer zugleich einfach und fordernd. Man versteht jeden Modus sehr schnell und bekommt nach nur kurzer Zeit Abschüsse hin. Trotzdem erlaubt das Spiel auch ein taktisches Vorgehen und einen gezielten Einsatz der einzelnen Charakterfertigkeiten. Und egal was man macht oder wie blöd man sich anstellt, man macht immer irgendwas wenigstens etwas, für das man belohnt wird. Sei es durch Erfahrungspunkte, durch Freischaltungen oder Münzen, die man für Stickerpacks ausgeben kann. Hat man einen Charakter alle 10 Level aufgebaut, kann man ihn jeweils fünfmal befördern und levelt ihn dann von vorne hoch. Das Leveln geht sehr schnell voran und bringt auch immer wieder etwas für unsere Charaktere, mal ein Regeneration-Verzögerungs-Upgrade, mal ein Zoom-Upgrade und andere Fähigkeiten, die die Pflanze oder den Zombie verbessern. Und genau deswegen spielt man immer die eine oder andere Runde, Mission oder sonst etwas mehr, als man eigentlich vorhatte. Die Belohnungen sind unaufdringlich, aber unheimlich motivierend.

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Die Saat des Bösen oder die Frucht der Liebe?

Ich finde den Grafikstil wirklich sehr schön, fröhlich und passend. Das Spiel ist wirklich ein Quell der Freude. Vor allem, wenn man gemeinsam mit anderen zusammen spielt. Die Verbindung bei den Online-Matches ist sehr gut, man findet eigentlich immer Server, auf denen die Post abgeht. Ganz besonders ist der Humor von Plants vs. Zombies: Garden Warfare 2, mal musste ich schmunzeln, mal herzhaft lachen. Es kann immer etwas Abenteuerliches passieren. Die neuen Charaktere und Karten bieten einen echten Mehrwert für Spieler, die schon den ersten Teil mochten. PvZ:GW2 ist nie langweilig und es gibt immer was zu tun. Jedes Mal hat man wieder etwas freigespielt, ein neues Level erreicht, eine Verbesserung erhalten, Münzen verdient oder man hat Sterne für Bonustruhen bekommen. Der Spielinhalt stimmt einfach rundherum. Zwischenzeitlich kam mit dem ersten Update Graveyard Variety-Pack neben Fehlerbehebungen, Verbesserungen und Balance-Korrekturen ebenfalls Updates für den Hinterhof-Kampfplatz und die neue Karte Aqua-Center.

Ich hätte nicht erwartet, dass eine Neuauflage des ersten Teils mich sofort so gut unterhält. Es gibt tatsächlich keinen Grund, warum ich nicht eine 100%ige Kaufempfehlung aussprechen sollte. Plants vs. Zombies: Garden Warfare 2 ist ein absolut lustiger, unterhaltsamer und nach nur einem Patch ein einfach perfekt ausbalancierter Third-Person-Shooter. Er lohnt sich für den ambitionierten Multiplayer genauso wie für Gamer, die lieber alleine spielen und einfach nur leveln und freischalten wollen. Plants vs. Zombies: Garden Warfare 2 gibt es aktuell für PC bei Amazon ab 54,97 €, für PlayStation 4 ab 55,81 € und für Xbox One ab 59,00 €.

Ich bedanke mich beim Hersteller für die Bereitstellung des Testmusters. Informationen zu ethischen Grundsätzen.

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