Quantum Break

Zeit ist Macht – so lautet der Untertitel zum neuen Spiel Quantum Break von Remedy Entertainment, die bereits mit Max Payne und Alan Wake eine große Reputation für Story-Telling erlangen konnten und ihre Liebe zu Film und Serien zeigten. Quantum Break vereint auf einem nie dagewesenem Niveau das Genre Videospiel mit Realfilm-Episoden. Kinoreife Action und eine spannende Geschichte mit handlungsbeeinflussenden Entscheidungen versprechen Entwickler Remedy und Publisher Microsoft Studios. Ob das Game die hohen Erwartungen exklusiv auf Xbox One und Windows 10 (nur Download) ab dem heutigen 5. April tatsächlich erfüllen kann, dass soll meine Review im Folgenden klären.

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Ich habe die Frage gestellt, ob Quantum Break die hohen Erwartungen erfüllen kann. Das ist eine häufig gewählte Einleitung einer Review. Und in der Regel lasse ich mir über den ganzen Artikel bis zum Fazit dafür Zeit, eine klare Antwort auf eine solche Frage zu geben. Denn nicht nur ein Action Adventure soll ja einen Spannungsbogen haben, auch eine Review soll ja seine Zeit bekommen. Aber diesmal ist das anders. Ich beantworte die Frage mal direkt am Anfang und die Antwort lautet ganz klar: „Nein!“ Um es noch schlimmer zu machen, kommt auch die Begründung direkt hinterher. Für mich übertrifft Quantum Break alles, was ich bisher mit Videospielen erlebt habe. Ich bin völlig geflasht, unfassbar begeistert und möchte sofort mit dem nächsten Schwierigkeitsgrad und neuen Entscheidungen loslegen. Andererseits möchte ich sofort meine Eindrücke von diesem fantastischen Geniestück hier mit euch teilen. Was ein Dilemma.

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In Quantum Break geht der Versuch, eine Zeitmaschine in Betrieb zu nehmen, furchtbar schief und die Zeit ist zerrissen. Eine Katastrophe, das Ende der Zeit, und damit der Zusammenbruch des Universums stehen kurz bevor. Jack Joyce sucht nach einer Möglichkeit das Desaster abzuwenden, das er selbst mit seinem alten Freund Paul Serene erst in Gang gesetzt zu haben scheint. In fünf Akten steuert man durch ein Abenteuer, dass wirklich mitzureißen versteht. Je länger man Jack und Paul begleitet, desto mehr lernt man über die mysteriösen Hintergründe kennen, die durch die von Jacks Bruder William entwickelte Zeitmaschine verursacht werden. Die Menschheit ist bedroht, aber ist sie noch zu retten und wie ist Pauls Firma Monarch Solutions in die Forschung verstrickt? Ein Kampf gegen die Zeit mit der Zeit wird ausgetragen – mit aller Gewalt. Dabei bekommt Jack durch den Unfall zusätzlich Kräfte, mit denen er die Zeit manipulieren kann. Die Geschichte ist auf erzählerischem Top-Level: spannend, kurzweilig, unterhaltsam, abwechslungsreich, emotional.

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Quantum Break nimmt auf der Xbox One schlappe 45,72 GB des Speicherplatzes für das Videospiel ein, doch das alleine reicht nicht aus. Zusätzlich werden sage und schreibe bis zu 75,61 GB an Filmmaterial gestreamt oder alternativ heruntergeladen und gespeichert. Jeweils zwischen zwei Akten wird nämlich die Seite der Antagonisten und deren Machenschaften in aufwendig, auf Hollywood-Niveau, gedrehten Episoden beleuchtet, während wir bis auf die sogenannten Knotenpunkte im Spiel hauptsächlich den Protagonisten Jack in dem Third Person Abenteuer steuern. Da diese Episoden von Kontenpunkten nach eigenen Entscheidungen und insgesamt bis zu acht entdeckbaren Quantenwelten variieren, muss man das Spiel tatsächlich mehrmals in Angriff nehmen, um alle unterschiedlichen Inhalte der vier Serien-Teile zu sehen. Im Zeitstrang lassen sich die Knotenpunkte mit den getroffenen Entscheidungen direkt auswählen und durch erneutes Spielen ändern. Ebenso kann man mit einzelnen Teilen der unterschiedlichen Akte verfahren, wenn man nicht alle Entdeckungen geschafft hat.

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Und zu entdecken gibt es einiges. Die bereits erwähnten Quantenwelten schalten Inhalte der Serie frei. Informationen, Dokumente, Computer und Medien haben dagegen nur erzählenden Charakter und bieten tiefere Einblicke in die Geschichte. Auch wenn es dabei enorm viel zu Lesen oder Hören gibt, sollte man sich die Zeit dafür jedoch durchaus nehmen. Zusätzlich lassen sich Chrononquellen entdecken, mit denen man Upgrades für Jacks Fähigkeiten bei der Zeitmanipulation freischaltet. Mit dem Zeitblick werden die Positionen von Gegnern, Waffen, Explosive Gegenstände und entdeckbare Gegenstände sichtbar gemacht. Mit dem Zeitstopper lassen sich Gegner in einer Zeitblase kurzzeitig einfrieren, dabei werden auch abgefeuerte Projektile auf diesen gestoppt und beim Zusammenbrechen gleichzeitig freigesetzt. Besonders häufig habe ich Wooshen benutzt, womit man sich rasend schnell fortbewegen kann, während die Gegner quasi in Zeitlupe agieren. Mit dem Zeitschild lässt sich Jack selbst vor Geschossen schützen. Eine wirklich mächtige Waffe ist die Zeitexplosion, mit der man gleich mehrere Gegner zeitgleich erledigen kann. Durch Flashen, was letztendlich eine Alternative des Wooshens ist, schaltet man Gegner durch einen Schlag oder Tritt in Höchstgeschwindigkeit aus.

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Die Kämpfe fühlen sich absolut frisch und unverbraucht durch die möglichen Zeitmanipulationen an. Die Gegner sind auch keine Schießbudenfiguren und agieren oft sehr überraschend. Selbst auf dem Leichten der drei Schwierigkeitsgrade spaziert man nicht einfach als unbesiegbarer Kriegsgott durch die Angreiferhorden. Darüber hinaus gilt es einige Rätsel zu lösen, die alles andere als trivial sind. Auch Jack durch die teilweise oft zerstörte und sich durch Zeitsprünge bewegende Welt zu lotsen und seine Fähigkeiten mit dem richtigen Timing zu nutzen, ist zu jederzeit herausfordernd ohne zu nerven oder zu stören. Und dabei hat Quantum Break einen fantastischen Look. Das Spiel sieht jederzeit wirklich atemberaubend aus. Die Schauspieler sind mit einer eigens für Quantum Break von DI4D lizensierten Motion Capture erfasst worden und brillant in das Spiel sowie die gerenderten Zwischensequenzen eingebettet. Außerdem hat Remedy bekannte Schauspieler für Quantum Break verpflichtet. Jack Joyce wird verkörpert von Shawn Ashmore, den man vor allem als Iceman der X-Men-Filme kennt, seinen Bruder William spielt Dominic Monaghan aus Lost und der Herr der Ringe Trilogie. Dazu kommen Lance Reddick, bekannt aus der Serie Fringe, und Aidan Gillen, den man als Lord Petyr „Kleinfinger“ Baelish von Game of Thrones kennt.

Mir bleibt tatsächlich nur festzuhalten, dass Quantum Break mein neues, unangefochtenes Lieblingsspiel ist und dementsprechend eine absolute Kaufempfehlung für Liebhaber des Action Adventure Genres und Film- und Serien-Junkies. Noch nie war ich so beeindruckt und mitgerissen von einem Spiel! Und noch nie hat ein Spiel meine großen medialen Leidenschaften Games und Filme so fantastisch miteinander verwoben. Einfach mal den Controller nach einer Entscheidung aus der Hand zu legen und sich knapp 25 Minuten von einer tollen Episode unterhalten zu lassen, um dann wieder ins Geschehen einzugreifen, ist hervorragend umgesetzt. Quantum Break gibt es aktuell bei Amazon für die Xbox One für 64,99 € oder zum Download direkt im Xbox Marktplatz für 69,99 €.

Ich bedanke mich beim Hersteller für die Bereitstellung des Testmusters.
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