Rise of the Tomb Raider

Unserer aller Lieblings-Archäologin Lara Croft ist zurück!
Nach dem Reboot der Tomb Raider Reihe im Jahr 2013 folgt nun (zeitexklusiv) für die Xbox der Nachfolger. Wieder ein Stolperstein in der Tomb Raider Reihe oder doch potentielles Material zum Spiel des Jahres?

Rise of the Tomb Raider spielt ein Jahr nach den Handlungen des Vorgängers. Der Plot erinnert etwas an Indiana Jones und der letzte Kreuzzug: Lara ist auf der Suche nach der Quelle des ewigen Lebens. Mit den Hinweisen aus den Aufzeichnungen ihres Vaters macht sie sich auf den Weg nach Syrien. Dort trifft sie auf der Suche nach dem nächsten Hinweis auf Mitglieder des Trinity Ordens deren Anführer Konstantin ebenfalls auf der Suche nach der Quelle ist. Dieser Prolog soll aber nur ein Vorgeschmack dessen werden, was den Spieler noch erwartet, denn die Reise führt nach Sibirien.

Sibirien ist kalt. Sehr kalt. Tiefer Schnee und Gletscher erwarten euch auf eurem Weg durch das sibirische Gebirge. Unterwegs Diesmal mehr als im Vorgänger. Großer Kritikpunkt war dort der Mangel an Gräbern mit entsprechenden Rätseln und die Dominanz der Action-Sequenzen und Quick Time Events. Bei Rise of the Tomb Raider scheint Crystal Dynamics auf die Kritik der Fans geachtet zu haben und hat entsprechend gehandelt.

Die Grundelemente des Spiels bleiben nahezu identisch zum Vorgänger. Ihr habt eure Lagerfeuer die ihr in jedem Gebiet findet um eure Fähigkeiten und Waffen auszubauen und per Schnellreise Funktion wieder in Gebiete zurückreisen könnt. Die Welt ist aber deutlich Größer als im Reboot vor zwei Jahren. Es gibt mehr zu erkunden. Neben der Natur mit ihren wilden Tieren die wieder gejagt werden können um Rohstoffe zu sammeln gibt es vor allem mehr Gräber, die Tombs die dem Spiel seinen Namen geben. Ihr erkundet Höhlen, zwängt euch durch enge Felsformationen und plötzlich habt ihr vor euch eine riesige Ruhestätte oder einen Tempel dessen Artefakt ihr nur durch das Lösen von Rätseln erreichen könnt. Die Anzahl der zu erkundenden Gräber wurde deutlich erhöht und als Belohnung für Mut und Köpfchen bekommt ihr meist einzigartige Fähigkeiten, die ihr sonst nicht erlernen könnt. Selbst kleine Höhlen ohne komplexe Gänge und Rätseln geben euch kleine Belohnungen. Alle Bereiche wurden liebevoll gestaltet und jedes Grab, jeder Ort hat sein eigenes Flair und einen Wiedererkennungswert.

Quick Time Events wie im Vorgänger sind weiterhin vorhanden, nehmen aber keinen großen Anteil ein. Die Schießereien wurden ebenfalls auf ein gesundes Niveau gesenkt. Ihr könnt häufig selbst entscheiden, ob ihr aggressiv oder lieber passiv gegenüber den Mitgliedern von Trinity auftretet.

Es gibt auch keinen Multiplayer mehr. Das wundert mich garnicht, da dieser im letzten Teil doch eher dürftig war und die Spieler nicht bei Laune gehalten hat. Neu ist dafür aber der Expedition-Modus bei dem ihr einzelne Missionen spielt mit dem Ziel die höchste Punktzahl zu erreichen. Dabei helfen euch Bonuskarten die ihr im Verlauf der Story freischaltet oder für Credits erwerben könnt.

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Man lernt nie aus

Es wird nie langweilig: Lara lernt im Laufe der Story ständig neue Fähigkeiten und Talente und das bis kurz vor Schluss. Ihr lernt Granaten aus Dosen zu bauen, Gift-Pfeile herzustellen und bekommt immer wieder neue Gadgets mit denen ihr in neue Bereiche vordringen könnt. Auch an Orten an denen ihr bereits wart um dort an versteckte Relikte zu gelangen.

Um euch diese Suche zu erleichtern, findet ihr Karten und Hinweise die in der Sprache der Einheimischen und der Soldaten sind. Diese kann Lara nicht alle sofort deuten und muss erst die Sprache besser lernen. Und so lernt Lara mit jedem Hinweis z.B. besser Russisch oder Mongolisch. Es ist eigentlich genau so wie man es selber kennt: Man versteht eine Fremdsprache, aber es wird besser, je mehr man sie spricht und liest.

Voll Sozial

Rise of the Tomb Raider beinhaltet ein paar nette Gimmicks die Freunde und bei Streamern die Community verbindet. Für die Streamer / Let’s Player unter euch gibt es eine Twitch Integration mit Info Overlay in Form eines Rahmens, welcher Informationen über Spieldauer, Fortschritt und das aktuelle Gebiet liefert. Zusätzlich können eure Zuschauer im Expedition-Modus abstimmen, welche Bonus-Karte für euch im Spiel aktiviert werden soll. Diese Integrationen müssen in den Einstellungen aktiviert werden.

Social Rise of the Tomb Raider

Eher am Rande bemerkte ich noch eine weitere Integration über die ich bisher keine weiteren Infos gefunden habe: Während der Story-Mission kann es vorkommen, dass ihr Rucksäcke eurer Freunde findet. Wie sich herausstellt scheint das Spiel eure Positionen, an denen ihr gestorben seit mit euren Freunden zu teilen welche wiederum an diesen Stellen einen Rucksack von euch finden können. Der beinhaltet ein paar Credits die gegen Bonuskarten im Expeditionsmodus eingetauscht werden können.

Ich glaube ich muss bei den obigen Bildern nicht erwähnen, dass Rise of the Tomb Raider großartig aussieht. Es überrascht spielerisch nicht sonderlich, aber macht trotzdem vieles besser als sein Vorgänger. Wer mit dem Reboot Spaß hatte, wird hier definitiv wieder auf seine Kosten kommen und viel Freude haben. Ihr müsst den letzten Teil nicht zwangsläufig gespielt haben. Rise of the Tomb Raider funktioniert auch für sich ganz gut, da zwischen den beiden Teilen gut ein Jahr der Story fehlt, welche durch Tomb Raider Comic-Bücher1 aufgefüllt werden kann. Mir machte Laras neues Abenteuer eine Menge Spaß und für mich auf jeden Fall weit oben auf meiner Spiel des Jahres Liste.

Zu kaufen gibt es Rise of the Tomb Raider bei Amazon in der Xbox One Fassung ab 55€, die Xbox 360 Version ab 45€. Die digitalen Fassung im Xbox Store beginnen bei 50€ (Xbox 360) bzw 70€ (Xbox One). PC-Spieler müssen sich noch bis Anfang 2016 gedulden, die Playstation-Spieler sogar bis Ende 2016.

Getestet wurde die Xbox One Fassung

1 Tomb Raider Comic Bücher bei Amazon Teil 1 – Teil 2 – Teil 3

Ich bedanke mich beim Hersteller für die Bereitstellung des Testmusters.
Informationen zu ethischen Grundsätzen.