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Schellenberg Rollodrive 65 Premium

Schellenberg ist ein bekannter Baumarktlieferant, der ein sehr großes DIY-Sortiment für Privat-Haushalte hat. Ich war neugierig und habe mir vom Hersteller das Produkt Rollodrive 65 Premium zu Testzwecken zur Verfügung stellen lassen. Hierbei handelt es sich um einen elektrischen Gurtwickler, der herkömmliche Rollläden automatisiert. In der Theorie ist das Schellenberg System schnell und unkompliziert nachrüstbar, aber wie sieht es in der Praxis aus?

Wir wohnen seit Anfang des Jahres in einer neuen Wohnung. Ein Altbau, der ziemlich in die Jahre gekommen ist. Wir sind dabei – Stück für Stück – nachzurüsten, wo es nur geht. Aber oft bekommen wir aufgrund der veralteten Maße Schwierigkeiten. Egal, ob es sich um nicht genormte Türen oder Fenster handelt oder die schiefen Wände und Böden betrifft: in unserer Wohnung ist nichts, wie es sein sollte. Umso gespannter war ich darauf, ob wir – als Ottonormal-Verbraucher ohne Grundkenntnisse – den Rollodrive installiert bekommen…

Fakten Rollodrive 65 Premium

  • Zugkraft: 45 kg
  • für schwere Rollläden (bis 6 qm bei Kunststoffrollläden)
  • Lochabstand: 165 bis 185 mm
  • Größe: 210 x 27 x 59 mm (H x L x B)
  • Gewicht: 825 g
  • Gurtbreite: 21 – 23 mm
  • Übertragung via Funk
  • einfache Unterputz-Montage
  • Programme: Individuell programmierbar, Tagesprogramm, Wochenprogramm, Astrofunktion
  • optionales Zubehör: Sensor, Fernbedienung

Optik

Die Schellenberg Rollodrive Module sind weiß und vom Design schlicht und zeitlos. Fünf selbsterklärende Tasten sind auf dem Bedienmodul zu finden. Außerdem sind dort noch drei LEDs verbaut, die Aufschluss über den aktuell verwendeten Modus geben. Das Modul wirkt insgesamt robust und stabil und bringt mit seinen fast 900 Gramm ein ordentliches Gewicht auf die Waage.

Vorbereitung & Inbetriebnahme

Zunächst muss das Stromkabel am Rollodrive angeschlossen werden. Das Kabel ist im Lieferumfang selbstverständlich enthalten. Die beiden Einzelkabel, die aus der Ummantelung heraus gucken, werden in die dafür vorgesehenen Kontakte gesteckt und mit einem kleinen Schraubendreher fixiert. Steckt man den Netzstecker nun in eine Steckdose, sollte das Modul bereits per Tastendruck funktionieren.

Nachdem die Zentrale an den Strom und den Router (in unserem Fall eine Fritzbox) angeschlossen wurde, wird man via „Smart App“ (iOS/Android) durch die Erstinstallation geführt. Auch die Kopplung der Geräte ist Dank der übersichtlichen App schnell erledigt. Ein letzter erfolgreicher Testversuch und es kann los gehen mit dem richtigen Einbau.

 

Einbau

Der Einbau ist in der mitgelieferten Anleitung in Bild- und Textform gut erklärt. In einer Schritt für Schritt-Anleitung wird man durch alle notwendigen Schritte geführt. Im Prinzip ist der Einbau des Moduls relativ einfach und besteht in den wesentlichen Teilen aus folgenden Schritten: alten Gurtwickler herausnehmen (Achtung! Die Feder steht unter Spannung.), Gurt in den Rollodrive einführen, einsetzen, festschrauben und mit Hilfe der Bedienungsanleitung Modul und Gurt richtig einstellen. Hat man das Gerät bereits mit der Zentrale gekoppelt, sollte es nun einsatzbereit sein.

Schwierig wird es eigentlich nur dann, wenn der Rollodrive nicht in das vorhandene Gurtwickler-Loch passt. Und genau das war bei unserer Altbau-Wohnung der Fall. Es fehlten nur wenige Millimeter an Höhe und Breite. Hier helfen dann leider nur Hammer, Meißel und Ausdauer, da der Schacht entsprechend für das neue Modul erweitert werden muss. Mit viel Geduld, dem passendem Werkzeug und etwas handwerklichem Geschick, ist dies jedoch auch für ungeübte Handwerker keine unlösbare Aufgabe.

Wer sich noch ein bisschen mehr Arbeit machen möchte, der wechselt am Besten direkt auch den Gurt mit aus. Wir haben uns erst einmal dagegen entschieden, werden das auf Grund des sehr starken Farbunterschiedes allerdings zu einem späteren Zeitpunkt sicherlich noch nachholen.

Alltagstauglichkeit

Hat man den Rollodrive erst einmal richtig eingestellt und 0% und 100% vom Rollostand richtig definiert, funktioniert das System einwandfrei. Es gibt neben der manuellen Bedienung zusätzlich vier verschiedene Modi: Individuell programmierbar, Tagesprogramm, Wochenprogramm, Astrofunktion. Der individuelle Modus, das Tages- und das Wochenprogramm, sind vermutlich selbsterklärend. Daher möchte ich an dieser Stelle nicht noch einmal genauer darauf eingehen, dass man hier für bestimmte Tage Zeitpläne anlegen kann.

Interessant wird es beim Astro-Modus. Denn hier greift die Zentrale aktuelle Daten aus dem Internet ab und eine Programmierung nach Sonnenaufgang, -untergang und -höchststand ist möglich. Der Rollladen lässt sich damit automatisch zu bestimmten Sonnen-Ereignissen hoch- bzw. herunterfahren.

Richtig eingestellt lässt sich das System übrigens nicht nur via Bedientasten auf dem Modul bedienen, sondern auch ganz bequem per Smartphone App vom Sofa aus. Das Herauf- und Herunterlassen des Rollos funktioniert via App auch zuverlässig von unterwegs. Die Geschwindigkeit ist dabei angenehm schnell und die Lautstärke erstaunlich gering.

Sensoren, Schaltsteckdose und weiteres Zubehör

Das Rollladen-System von Schellenberg ist mit optionalem Zubehör erweiterbar. Für ~20 Euro gibt es beispielsweise noch einen Sonnen-Sensor dazu, der den Stand der Sonne erkennt und den Rollladen vollautomatisiert einstellt. Außerdem gibt es auch noch Fernbedienungen und Schalter.

Schellenberg bietet im Produktsortiment unter anderem auch Schaltsteckdosen zur Heimautomatisierung für den Indoor- und Outdoorbereich an. Für den Rollodrive ist die Schaltsteckdose zwar nicht zwingend notwendig, wir nutzen sie allerdings dennoch dafür. Mit smarten Steckdosen kann man generell einiges anstellen – ich bin ja bekanntlich ein großer Fan davon. Wir nutzen unsere smarten Steckdosen beispielsweise um Haushaltsgeräte oder Licht fernzusteuern oder via Wenn-Dann-Bedingung unsere Überwachungskamera einzuschalten, wenn wir das Haus verlassen.

Freunde von klaren Strukturen kommen bei Schellenberg voll auf ihre Kosten: wer nicht diverse Schaltzentralen in seinem/r Haus/Wohnung haben möchte, der sollte sich einmal durch das Sortiment von Schellenberg wuseln. Neben Rollladen-Automatisierung und smarten Steckdosen findet man im Sortiment beispielsweise auch smarte Heizthermostate oder Alarmsysteme für Fenster und Türen. Wer schon immer über die Anschaffung von mehreren dieser Elemente nachgedacht hat, könnte im Schellenberg-Sortiment fündig werden.

Home Control via App

Selbstverständlich hat man auch bei Schellenberg alles via App im Blick. Die App ist kostenlos und recht übersichtlich gestaltet. Nach kurzer Einarbeitungszeit in die App, lief bei mir alles wie am Schnürchen. Die Inbetriebnahme der Schaltzentrale war in wenigen Schritten erledigt und auch weitere Module waren schnell hinzugefügt. Geräte lassen sich übersichtlich in Räume gliedern und per „Wenn-Dann-Bedingung“ steuern. Ob man individuelle Programmierungen vornimmt oder beispielsweise auf die Astrofunktion (Sonnenaufgang, Sonnenuntergang, etc) zurückgreift, ist dem Benutzer dabei selbst überlassen. Die App bietet viele praktische Spielereien.

Fazit

Die Schellenberg Produkte sind gut verarbeitet und hochwertig. Es ist ein weiterer Schritt, unser altes Gebäude ein bisschen smarter zu machen – und das auf verhältnismäßig einfache Art und Weise. Der Einbau wäre – sofern das Gurt-Loch groß genug gewesen wäre – vermutlich eine Sache von 20/30 Minuten gewesen. So hat es bei uns etwas länger gedauert. Das Ergebnis ist für mich dennoch einfach überzeugend: wenn sich 50 Jahre alte Rollläden mit relativ wenig Aufwand automatisieren lassen, ist das einfach genial. Jetzt fehlt eigentlich nur noch der eigene Schellenberg Alexa/Google Home Sprach-Skill und die Heimautomatisierung bei uns in der Wohnung erreicht wieder ein neues Level.

Leicht irritiert bin ich von der Tatsache, dass das Schellenberg-System Informationen mittels Funk überträgt. Ich hätte mir ein zeitgemäßeres Z-Wave-Modell gewünscht – auch, weil vermutlich fast jeder Leser bereits eine Z-Wave Zentrale im Haushalt hat. Diese Anhäufung von unterschiedlichen Zentralen empfinde ich als sehr nervig: wir benötigen bald ein eigenes Zimmer für all unsere Zentralen…

Der Hersteller verspricht allerdings durch den selbstentwickelten Funk-Standard eine 100-prozentige Zuverlässigkeit der gekoppelten Elemente. Der Langzeittest wird an dieser Stelle zeigen, ob das wirklich so ist – bisher haben wir keinen Grund zur Beanstandung. Rollo rauf… Rollo runter… läuft!

Nachteil

Ein Nachteil ergibt sich aus diesem besonderen Funk-Standard: der hohe Anschaffungspreis durch die notwendige Schellenberg Zentrale, die auch noch einmal mit rund 230 Euro zu Buche schlägt. Hat man die Zentrale bereits, kann man die Rollodrive Module einzeln kaufen. Je nach Modell bezahlt man hier ab ~80 Euro aufwärts pro elektrischem Gurtwickler. Das hier vorgestellte Premium Modell liegt bei ~200 Euro.

Bei Schellenberg scheint jeder Cent gut investiert zu sein. Der Service ist gut: allein durch die Tatsache, dass die Produkte in vielen Baumärkten vertrieben werden, findet man eigentlich überall einen kompetenten Ansprechpartner, der bei Fragen und Problemen zur Verfügung steht. Auch Ersatzteile oder weitere Elemente sind so immer schnell organisiert.

Neugierig geworden?

Wer sich von der Qualität der Produkte überzeugen möchte oder so ein Gerät mal im Einsatz sehen möchte, der geht am Besten direkt zum nächsten Baumarkt und schaut sich vor Ort alles in Ruhe an und lässt sich beraten. Für alle anderen gibt’s das Produkt z. B. auch bei Amazon zu kaufen.

Ich bedanke mich beim Hersteller für die Bereitstellung des Testmusters. Informationen zu ethischen Grundsätzen.