Sennheiser GSP 300

Ich habe bisher acht Gaming Multiplattform Headsets in längeren Tests ausprobieren dürfen, über einige davon habe ich hier bei gdgts berichtet, über weitere habe ich Videos auf meinem YouTube-Kanal gemacht. Noch nie hat es ein Testmuster so nah an mein persönliches Referenzmodell heran geschafft wie das Headset von Sennheiser und konnte sogar in zwei Punkten vorbeiziehen. Mal als Spoiler: ich habe immer noch nicht das perfekte Gaming-Headset für mich gefunden, aber das Sennheiser GSP 300 ist unfassbar nah dran. Alle Details in meiner Review.

Erster Eindruck

Das Sennheiser GSP 300 wird in einem schlichten, aber sehr hochwertigen Karton geliefert. Im Inneren befindet sich eine Plastikschachtel, die den hochwertigen Ersteindruck leider wieder etwas senkt. Nach dem Öffnen wird dieser Eindruck jedoch sofort erneut widerrufen und der Inhalt versprüht einen hochwertigen Gesamteindruck. Obwohl das GSP 300 komplett aus Kunsstoff gefertigt ist, wirkt es sehr stabil. Außerdem fällt beim Herausheben des Headsets positiv auf, wie leicht es ist. Die Polster wirken sehr komfortabel und bieten eine hervorragende Polsterung. Ein kleines Manko tut sich jedoch beim Kabel auf, dieses ist komplett gummiert, relativ dünn und trotzdem sehr steif. Hier bevorzuge ich persönlich die mit Stoff ummantelte Variante. Aber obwohl das Kabel vergleichsweise dünn ist, konnte ich bislang keinerlei Beschädigungen oder echte Schwachpunkte finden, obwohl ich es bei Testmustern durchaus gerne mal darauf anlege, einen Fehler zu finden.

Ergonomie & Komfort

Wie gesagt fühlt sich das GSP 300 wirklich leicht an, was durch den neuen Spreizkopfbügel, der den Druck reduzieren und auch bei langen Gaming-Sessions für optimalen Komfort sorgen soll, zusätzlich unterstützt wird. Auch die ohrumschließenden XL Memory-Foam-Ohrpolster bieten einen wirklich sehr angenehmen Komfort, wobei ich mir persönlich hierbei denselben Stoffbezug wie beim Kopfpolster gewünscht hätte. Allerdings unterstützt der trotz allem äußerst geschmeidige Kunstlederüberzug die geschlossene Bauform und schirmt so nochmal mehr Umgebungsgeräusche ab. Durch die verwendeten Kugelscharniere an den Ohrmuscheln passen sich diese zudem optimal an den Kopf an. Auch für mich als Brillenträger ergeben sich selbst nach unzähligen Stunden am Stück keinerlei Druckpunkte. Bei Ergonomie und Komfort kann das Gaming Headset wirklich ganz gar klar punkten und nimmt hierbei sogar eine der Spitzenpositionen in all meinen Test ein.

Klang

Ach verdammt, ich komme nicht aus dem Loben heraus. Der Sound des Stereo-Headsets ist unfassbar genial. Ich kann es nicht anders sagen. Selbst ohne externe Soundkarten, Kopfhörer-Verstärker, besondere Einstellungen oder sonstige Verbesserungen ist das GSP 300 eins der brilliantesten Sounderlebnisse, die ich bisher beim Thema Gaming hatte. Und auch bei Musik oder Film setzt sich das gnadenlos fort. Hier kann man Sennheiser wirklich nur loben. Auch die Lautstärke des Headsets ist absolut phänomenal. Lediglich mein Lieblingsheadset kann insgesamt da annähernd mithalten, das kostet allerdings auch dreimal so viel wie das schwarz-blaue Klangwunder von Sennheiser. Ich wäre äußerst neugierig wie Sennheiser selbst das nochmal mit ihren eigenen teureren Modellen toppen will. Das GSP 300 ist beim Dynamikumfang und der Tontreue schon sehr nah im Bereich meiner Studio-Kopfhörer. Nur der Bassdruck ist für eine perfekte Ausgewogenheit ein klein wenig zu hoch, aber für ein Gaming-Headset absolut perfekt.

Ein Joker bleibt mir aber noch, denn alle Gaming-Headsets haben ja für gewöhnlich, unabhängig von ihrer Preisklasse, immer eine Achillesferse: das Mikrofon! Aber nein, auch hier will Sennheiser mir nicht den Moment des erhobenen Zeigefingers gönnen. Sennheiser verbaut ein Noise-Cancelling-Mikrofon in Broadcast-Qualität und so klingt es auch. Hintergrundgeräusche werden sehr gut reduziert und durch einen verkürzten Mikrofonarm verringern sich Atemgeräusche. Und ich muss es tatsächlich reumütig zugeben: ich persönlich habe noch nie ein Gaming-Headset mit einem so gut klingenden Mikrofon benutzt. Egal ob Podcast, Livestream oder Let’s Play, mit dem Headset kann man mit einem wirklich hervorragenden Sound zu einem tollen Preis ins Games-Broadcasting einsteigen!

Technische Spezifikationen

  • Farbe: schwarz
  • Tragesystem: Kopfbügel
  • Impedanz: 19 Ω
  • Anschlussstecker: 2 x 3.5 mm / 1 x 3.5 mm (PCV 05 Combo Audio Adaptor)
  • Audio-Übertragungsbereich (Mikrofon): 10 – 15,000 Hz
  • Audio-Übertragungsbereich (Hörer): 15 – 26,000 Hz
  • Schalldruckpegel bei 1 kHz: 113 dB
  • Ankopplung an das Ohr: Circum-aural
  • Kabellänge: 2 m
  • Richtcharakteristik: Noise-cancelling
  • Feldübertragungsfaktor: – 41 dBV/PA

Features

Das Sennheiser GSP 300 ist, wie gesagt, komplett aus Kunststoff gefertigt, dieser macht aber einen wirklich stabilen und haltbaren Eindruck. Außerdem bietet Sennheiser eine internationale zweijährige Garantie auf jedes ihrer Modelle.

Das Headset kann mit dem 2m langen Kabel direkt am PC angeschlossen werden, zur Nutzung an Konsolen oder mobilen Geräten mit einer vierpoligen 3,5mm Eingangsbuchse liegt noch der PCV 05 Audio Combo Adapter bei. Hier könnte den einen oder anderen die enorme Kabellänge stören, ich fand sie aber eher positiv. Ich hatte wirklich viel Bewegungsfreiheit dadurch.

Das Lautstärkerad am rechten Ohrhöher bietet extrem schnellen und wirklich präzisen Zugriff auf diese Einstellung. Die Lautstärke kann durch die Endpunkte des Drehrads wirklich sehr fein eingestellt werden. Und selbst bei der enormen Maximallautstärke ist der Klang wirklich einwandfrei und absolut kristallklar. Allerdings ist mir die höchste Einstellung in den meisten Fällen wirklich zu laut, was aber keinesfalls als negativ zu verstehen ist.

Ein weiteres Ausstattungsmerkmal ist der obligatorische Mikrofon-Mute, den man bei fast allen Gaming-Headsets von Sennheiser in dieser Form wiederfindet. Möchte man seine eigene Stimme lautlos stellen, klappt man einfach den Mikrofonarm nach oben. In meinen Tests hat das leider immer ein leises Knacken auf Aufnahmen oder für meine Freunde im Chat zur Folge gehabt. Es ist nicht laut, aber gerade beim Broadcasting schon ein klein wenig störend.

Neben einem mit stoffummanteltem Kabel hätte ich mir tatsächlich noch ein weiteres Feature gewünscht, das mir eventuell aus Gewohnheit ein wenig fehlt. Ich mag drehbare Ohrmuscheln, die es deutlich komfortabler machen, ein Headset kurz abzunehmen und im Nacken abzulegen. Aber ein Headset ist ja zum Tragen und nicht zum Absetzen gedacht, deswegen kann ich darauf durchaus auch verzichten. Für ein perfektes Headset wäre das aber trotz allem für mich persönlich ein Must Have Feature.

Fazit

Wer ein Gaming-Headset sucht, das super komfortabel sitzt, hervorragend klingt und eins der besten Mikrofone hat, der ist mit dem dem Sennheiser GSP 300 absolut bestens bedient. Dazu ist das Headset auch noch ein absoluter Preistip und in seiner Preisklasse allen seinen Konkurrenten für mein Empfinden deutlich überlegen. Bei dem Preis sind auch meine drei absolut subjektiven Änderungswünsche (Stoffüberzüge für Ohrpolster, stoffummanteltes flexibles Kabel & drehbare Ohrmuscheln) komplett zu vernachlässigen und das GSP 300 von Sennheiser bekommt von mir eine unbedingte und uneingeschränkte Kaufempfehlung, es ist mit Abstand eins der besten Gaming-Headsets, die ich bisher testen durfte. Das Sennheiser GSP 300 bekommt man bei Amazon für unter 100,- €.

Ich bedanke mich beim Hersteller für die Bereitstellung des Testmusters.
Informationen zu ethischen Grundsätzen.

1 Kommentare

  1. Pingback: Meine Review zum Sennheiser GSP 300 | #Fernspieler

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