Videogames

Snipperclips

Zugegeben: Die Nintendo Switch ist nicht das Powerhouse der Konsolen und Grafikfreaks werden sicher lieber zu einer Xbox Scorpio greifen. Zum Launch der Konsole gab es zudem nicht gerade eine riesige Auswahl an Titeln. Aber wer Nintendo kennt, weiß: Es kommt nicht wirklich auf Grafik und massenweise Auswahl an. Nintendo punktet oft mit innovativen Ideen und tollem Gameplay. Ob das bei Snipperclips der Fall ist, erfahrt ihr bei uns.

Günstig, kreativ und witzig

Snipperclips ist eine Art Spiel, wie man sie noch nie erlebt hat. Das Konzept ist verrückt, lustig und interessant und glücklicherweise macht das Ganze auch noch außerordentlich Spaß. Direkt vorab: Dieses Spiel macht erst im Multiplayer wirklich Sinn und ich kann euch hier sofort verraten, dass ich die 20 Euro für den digitalen Download komplett gerechtfertigt finde.

Bei Snipperclips steuert ihr mit jeweils vom Tablet getrennten Joycon Controllern eine Figur aus Papier (je Spieler einen Joycon im Querformat). Eure Aufgabe besteht darin, teils relativ einfache (aber auch komplexe) Puzzles zu lösen. Dies geschieht mithilfe einer Mechanik, wie ich sie in keinem Spiel vorher gesehen habe: Ihr „schneidet euch zurecht“ oder „werdet zurecht geschnitten“. Euer „Teamkollege“ kann Teile aus euch heraus schneiden und ihr könnt dasselbe bei ihm tun. Verschneidet man sich, kann man durch Knopfdruck auch seine Fehler wieder rückgängig machen. Zwei einfache Beispiele für Puzzles, die euch im Spiel begegnen werden und auf denen andere aufbauen, habe ich für euch herausgesucht. Alle vorzsutellen, würde definitiv den Rahmen sprengen.

Match the Shape

Der einfachste Modus und perfekt für den Start des Spiels. Euch wird der Umriss einer Form angezeigt, die ihr mit eurem Partner bilden sollt. Eure Ursprungsform ist immer die auf dem Screenshot oben gezeigte (roter Charakter). Ich würde sie als Pistolenkugel-Form bezeichnen. Nun liegt es also an euch im Team zu arbeiten und euch gegenseitig in Form zu bringen. Im wahrsten Sinne des Wortes. Ihr schneidet Teile eures Partners ab und lasst selbst an euch herumschneiden, damit ihr gemeinsam die angezeigte Form nachbilden könnt. Zu Beginn ist das Ganze relativ einfach, in höheren Leveln wird es allerdings wesentlich komplexer und man muss sich besser absprechen. Ducken, auf die Zehenspitzen stellen, drehen – oder auch all das in Kombination – euch wird auf dem Weg zum Ziel später einiges abverlangt. Richtig schwierig wird es bei dieser Art des Puzzles nicht wirklich. Das ist aber auch nicht das Konzept des Spieles, wie ihr später meinem Fazit entnehmen könnt.

Mocking Birds

Eure Aufgabe besteht darin, Vogeleier von einer Stelle zu einer anderen zu befördern (vom Schlauch ins Nest? Irgendwie sowas…). Das Ganze stellt sich allerdings problematischer dar, als man denken könnte, da eure Spielfiguren die Eier nicht eigenhändig transportieren. Euer „Spiegelbild“ fungiert sozusagen als Transportmittel und sowohl eure Form als auch eure Neigung (und zwar nur die Neigung!) wird auf das Spiegelbild projiziert. Im Screenshot unten kann man das ganz gut sehen. Und wie ihr euch sicher schon gedacht habt, ist so ein Vogelei natürlich nicht unbedingt der stabilste Gegenstand für einen Transport. Fingerspitzengefühl und gute Absprache mit eurem Partner ist hier wieder sehr wichtig.

Und überhaupt ist bei Snipperclips Teamplay das Zauberwort. Ohne euch abzusprechen und immer zu kommunizieren, was euer Plan ist, habt ihr keine Chance. Und dabei entstehen wunderbare Gespräche wie: „Steck das doch mal bei mir rein und dann schneide ich dir da oben was ab!“ Man muss unweigerlich lachen und Frust oder Ärger kommt nicht wirklich auf. Hinzu kommt, dass der Charme und die unglaublich lustigen Grimassen der Figuren immer wieder für einen Lacher sorgen. Kombiniert das mit witzigen Geräuschen und Musik mit Ohrwurm-Garantie und ihr habt ein tolles Multiplayer Erlebnis namens Snipperclips.

Umfangreicher als erwartet

Von einem Spiel wie Snipperclips erwarte ich eigentlich nicht viel mehr als eine kleine Minispiele-Sammlung. Im Endeffekt war ich vom Umfang des Spiels aber dann sehr positiv überrascht. Nicht zuletzt durch verschiedene Themenwelten und einige kniffligere Puzzles, weiß Snipperclips zu überraschen und zu begeistern. Interessant zu sehen war auch, dass außer „Match the Shape“ keines der Puzzles nur einen Lösungsweg bietet. Ihr habt etliche Möglichkeiten und der Weg ist das Ziel. Um den Umfang mit Zahlen zu untermauern: 45 Level bzw. Puzzles gibt es, welche nach und nach freigeschaltet werden, wenn ihr eine bestimmte Anzahl gelöst habt.

Erstaunt waren meine Mitspieler und ich zudem davon, dass die Steuerung mit den winzigen Joycons wirklich vollkommen in Ordnung geht. Wir haben in einer Session knapp zwei Stunden gespielt und keinerlei Probleme mit Müdikgeitserscheinungen gehabt – obwohl wir nicht einmal die Straps genutzt haben. Neben dem kooperativen Spielmodus bietet Snipperclips auch noch einen kompetitiven, den man mit mehr als zwei Spielern bestreiten kann. Dieser ist mindestens genauso lustig wie der kooperative Modus. Lust auf eine Partie Basketball, bei der ihr eurem Gegner den „Weg abschneiden“ könnt? Oder vielleicht gleich den ganzen Körper? Dann ist Snipperclips euer Spiel. Ihr lest sicherlich schon heraus, dass ich meine Investition von 20 Euro im Nintendo eShop nicht bereut habe. Und wer Lust auf Couch- (oder Biergarten?) Coop hat, wird den Kauf sicherlich ebensowenig bereuen wie ich.

1 Kommentar

  1. Ja Snipperclips ist total cool!
    Ich stimme dir da zu, sonst müsste ich deine worte ja wiederholen und das brauch ich ja nicht. Man hat ja den Eintrag gelesen und sieht wie cool es ist!
    Umarmungen!

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