Fitness

Spire

Ein Wort, welches man in letzter Zeit vermehrt zu hören bekommt, lautet „Achtsamkeit“. Zusammengefasst kann man Achtsamkeit als eine Art Meditation bezeichnen, wobei das zu wenig gesagt wäre. Bei Achtsamkeit geht es darum, sich seiner selbst und Dingen, die man tut, wieder bewusst zu werden. Und sich darauf zu konzentrieren und Dinge bewusst zu erleben und zu tun. Doch was hat das ganze jetzt mit Fitness – oder mehr noch – mit einem Fitness-Tracker zu tun? Ich habe mir den Spire angesehen, der für Achtsamkeit sorgen möchte.

Marmor, Stein und Eisen bricht – Aber der Spire … nicht?

Der Spire ist dafür zuständig, eure Atmung zu überwachen. Im ersten Moment  mag das seltsam klingen und ihr fragt euch sicher, wie das von statten gehen soll. Zurecht. Nein, ihr setzt keine Maske auf oder blast in irgendwelche Röhrchen. Der Spire wird mit einem Clip an der Unterwäsche (Boxershort, Slip, BH, etc.) befestigt. Da er wasserfest ist, stellt dabei Schweiß kein großes Problem dar.

Für mich persönlich hat allerdings etwas anderes bei dieser Art der Befestigung zum Problem geführt: Für meinen Geschmack ist der Spire etwas zu dick. Bei längerem Tragen unter Jeans und Unterhose und vor allem im Sitzen, konnte ich mich einfach nicht an das Gefühl gewöhnen. Das Material fühlt sich angenehm an. Die Oberfläche sieht fast aus wie ein leicht rauher Stein. Und fühlt sich auch fast so an. Aber leider drückte mir der Tracker das ein oder andere mal unangenehm in den (zugegeben, nicht sehr kleinen) Bauch.

Nachts habe ich ihn dann nicht getragen, weil ich es leider als zu unangenehm empfand. Was sehr schade ist, da der Spire auch eure Schlafgewohnheiten aufzeichnet. Theoretisch. Dafür muss man ihn aber natürlich auch anziehen. Oder? Leider nicht unbedingt…

Die Atmung eines Kleiderschranks

Im längeren Test des Spire ergab sich folgendes Szenario: Aufgrund meiner persönlichen Probleme mit der Unbequemlichkeit zog ich beim Umziehen den Spire aus und legte ihn vorübergehend in den Schrank. Neugierig auf die Ergebnisse öffnete ich die App (welche für iOS und Android kostenlos zur Verfügung steht und ohne die er nicht funktioniert). Und siehe da: Die Atmung wurde weiterhin aufgezeichnet. Aber welche? Meine? Nein, offenbar die des Schranks. Oder sonstige Dinge, die eben mit Atmung nichts zu tun hatten. Eine Funktion der App ist das bewusste Atmen. Man muss sich das ungefähr wie ein Mini-Spiel vorstellen, die einem spielerisch das Ein- uns Ausatmen in ruhiger Form nahe bringt. Laut dem Spire hat mein Schrank das ganz hervorragend gemeistert. Und das ist eben dann leider relativ schade.

Kauft man sich einen Tracker, der die Atmung kontrolliert und Tipps gibt, sollte man auch erwarten, dass der Tracker bemerkt „Da stimmt etwas nicht.“ – Dass kein Körperkontakt besteht oder keine Atmung vorhanden ist, muss da erkannt werden. Legt man den Tracker nämlich beim Duschen oder Schlafen beiseite, misst er willkürlich irgendwelche Werte. Und das verfehlt natürlich völlig die Grundidee des Produkts, welche ich eigentlich interessant finde.

Die Funktionen eines Achtsamkeitstrackers

Der Spire stellt euch (in der Theorie, bzw. wenn ihr ihn nicht gerade in den Schrank legt) in der App recht interessante Daten zur Verfügung. Ihr könnt sehen, wann ihr angespannt wart, wann ihr aktiv wart und wann ihr entspannt oder ausgeruht agiert habt. Leider muss ich persönlich auch hier wieder Abstriche machen. Anbei ein Screenshot dazu, weitere Infos darunter.

Wie ihr sehen könnt, misst der Spire Werte wie Inaktivität, Anspannung und Konzentration. Leider stimmen die Werte bei mir so gut wie nie. Auf dem abgebildeten Screenshot war ich vier Stunden wandern. Zusammengerechnet kommt der Spire nicht einmal auf vier Stunden. Die Schrittzahl ist völlig falsch, „mostly active“ – wenn ich angeblich 47 Minuten inaktiv und 11 aktiv war, macht ebenfalls keinen Sinn. Insgesamt hatte ich den Spire an diesem Tag 12 Stunden an, Werte wurden aber nur für ein paar Minuten gemessen. Das ist leider sehr ärgerlich. Und wenn man jetzt noch bedenkt, dass es sich um ein Gadget für über 120 Euro handelt, ist das gleich doppelt ärgerlich.

Fazit

Auch Schrittzähler sind nie wirklich genau. Aber spätestens an dem Tag auf dem Screenshot habe ich mich dann gefragt: Was bringt mir ein Tracker, der irgendwelche Zahlen zu erfinden scheint und im Schrank Atmung misst? Leider wenig bis gar nichts. Ich weiß nicht, ob das Problem bei mir einfach extrem ist. Ich kann aber auch schlecht ein Gerät, das in meiner Unterhose verankert war, jemand anderem zum Testen vorbei schicken. Somit kann ich hier nur von meinen Erfahrungen sprechen und ich muss leider vom Kauf abraten, auch wenn mir das Konzept sehr gut gefällt. Wenn’s nicht funktioniert nützt mir das leider auch nicht viel.

 

 

Ich bedanke mich beim Hersteller für die Bereitstellung des Testmusters. Informationen zu ethischen Grundsätzen.

1 Kommentar

  1. Interessantes Konzept. Allerdings – wie du geschrieben hast – mehr als fehlerhaft. Ein Activity- Tracker, der Werte misst, obwohl man ihn nicht am Körper trägt …. also dann erscheinen die Messwerte, wenn der Tracker am Körper ist/ war, ebenfalls sehr unglaubwürdig. Kurzum: Elektronikschrott.

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