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Stardew Valley

Quickpick

Wir starten unsere Indie-Serie mit einem Titel, der mir sehr viel Freude bereitet hat und mir sehr am Herzen liegt: Stardew Valley wurde – ähnlich Minecraft – von einer einzigen Person entwickelt. Mehr noch: Eric Barone, der Entwickler, hat tatsächlich von Grafik über (der hervorragenden) Musik bis hin zum Gameplay alles alleine auf die Beine gestellt. Und das Ergebnis ist nicht nur eines der erfolgreichsten Steam-Spiele der letzten Jahre, sondern ausserdem noch ein großartiges Spiel, das den Erfolg völlig verdient hat.

Ein idyllisches Dorf mit Nintendo-Feeling

In Stardew Valley übernehmt ihr eine Farm in „Pelican Town“. Zunächst klingt das nicht wirklich nach einem überzeugenden Spielkonzept. Durch FarmVille und Farming Simulator hatten wir davon in letzter Zeit sicher alle mehr als genug. Doch nicht nur durch die charmante Grafik (lasst euch durch die niedliche Optik nicht täuschen, dieses Spiel ist unglaublich komplex!) weiß Stardew Valley zu überzeugen: Man trifft Dorfbewohner, baut Beziehungen zu ihnen auf, darf herzallerliebst geschriebenen Dialogen beiwohnen und ich kann mich dem Gefühl nicht erwehren, hier direkt an ein paar Titel von Nintendo denken zu müssen.

Achtung: Suchtgefahr

Karotten anbauen, Kühe melken, Mayonnaise verarbeiten, kochen und Höhlen nach Geheimnissen erforschen sind nur ein Bruchteil der Aufgaben, die euch als Farminhaber erwarten. Stardew Valley ist so viel mehr als ein Farm-Spiel: Die Bewohner von Pelican Town haben alle eine eigene – meist interessante – Geschichte und wenn euch jemand wirklich richtig gut gefällt, läuten die Hochzeitsglocken. Das Spiel ist zu keinem Zeitpunkt hektisch, da ihr selbst bestimmt, was ihr wann tun möchtet. Wenn ihr ein Jahr lang nur Holz hacken möchtet, dann hackt ihr eben ein Jahr lang nur Holz.

Stardew Valley hat einen nahezu meditativen Effekt. Euren Pflanzen beim Wachsen zusehen, Gespräche führen und Höhlen erkunden klingt vielleicht repetitiv, es macht aber einfach Spaß und geht gut von der Hand. Auch das Crafting System, das euch im Spiel je nach Fortschritt immer mehr Möglichkeiten bietet, ist sehr schön umgesetzt und überfordert nicht. Hinzu kommt eine stellenweise gesellschaftskritische Sicht auf einige Geschehnisse. Oft mit einem zwinkernden Auge, manchmal aber auch mit einer Träne in selbigem.

Ich empfinde Stardew Valley als eine Mischung aus Animal Crossing und Harvest Moon. Allerdings bin ich mit keinem der beiden richtig warm geworden. Stardew Valley trifft einen Nerv, von dem ich nicht wusste, dass er existiert. Und sehr viele der Käufer des Spiels sehen das ähnlich wie ich.

Wenn ihr jetzt Lust auf Stardew Valley bekommen habt: Dies ist kein Hardware-Fresser und egal ob Xbox One, Playstation 4, Mac oder PC, sucht euch eure Version heraus und suchtet los! Zudem kommt Stardew Valley im Sommer sogar für Nintendos Switch (Multiplayer-Update inklusive!)

Übrigens: Ich habe Stardew Valley auf einem Mac Mini (von 2008!), der Xbox One und der Playstation 4 kombiniert etwa 80 Stunden gespielt und nicht ansatzweise alles gesehen, was das Spiel bietet. Das sollte euch einen Eindruck darüber geben, wie komplex und umfangreich das Spiel ist.