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Synology DiskStation Remote Backup zu Raspberry Pi / OpenMediaVault

Ich habe es letztens schon angedeutet, dass ich darüber nachdenke mein Crashplan-Abo zu kündigen, noch ist es aber nicht ganz so weit. Vorher wollte ich gerne erst einmal ohne weiteres Geld auszugeben ausprobieren wie ich mit einer eigenen Lösung klar kommen würde. Meine DiskStation DS415+ liefert alle Dienste mit, damit man recht einfach ein Remote Backup durchführen kann. Genau meine ich das vorinstallierte Paket Datensicherung & Replikation. Mit diesem Dienst kann man nicht nur lokale Backups erstellen, was ich natürlich auch nutze, sondern eben auch andere Server als Backup Ziel wählen.

Was braucht man dafür? Einen zweiten Server. Dabei kann man entweder eine Synology DiskStation nehmen oder man nutzen einen eigenen Rsync-Server. Die zweite DiskStation ist wahrscheinlich die einfachste, sicherste und komfortabelste Lösung doch ich wollte ja erstmal kein zusätzliches Geld ausgeben für meinen Alpha-Test. Daher ist es bei mir jetzt einfach der kleine vorhandene Banana Pi und eine USB-Platte geworden. Nicht sonderlich leistungsstark aber günstig. Man kann natürlich auch einen Raspberry Pi 2 nehmen. Der Pi wird mein Rsync-Server.

rsync ist sowohl ein Netzwerkprotokoll als auch ein unter der GPL stehendes Programm zur Synchronisation von Daten, meistens über ein Netzwerk. Die Synchronisation läuft bei rsync nur unidirektional, also von einem Quellverzeichnis zu einem Zielverzeichnis, ab. https://de.wikipedia.org/wiki/Rsync

Was braucht man für das Remote Backup zum Rsync-Server?

  1. Eine Synology DiskStation (oder ggf. anderes NAS mit entsprechendem Feature)
  2. Rechner, NAS bzw. einen Raspberry Pi
    1. SD-Karte (ich empfehle mindestens 16 GB)
    2. USB-Netzteil
    3. Netzwerkkabel oder Wifi-Dongle
  3. OpenMediaVault Image (Homepage, Banana Pi Download, Raspberry Pi Download)

OpenMediaVault ist ein OpenSource NAS-Betriebssystem das auf Debian basiert und ein FreeNAS-Ableger ist. Das System kann man verhältnismäßig einfach installieren bzw. mit passendem Tool auf USB-Stick oder SD-Karte kopieren. Für die Pi und Mac-User empfehle ich Apple-Pi-Baker.

Rsync-Server Setup OpenMediaVault

Das grundlegende Setup von OpenMediaVault überspringe ich hier mal. Es ist nicht so einfach die bei einer DiskStation aber eben auch nicht so schwer als wenn man selbst ein Debian als Server aufsetzt. Für fast alles gibt es Funktionen in der Web-GUI von OpenMediaVault. Mein kurzer Abriss eines ersten Setups: admin und root Passwörter ändern, Firewall aktivieren, System aktualisieren, User anlegen, SSL-Zertifikat anlegen, File-System der Platte einrichten, File System mounten, Share erstellen.

Soweit sollte OpenMediaVault schon mal laufen nun geht es an die Einrichtung des Rsync-Servers und die geht auch recht einfach von der Hand. Der Rsync-Dienst ist vorinstalliert und kann im WebGUI eingerichtet werden.

Also im GUI auf Rsync, dann den Reiter Server. Hier aktiviert man den Server. Anschließend geht man auch Modules und erstellt ein Rsync-Module. Dies ist hinterher das eigentliche Backup-Ziel. Shared Folder aussuchen, einen Name vergeben, die restlichen Einstellungen können so bleiben. Nun noch im Reiter User einen passenden Rsync-eigenen-User anlegen. Abschließend alles speichern. Nun ggf. den eingestellten Port (834) in der Firewall freigeben.

Nun wäre Rsync für ein erstes Backup schon bereit. Doch ich möchte das Backup später remote hinter einen dynamischen IP-Adresse durchführen. Daher ist es praktischer sich noch einen DynDNS-Dienst einzurichten, der die IP-Adresse entsprechend verwaltet. Dafür kann man sich bei NoIP einen kostenfreien Account anlegen. Diese Accountdaten kann man dann im DDClient von OpenMediaVault hinterlegen. Den DDClient muss man sich selbst unter den OMV-Extras.org vorab installieren. Mit der entsprechenden NoIP-Domain könnt ihr den OpenMediaVault jetzt immer von überall erreichen.

Rsync-Backup Setup DiskStation

Den eigentlichen Backup-Prozess auf der DiskStation einzurichten ist nun wirklich einfach. Als Admin einloggen und Datensicherung & Replikation öffnen. Unter Datensicherung eine neue Datensicherungsaufgabe erstellen.

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Der Assistent leitet euch durch das Setup. Im ersten Schritt nun Netzwerksicherungsziel auswählen. Im zweiten Schritt als Servertyp rsync-kompatibler Server wählen und beim Servernamen eure NoIP-Domain eintragen. Benutzername und Passwort sind die, die ihr in eurem Rsync-Module erstellt habt. Habt ihr die Daten eingegeben und alles läuft korrekt, dann solltet ihr unter Backupmodul den Namen eures vorher erstellen Moduls auswählen können. In den weiteren Schritten müsst ihr nur noch auswählen was ihr sichern möchtet und wann die Sicherung laufen soll. Und schon habt ihr ein eigenes Remote Cloud Backup für eure DiskStation. Es ist alsoe sehr einfach seine DiskStation Daten auch Remote zu sichern wenn erstmal ein passenden Backup-Ziel vorhanden ist. Die kann eine andere DiskStation, ein Rsync-Server oder auch verschiedene öffentliche Cloud-Dienste (Amazon S3, Microsoft Azure) sein.

diskstation rsync remote backup diskstation backup läuft

Tipp Man kann die Serveradresse des Rsync-Server-Ziels nachträglich in der DiskStation ändern. Ich habe daher mein erstes Backup im lokalen Netzwerk mit lokaler IP-Adresse gemacht und dann erst nachträglich die NoIP-Domain eingetragen und den Server an seinen eigentlichen Aufstellungsort gebracht. So geht das erste Backup viel schneller.

Wie geht es weiter?

Ich werde mein OpenMediaVault / Pi-Setup erstmal ein paar Wochen testen und schauen wie es läuft. Bei erfolgreichem Test werde ich aber wohl den Pi durch eine Synology DiskStation DSM215j ersetzten, da diese leichter zu verwalten ist, mehr Plattenplatz bietet und mit den Synology eigenen Diensten auch mehr leisten kann. Mir fallen dabei das Time Backup und auch die kommenden neuen Backup-Dienste von DSM 6.0 ein.

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