Mein aktuelles Fotoarchiv, die Synology Photo Station

Nachdem Aperture nun seit einigen Monaten quasi zum alten Eisen gehört. Bin ich die ganze Zeit schon auf der Suche nach einer neuen Lösung.

Photos.app und Lightroom sagen mir immer nur bestimmten Aspekten zu. Photos.app ist cool wegen dem iCloud Sync und diesen werde ich in Teilen auch benutzen in meinen weiteren Worklflow, doch die Entwicklungs- und andere Komfortfunktionen genügen meinem semiprofessionellem Anspruch nicht.

Anders sieht es bei Lightroom aus. Hier sind die Entwicklungs- und Komfortfunktionen einwandrei. Allerdings komme ich mit den Katalog/Dateihandling nicht so recht klar, ich habe meine Fotos nicht immer im Zugriff von überall und außerdem möchte ich vorerst kein Geld in das Abo-Modell investieren.

Also schaue ich mir zurzeit Capture One 8 an. Meiner Meinung nach eine sehr mächtige Fotoentwicklungsumgebung, die nach meinem Geschmack auch hochwertigere RAW-Entwicklungen macht als Lightroom. Dazu kann man Capture One ganz gut ohne wirklichen Katalog als Entwicklungsumgebung nutzen und man kann einfach eine Vollversion kaufen. Leider auch recht teuer. Ich bin noch in der Testphase.

Also bin ich aktuell bei der Überlegung die Photos.app für iPhone, iPad und Mac für alle Schnappschüsse zu nutzen. Hier sind die Bilder aber quasi nur „Work in Progress“. Fertige Bilder sollen in ein Software unabhängiges Archiv. Auf ähnliche Weise möchte ich mit meinen Fotos für den Blog und andere Shootings verfahren. Diese werden in Capture One importiert, entwickelt und dann direkt wieder archiviert.

Ich benötige also nur eine gute Archivierungsstätte für meine Fotos. In meiner Zeit mit Aperture habe ich gemerkt, dass ich auf Schlüsselwörter, Flags, Bewertungen und ähnliche Metadaten ganz gut verzichten kann. Ich habe mehr oder weniger nur Ordner und Projekte benutzt. Ich kann mich also gut von proprietäten Kataloglösungen trennen und brauche nur eine Datenablage für meine fertigen Fotos.

Und welches System liegt das näher als meine Synology DiskStation? Hier vereine ich gleich mehrer Eigenschaften, die mein Bildarchiv erfüllen soll:

  • ordentlich Speicherplatz, der auch noch erweiterbar ist.
  • verschiedene Backup Lösungen – sowohl lokal als auch in der Cloud.
  • zentraler Zugriff von zuhause und unterwegs.
  • Datei-Freigabe von Ordner für Dritte möglich.
  • Wiedergabe von Fotos auf verschiedensten Geräten.
  • außerdem ein „Katalog“ in Form der Photo Station.

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Was macht die Photo Station?

Die Photo Station ist eine Synology App, die auf dem NAS läuft. Sie zeigt sich als ein Online-Fotoalbum mit integriertem Blog, welches einfaches Teilen von Fotos und Blog-Einträgen über das Internet ermöglicht. Mit der Photo Station kann man schnell und einfach Fotos hochladen, organisieren, bearbeiten und teilen.

Ich kann meine Fotos in einen Photo-Ordner mit eigener Verzeichnistruktur ablegen und die Photo Station macht den Rest. Das NAS erstellt Miniaturansichten und zeigt diese anschließend in der Weboberfläche mit Alben an. Dabei kann man den Zugriff im Web durch individuelle Zugriffsrechte sichern oder Alben auch mit Passwörtern versehen.

Das Setup der Photo Station ist kinderleicht. Einmal auf installieren und ausführen klicken im Paket Manager und fertig. Um aber wirklich von überall auf die Photo Station zugreifen zu können, sollte man seine QuickConnect-Einstellungen checken.

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Die Verwaltung der Dateien im Dateimanager über das Netzwerk ist von diesen Zugriffrechten nicht betroffen. Als Photo-Archiv-Admin kann man also völlig problemlos auf allen Daten arbeiten. Dennoch kann jeder Synology User Account neben dem geteiltem Photo-Ordner auch seinen eignen Photo-Ordner nutzen, die nur er alleine verwalten kann – so mache ich es auch.

Neben den einfachen Ordner kann man in der Weboberfläche auch virtuelle Smarte Ordner anlegen. Ähnlich wie in Aperture, Photos oder Lightroom kann man hier Ordern für bestimmten Daten, Locations oder auch Gesichter anlegen um so Alben mit Eigenschaften aus dem gesamten Katalog automatisch zu erstellen.

Neben dem Zugriff auf das Photo Station Archiv per Dateimanager am Rechner oder Weboberfläche kann man auch die mobilen Apps für Android oder iOS nutzen.

Die Verbindung mit dem mobilen Apps DS photo oder DS file läuft im Idealfall über das eingerichtete QuickConnect. So kann man von überall immer mit optimaler Arbeitsgeschwindigkeit durch seine Bilder browsen.

Der Upload, die Verwaltung und das Betrachten der Bilder ist natürlich auch mit den DS photo komfortabel möglich. Aber auch das schnelle Offline-Herunterladen von Alben auf die Mobilgeräte ist machbar. So kann man Alben von daheim mitnehmen ohne auf Datenverbindungen angewiesen zu sein müssen.

Über die DS file App für iOS stehen einem die Fotos als Dateien über den iCloud Document Provider auch direkt in allen anderen möglichen Apps zur Verfügung.

Wenn ihr mit wirklich vielen Fotos auf der DiskStation arbeitet und den Anspruch habt, dass die neu hochgeladenen Fotos schnell in den Photo Station Oberflächen auftauchen, dann kann ich euch zu einem größeren DiskStation Modell mit mehr CPU-Leistung raten oder ihr ladet die Fotos über den Synology Photo Uploader hoch. Dieser erstellt die Miniaturen dann beim Upload auf eurem Rechner direkt mit und schont so die Systemressourcen des NAS.

Mein Workflow mit der Photo Station

Mein Workflow mit Photos.app, Capture One und der Photo Station schaut jetzt also aktuell so aus:

  1. Ich sortiere und bearbeitet die Fotos in den Anwendungen. Lösche alles was ich nicht nutze.
  2. Diese final bearbeitete Auswahl wird als hochauflösende JPEGs in einen Ordner auf der DiskStation exportiert. Dabei unterscheide ich grundsätzlich Blog und Privat/Shootings.
    Im Ordner Blog gibt es nur eine Verzeichnisebene. Die Verzeichnisse heißen wie das Produkt bzw. der Blogartikel.
    Im Ordner Privat/Shootings gibt es Unterordner für mit Jahren und darunter jeweils Ordner nach dem Schema (Monat-Jahr) Projektname.
  3. Wenn ich RAW-Aufnahmen gemacht habe oder aufwändige Bearbeitungen in der Bildbearbeitungssoftware, dann exportiere ich diese Daten in ein RAWs-Unterverzeichnis in dem jeweiligem Projektordner.
  4. Anschließend lösche ich die Arbeitskopien und Originale in den Anwendungen (Photos.app oder Capture One)
  5. Die Photo Station erstellt dann im Laufe des Tages die Miniaturen und die Alben und Fotos tauchen dann auf allen Zugriffskanälen auf.

Vorteile, die ich sehe

  • Katalog unabhängig von Softwareanbietern
  • schlanke Ordnerstruktur
  • einfacher Export aus verschiedenen Fotoanwendungen
    • am Mac einfach aus jeder App bzw. per Dateimanager
    • unter iOS per DS photo, DS file, Transmit, PhotoSync
  • Verwaltung/Ansicht im Browser
  • Verwaltung/Ansicht auch per mobiler Apps
  • Zugangskontrolle für User und Besucher
    • Login, Gäste oder Passwortschutz
  • Foto-Slideshows landen per DS photo + AirPlay oder DLNA auf dem TV
  • Zugriff lokal und remote
  • abgesichert durch RAID, lokales Backup und Cloud Backup
  • Kosten: Nun die DiskStation kostet natürlich, aber ich hab sie für die reine Datenablage und Sicherung meines Fotoarchivs sowieso. Also kann man alle weiteren Möglichkeiten mit der Photo Station, den Freigabe und mobilen Apps kostenlos nutzen.

Klar gibt es auch massig Nachteile keinen echten Katalog zu haben, aber eigentlich brauche ich die meisten Funktionen eines Katalogs nicht. Ich werde das auf jeden Fall so erstmal eine Zeit lang ausprobieren und berichte dann ggf. nochmals falls es doch alles nur Murks war.