T7 Wireless von Bowers & Wilkins

Ich liebe Bowers & Wilkins. Spätestens seit einer Nachtschicht in einem Apple Store, die von einem Bowers & Wilkins Zeppelin begleitet wurde, wird sich das auch niemals ändern. Als ich also mit der Aufgabe vertraut wurde den Bluetooth Lautsprecher T7 von Bowers & Wilkins zu testen, war die Freude sehr groß. Nach einigen Wochen mit dem T7 stellt sich also die Frage: Ist meine Freude immer noch groß oder hat mich meine große Bowers & Wilkins Liebe enttäuscht? Ihr werdet es in meinem Test erfahren.

Daten & Zahlen

Meiner persönlichen Meinung nach sind technische Spezifikationen zum Teil relativ langweilig und oft nicht wirklich wichtig. So lange ich mit dem Klang eines Lautsprechers zufrieden bin, ist alles in Butter. Ich bin aber auch der Typ, dem Grafik bei Videospielen egal ist, solange das Gameplay stimmt. Dass ich damit manchmal zu einer aussterbenden Minderheit gehöre, ist mir klar und deshalb gibt’s hier – für alle, die es interessiert – die Daten:

  • Bluetooth 4.1
  • Lithium-Ionen-Akku
  • Frequenzgang 85 Hz 19 kHz +/- 3db
  • 2x 12 Watt Verstärkerleistung
  • Stromverbrauch im Standby 0,141 W
  • Stromverbrauch im Schlafmodus 0,317 W

Mein „Musiklebenslauf“

Da Musik und auch womit wir diese hören Geschmacksache ist, hier noch ein kleiner Eindruck über die Art und Weise wie und welche Musik ich höre: Ich höre selten bis nie Hip Hop oder Techno. Klassik, Indie und Folk hingegen findet man auf fast jeder meiner Spotify Playlisten. Eine gute Chiptune-Prise darf meist auch nicht fehlen. Und Über Klassiker wie Led Zeppelin und The Who freue ich mich ebenso wie über massenweise gesprochene Inhalte von den Drei Fragezeichen bis hin zu Jan Tenner.

Eigentlich läuft bei mir den ganzen Tag Musik und meine absolute Referenz sind selbst am heutigen Tag noch die Soundsticks von Harman Kardon. Ich liebe diese Teile vor allem, weil mir ordentlich Bass entgegen dröhnt, der andere Instrumente dabei aber nicht verschluckt. Für mich klingt ein Lautsprecher dann gut, wenn er all das abdeckt, was Musik für mich ausmacht. Meine Ansprüche sind nicht extrem und ich erwarte keine Wunder.

Ein Unboxing vom Feinsten

Direkt auf Anhieb fällt einem eines sehr deutlich auf: Bowers & Wilkins macht keine Scherze, wenn sie von guter Verarbeitung sprechen. Wer die Verpackung öffnet, fühlt sich an Apple-Produkte erinnert und von mir ausgesprochen ist das eindeutig ein Kompliment. In schwarzem Schaumstoff liegt der T7 nach dem Öffnen vor euch – wie in einem ordentlich gemachten Bett – und wartet darauf, von euch geweckt zu werden. Über Verpackungen schreiben mag albern klingen. Für einen mit 350 Euro nicht ganz günstigen mobilen Bluetooth Lautsprecher erwarte ich allerdings auch dort zumindest ein kleines Erlebnis. Und Bowers & Wilkins liefert hier definitiv etwas ordentliches ab.

Mitgeliefert wird übrigens ein Ladegerät inklusive Reiseadaptern, was für Globetrotter sehr praktisch sein dürfte. Aufgeladen wird der T7 allerdings nicht mit einem USB-Kabel (Der Anschluss hierfür ist ausschließlich für Updates). Hierfür muss ich leider einen Minuspunkt vergeben, da in Zeiten von Smartphones das Laden über Micro-USB schon echt praktisch gewesen wäre. Eine allzu große Rolle spielt das für mich aber nicht, da die Akkulaufzeit des Lithium-Ionen-Akkus phänomenal ist (15 Stunden werden angegeben, die wurden locker erreicht).

Ein hübscher Ziegelstein und seine Freunde

Nachdem ich den Lautsprecher dann durch ruppiges Anfassen aus seinem Bett geholt habe, fiel mir außerdem direkt auf: Der T7 ist definitiv kein Leichtgewicht. Er wiegt knapp ein Kilo. Es mag Leute geben, die das zu schwer finden – ich bin keiner von ihnen. Ordentliche Verarbeitung und hochwertige Materialien (die auch Klang erzeugen sollen), dürfen gerne ein bisschen mehr wiegen. Und da man beim Bowers & Wilkins T7 nicht wirklich viel in punkto Verarbeitung aussetzen kann, geht das Gewicht für mich erst recht vollkommen in Ordnung.

Mit 21 x 7 Zentimetern ist der T7 von Bowers & Wilkins außerdem nicht unbedingt der kleinste Bluetooth-Lautsprecher der Welt. Irgendwo muss die ganze Technik – also der Akku und natürlich die Membrane usw. – aber natürlich auch hin. Die Bauweise birgt für mich allerdings ein Problem: durch die relativ hohe Form und die verhältnismäßig geringe Tiefe kippt der Lautsprecher gerne einmal während der Bedienung. Es war nie so extrem, dass er umzufallen drohte, problematisch fand ich es allerdings doch, da ich ihn oft mit einer Hand festhielt und mit der anderen die Knöpfe drückte. Das ist alles kein riesengroßes Problem, sollte aber erwähnt werden, da es mir unangenehm auffiel.

Als Jammern auf hohem Niveau kann man übrigens bezeichnen, was ich nun loswerden möchte: ich bin kein Freund von Silikon. Was es mir relativ schwer macht, mich wirklich unendlich in den T7 zu verlieben, da dieser komplett davon umrandet wird. Die oben angeordneten Knöpfe sind ebenfalls „hinter Silikon versteckt“. Silikon wird gerne mal schmutzig, speckig und zieht Staub an. Der T7 bildet hier selbstverständlich keine Ausnahme. Auch das wieder eines der Probleme, die definitiv nicht schwerwiegend sind, ich aber gerne erwähnt haben möchte.

Und nun fragt ihr euch vielleicht, wer denn die „Freunde des Ziegelsteins“ sein sollen? Natürlich die Geräte, mit denen ihr ihn koppelt. Romantischer wird’s heute nicht mehr. Bei mir im Haushalt gibt es leider nur zwei Geräte, die sich mit einem Bluetooth-Lautsprecher koppeln lassen: ein Mac Mini und ein Motorola Moto G XT1032. Direkt vorab: beide Geräte haben einwandfrei mit dem T7 von Bowers & Wilkins zusammengearbeitet und ich hatte zu keinem Zeitpunkt Probleme mit der Verbindung. Das Koppeln funktioniert super schnell und immer wenn ich in Reichweite eines der (oder beiden) Geräten kam, war die Verbindung sofort da. Daran gibt es also definitiv nichts auszusetzen.

Eine Katastrophe finde ich hingegen, dass ich als Mac-Nutzer den Lautsprecher nicht auf die aktuellste Firmware updaten kann. Was ich sehr gerne tun würde, da der T7 immer beim Verbinden mit dem Mac auf maximaler Lautstärke dröhnt.

Sollte es sich hierbei um einen Bug bei meinem Gerät handeln, ist das natürlich etwas vollkommen anderes – ich hatte aber keine Möglichkeit, die zu testen und das Problem kam sowohl bei meinem Mac Mini als auch bei dem MacBook Air eines Freundes vor.

Hier wird in der Software und auf der Support-Webseite tatsächlich als Lösung angegeben, Windows zu installieren. Im Jahr 2017 keinen ordentlichen Mac-Support anzubieten, erschließt sich mir leider absolut gar nicht.

Kein Bluetooth? Kein Problem!

Um das Problem mit der maximalen Lautstärke bei meinem Mac zu umgehen, konnte ich allerdings den Bowers & Wilkins T7 auch klassisch mit einem Klinke-Stecker (3,5mm) verbinden. Hier fand ich allerdings relativ nervig, dass das Bluetooth-Licht am oberen Rand permanent pulsierte, weil der Lautsprecher vielleicht doch lieber Bluetooth haben würde.

Leider wird Bowers & Wilkins mit den Bedienknöpfen und deren Druckpunkten bei mir ebenfalls keinen Blumentopf gewinnen. Der Start/Pause-Knopf funktioniert wie der eines Headsets am Smartphone. Ein mal gedrückt wird pausiert bzw. weitergespielt. Ein doppeltes Drücken spielt das nächste Stück, während ihr dreimal drückt um zurückzuspringen. In den seltensten Fällen gelang mir das doppelte oder gar dreifache Drücken. Meine Kommandos wurden so gut wie nie erkannt und ich pausierte öfter als mir lieb war. Eventuell ist das mit den Druckpunkten auch wieder Geschmacksache und ich bin Grobmotoriker, teils hat mich diese Designentscheidung aber extrem genervt.

Aber wie klingt er denn jetzt?

Gut. Es tut mir in der Seele weh und mein Herz blutet, weil ich nicht gedacht hätte so etwas über ein Bowers & Wilkins Gerät zu sagen, mehr als gut ist der Klang aber tatsächlich nicht. Dazu muss man natürlich wieder sagen: Für meinen Geschmack und für Musik, wie ich sie höre. Bei maximaler Lautstärke klingt der T7 leider als wäre er an der Grenze zum Übersteuern. In die Ecke gestellt (um mehr Volumen und besseren Raumklang zu erzeugen), ist der Klang erst recht vollkommen in Ordnung. Mir fehlt Bass. Wir brauchen Bass. Ich brauche Bass. Und ich bin kein Mensch, der großartig basslastige Klänge toll finden würde. Aber selbst mir fehlte der Gewisse Wumms. Der T7 ist unfassbar laut. Für diesen eigentlich geringen Formfaktor ist das unglaublich erstaunlich. Mir persönlich sind ausgeglichene Klänge, die auch einigermaßen ordentlichen Bass zulassen, allerdings lieber.

Der Bowers & Wilkins T7 ist ein toller Bluetooth-Lautsprecher. Die Verarbeitung ist wunderbar, die Akkulaufzeit phänomenal. Der Sound geht vollkommen in Ordnung. Und die meisten werden mehr als zufrieden sein. Dass ich nicht ganz warm damit werde, ist vieler Kleinigkeiten geschuldet und vor allem der Tatsache, dass ich Bass wohl doch wichtiger finde, als ich zunächst angenommen hätte. Mich schreckt in Zusammenhang mit meiner Kritik dann leider vor allem der Preispunkt von 350 Euro ab, da es für mich persönlich günstigere Lautsprecher gibt, die ebenfalls gute Arbeit leisten.

Ich bedanke mich beim Hersteller für die Bereitstellung des Testmusters.
Informationen zu ethischen Grundsätzen.