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Mysterium – Das Brettspiel

Mysterium gehört in der Spielerszene derzeit wohl zu einem der angesagtesten Spiele und das nicht ohne Grund. Es handelt sich dabei um ein kooperatives Brettspiel, bei dem ein Spieler die Rolle eines stummen Geistes übernimmt und seinen Mitspielern Visionen in form von Bildkarten zukommen lässt. Wer sich in der Spielelwelt auskennt, dem hilf vielleicht der Hinweise, dass Mysterium eine Mischung aus Cluedo und Dixit ist. Aber der Reihe nach. Worum geht es überhaupt?

Dies sind die möglichen Täter. Der Blaue Spieler tippt bei seiner Vision auf den Mann mit dem Dudelsack. Der rote Spieler glaubt, dass diese Deutung richtig ist und legt einen Marker dazu.

Spielablauf

Die Mitspieler, auch Spiritisten genannt, befinden sich im alten Herrenhaus der Gräfin von Warwick, die ermordet wurde und nun als Geist umher spukt.  Die Spiritisten versuchen nun in einer Séance Kontakt zum Geist herzustellen, damit dieser verrät, wer der Mörder ist. In der ersten Phase, die sich über sieben Runden von Mitternacht bis 7 Uhr erstreckt, steht der Geist der Gräfin noch unter Schock. Er kann sich nur ungefähr erinnern, wer in der Todesnacht anwesend war, wo sie sich aufgehalten hat und welche Tatwaffen in Frage kommen. Deshalb geht in dieser Phase jeder Spieler einer anderen Spur nach, um die Aktivitäten der Verdächtigen zu rekonstruieren. Der Geist ist so erschöpft, dass er nicht in der Lage ist, mit den Spiritisten zu reden und lässt deshalb jedem Spiritisten Visionen zukommen, damit er seine Spur verfolgen kann.

Den meisten Spielern ist es gelungen die Vision bezüglich des möglichen Tatverdächtigen richtig zu deuten. Nur der rote Spieler muss noch seinen Tatverdächtigen finden. Die anderen versuchen nun die möglichen Tatorte zu finden.

Zunächst versucht der Spiritist seinen Verdächtigen zu identifizieren, um dann herauszufinden in welchem Raum er möglicherweise den Mord begangen haben könnte und anschließend eine mögliche Tatwaffe zu identifizieren. Der Spiritist darf beim Deuten der Visionen des Geistes auf die Hilfe seiner Mitspiritisten zurückgreifen, denn alle sind gewillt in der zweiten Phase einen eindeutigen Mörder zu identifizieren. Diese Phase wird jedoch nur gespielt, wenn es allen Spiritisten gelingt, innerhalb der 7 Runden ihre Aufgabe zu erfüllen. Im Laufe der ersten Phase können die Spieler mit Hilfe von Markern anzeigen, ob sie Glauben, dass ein anderer Spiritist seine Vision richtig gedeutet hat oder ob er überzeugt ist, dass dieser falsch liegt. Setzt er diese Marker richtig ein, so verschafft ihm das einen wichtigen Vorteil in der zweiten Phase.

Die Vision, die zum oben abgebildeten Täter geführt hat. Die Interpretation überlasse ich euch : )

Die letzte Phase

Der Geist hat nach erfolgreichem Abschluss der ersten Spielphase nun klar vor Augen, wer ihn wo und womit getötet hat und sendet eine letzte Vision bestehend aus drei Karten an die Gruppe. Doch nur diejenigen, die ihre Marker gut eingesetzt und die Visionen des Geistes gut interpretiert haben, haben dürfen sich alle drei Karten der Vision ansehen. Der Rest der Spiritisten muss mit einer bzw. zwei Karten der Vision seine Schlüsse ziehen. In dieser zweiten Phase dürfen die Spiritisten nicht mehr mit einander Kommunizieren und müssen geheim abstimmen, wer der Mörder ist. Stimmt die Mehrheit für den richtigen Täter, so gewinnen alle das Spiel.

Abstimmung in der letzten Phase

Der Geist

Ihr fragt euch nun sicherlich, wie der Geist seine Visionen auswählt und woher er weis, wer nach was suchen muss. Dazu hat der Geist einen eigenen Sichtschirm in dem er vor Spielbeginn festlegt, wer nach welchem Verdächtigen, welchem Raum und welcher Waffe suchen muss. Die Bilder haben viele kleine Details und unterschiedliche Farbgebungen, auf die der Geist bei seinen Visionen hinweisen kann. Der Geist hat zu jeder Zeit 7 Visionenkarten auf der Hand von denen er dem Spiritisten eine beliebige Anzahl als Vision geben kann.

Der Sichtschirm des Geistes (bewusst nur in der Mitte scharf, denn ich will euch nicht zu viel vom Spiel vorweg nehmen)

Fazit

Ich bin ein absoluter Fan dieses Spiels. Ich habe bisher noch nie ein Spiel, in dem ich bei mir selbst und bei anderen so viele Wow-Momente beobachten konnte. Es fängt schon bei der sehr durchdachten Sortierung in der Spieleschachtel an, geht weiter mit dem hochwertigen Spielmaterial und der gelungen Story und gipfelt in der wundervollen künstlerischen Gestaltung der Karten. Vor allem der letzte Punkt ist der Grund dafür, dass ich nur eine scharfe Nahaufnahme der Visionen- und Charakterkarten in diesem Bericht verwendet habe. Solltet ihr euch das Spiel für eure Spielegruppe kaufen, dann lest die Anleitung online und öffnet es gemeinsam mit euren Freunden beim ersten spielen. Es ist wirklich eine wahre Augenweide. Das Spiel schafft direkt eine Atmosphäre, die einen in seinen Bann zieht. Gerade beim ersten Spielen mit einem ungeübten Geist, ist dieser (ich spreche da aus eigener Erfahrung) oft überfordert und braucht eine Weile für seine Visionen. Dennoch kam bei uns nie Langeweile auf, weil alle gespannt waren, welches Meisterwerk sie als nächste Vision bekommen. Diejenigen, die noch mehr Kunstwerke sehen wollen, sollten einen Blick auf die erste Erweiterung „Versteckte Zeichen“ werfen, die weitere Karten beinhaltet, jedoch nichts am bereits sehr guten Spielprinzip ändert. Ihr braucht euch jedoch keine Sorgen machen, dass euch das Grundspiel nicht genug Abwechslung bietet. Dieses ist bereits mit 84 Visionenkarten und je 18 Personen-, Orts- und Tatwaffenkarten ausgestattet, von denen man je nach Spieleranzahl und Schwierigkeitsgrad 4 bis 9 Karten braucht. Es hat daher einen hohen Wiederspielreiz. Das Einzige, was mich ein wenig an Mysterium stört ist der Umbau des Spiels, den man zwischen Phase eins und zwei durchführen muss, bei dem für mich ein bisschen der Atmosphäre verloren geht. Ich wüsste allerdings auch nicht, wie man dies spieltechnisch anders lösen könnte. Für mich ist es insgesamt ein sehr gutes Spiel, dass in keiner Spielesammlung fehlen sollte.

Camel Up

Camel Up ist ein Spiel für 2 bis 8 Spieler ab 8 Jahren und dauert ca. 20 bis 30 Minuten, soweit die Vorgaben des Herstellers. Nach mehrmaligem Spielen in unterschiedlichen Gruppen, ist es nun an der Zeit, euch auch dieses turbulente kleine Spiel näher zu bringen.

Worum geht es eigentlich bei Camel Up?

Fünf kleine Kamele reiten über die Rennstrecke um die große Pyramide und versuchen jeweils als erste das Ziel zu erreichen. Die Spieler nehmen die Rolle eines reichen Mitglieds der ägyptischen Oberschicht ein und versuchen ihr Geld durch geschicktes Wetten zu vermehren. Gespielt wird in mehreren Etappen, bis das erste Kamel die Ziellinie überschritten hat.

Spielaufbau in der Startaufstellung

Spielverlauf

Der Spieler, der an der Reihe ist, hat 4 mögliche Aktionen zur Auswahl von denen er immer genau eine nutzen kann:

  1. Nimm das oberste Etappen-Wettplättchen (um auf den Etappensieg des Kamels zu wetten).
  2. Lege dein Wüstenplättchen auf 1 Feld der Rennstrecke.
  3. Nimm 1 Pyramidenplättchen und benutzte die Pyramide, um damit 1 Kamel vorwärts zu bewegen.
  4. Wette auf das tolle Kamel (den Gesamtsieger) ODER das olle Kamel (den Gesamtletzten), indem du verdeckt 1 Wettkarte auf das entsprechende Wettfeld legst.

Während einer Etappe kann man auf die einzelnen Kamele wetten, um Geld dafür zu bekommen. Doch Vorsicht: Ist das Kamel am Ende der Etappe zweiter, bekommt man deutlich weniger Geld, wird das Kamel dritter bis fünfter, so muss man ein Geldstück abgeben. Die Wüstenplättchen kann man auf ein leeres Feld legen, um alle Kamele, die darauf landen, entweder ein Feld weiter nach vorne (Oasenseite) oder zurück (Fata-Morgana-Seite) zu schicken, was dem Spieler jedes mal ein Geldstück einbringt. Ein Pyramidenplättchen zu nehmen bringt einem per se ein Geldstück, darüber hinaus würfelt man (mit der sehr cool umgesetzten) Würfelpyramide.

Die Würfelpyramide in Aktion

Der namens gebende Clou dabei, wie auch bei den Wüstenplättchen, sind auf dem Feld bereits ein oder mehrere Kamele, so hüpft das neue Kamel einfach auf das Alte drauf, Camel Up. Werden sie durch das Wüstenplättchen zurückgeschickt, so werden sie unter den anderen Kamelen gestapelt. Das sieht nicht nur cool aus, sondern macht auch das Wetten auf eventuelle Sieger bis zum Ende spannend. Wurde für alle Kamele gewürfelt, ist die Etappe zu Ende und alle Plättchen werden ausgewertet. Überschreitet das erste Kamel die Ziellinie ist das Spiel direkt vorbei und das tolle und das olle Kamel werden gekürt. Im Laufe des Spieles können die Spieler verdeckt darauf Wetten, wer den Gesamtsieg holt. Dafür kann man bei einem frühen, richtigen Tipp viel Geld gewinnen.

Der Kamelturm

Fazit

Wir haben das Spiel nun in verschiedensten Konstellationen gespielt. Je geringer die Spieleranzahl, desto taktischer wird das Spiel. Es hat aber auch in größeren Gruppen seinen Reiz und besticht durch ein ansprechendes Spielmaterial, einer kurzen Anleitung und schnell verständlichen Regeln. Es bleibt grundsätzlich bis zum Ende spannend und man weiß auch direkt vor der Schlusswertung noch nicht, wer das Spiel wohl gewonnen hat. Aus meiner Sicht ist Camel Up ein ideales Spiel für zwischendurch, sowohl für Gelegenheitsspieler, als auch für echte Strategen und Vielspieler. Auch in der Fachpresse ist Camel Up hoch angesehen, es hat 2014 den „Spiel des Jahres“ Preis gewonnen, es gibt sowohl eine Adaption als Kartenspiel Camel Up Cards, als auch eine Erweiterung Camel Up Supercup.

Spielende