Schlagwort: Spiel des Jahres

The Game Kartenspiel

The Game ist aktuell der Renner unter den kleinen Kartenspielen und stand auf der Nominierungsliste zum Spiel des Jahres 2015. Es handelt sich dabei um ein kooperatives Spiel, das entweder alleine oder mit bis zu fünf aktiven Spielern (alternativ auch in Gruppen) gespielt werden kann. Gut für zwischendurch, denn es ist in zwei Minuten erklärt und in 20 Minuten gespielt.

SPIELZIEL UND ABLAUF

Gespielt wird, wie gesagt,  gemeinsam gegen das Spiel. Ziel ist es, möglichst alle Karten abzulegen. Jeder erhält sechs Karten. Der Spieler, der an der Reihe ist, muss nun mindestens 2 Karten auf einen oder mehreren der vier Stapel in der Tischmitte ablegen. Auf zwei Stapeln werden die Karten von 2 bis 99, die alle genau einmal im Spiel enthalten sind, in aufsteigender Reihenfolge abgelegt, auf den anderen beiden von 99 bis 2 in absteigender Reihenfolge.

Meine Handkarten und die offene Auslage

Es dürfen, das lässt sich auch leider nicht immer verhindern, Kartenwerte ausgelassen werden. Das ist häufig ärgerlich für die anderen Mitspieler, die ihre Karten auf den jeweiligen Stapeln besser hätten platzieren können. Deshalb ist es, innerhalb enger Grenzen, erlaubt miteinander zu kommunizieren. Dabei gilt jedoch:

„Konkrete Zahlenwerte jeglicher Form sind tabu!“

Man darf jedoch sagen: „Auf diesem Stapel bitte nur noch einen sehr kleinen Sprung oder genau passend legen!“ oder „Auf diesen Stapel bitte nichts mehr legen!“ Wäre dies schon alles, dann wäre das Spiel erstens relativ schnell vorbei und zweitens auch sehr frustrierend, weil man schnell nichts mehr legen kann und verloren hat. Deshalb kann man Stapel „Rückwärts spielen“ und zwar immer genau um den Wert 10. Liegt also auf dem Stapel 1 – 99 die zahl 30 so kann der Spieler die 20 darauf legen und macht so die Werte 21-29 den anderen Spielern und sich selbst wieder zugänglich, gleiches gilt umgekehrt natürlich auch bei den Stapeln 100 – 2. Kann oder will der Spieler (nach seinen zwei Pflichtkarten) keine Karte mehr ausspielen, so zieht er wieder auf 6 Karten auf und der nächste Spieler ist an der Reihe. Ist der Nachziehstapel aufgebraucht, so müssen die Spieler nur noch eine ihrer Karten ablegen. Kann ein Spieler dies nicht oder kann er vor Aufbrauchen des Stapels keine zwei Karten regelgerecht legen, so endet das Spiel sofort. Abschließend werden die übrig gebliebenen Karten gezählt, je weniger das sind, desto besser war die Runde (10 Karten und weniger sind ein sehr gutes Ergebnis).

SCHWIERIGKEITSGRAD ERHÖHEN

Für geübte Strategen und Rhetoriker stellt das Spiel in dieser Variante auf Dauer keine Herausforderung dar, deshalb haben sich die Spielmacher mehrere Möglichkeiten überlegt, den Schwierigkeitsgrad anzupassen. Zum einen lassen sich die Handkarten und damit die Auswahl um eine auf fünf Handkarten verringern. Zum anderen muss jeder Spieler nun drei und nicht mehr zwei Karten pro Zug ablegen. Eine andere Möglichkeit ist die mittlerweile standardmäßig enthaltene Erweiterung in das Spiel mit einzubinden. „On Fire“ ist eine Mini-Erweiterung bei der die sechs Schnapszahlen 22 bis 77 durch blaue Feuerkarten ersetzt werden. Spielt ein Spieler eine solche Karte, so muss sie spätestens vom nächsten Spieler wieder überdeckt werden, andernfalls endet das Spiel sofort.

Mini-Erweiterung „On Fire“

FAZIT

Meiner Meinung nach ist The Game ein Must-have in jeder Spielesammlung. Für knapp 8 € kann man hier nichts verkehrt machen. Es spielt sich in allen Varianten und Gruppenkonstellationen sehr gut, ist schnell erklärt und hat dennoch einen hohen Wiederspielreiz. Häufig genug kommt es bei kooperativen Spielen vor, dass man einen Anführer hat und die anderen nur die Befehle ausführen, da hier aber dennoch jeder für sich mit verdeckten Karten spielt, kommen auch unerfahrene Spieler voll auf ihre Kosten. Auch die Nominierung zum Spiel des Jahres, was bei Kartenspielen eine absolute Ausnahme ist, zeigt die Qualität dieses Spiels.

Camel Up

Camel Up ist ein Spiel für 2 bis 8 Spieler ab 8 Jahren und dauert ca. 20 bis 30 Minuten, soweit die Vorgaben des Herstellers. Nach mehrmaligem Spielen in unterschiedlichen Gruppen, ist es nun an der Zeit, euch auch dieses turbulente kleine Spiel näher zu bringen.

Worum geht es eigentlich bei Camel Up?

Fünf kleine Kamele reiten über die Rennstrecke um die große Pyramide und versuchen jeweils als erste das Ziel zu erreichen. Die Spieler nehmen die Rolle eines reichen Mitglieds der ägyptischen Oberschicht ein und versuchen ihr Geld durch geschicktes Wetten zu vermehren. Gespielt wird in mehreren Etappen, bis das erste Kamel die Ziellinie überschritten hat.

Spielaufbau in der Startaufstellung

Spielverlauf

Der Spieler, der an der Reihe ist, hat 4 mögliche Aktionen zur Auswahl von denen er immer genau eine nutzen kann:

  1. Nimm das oberste Etappen-Wettplättchen (um auf den Etappensieg des Kamels zu wetten).
  2. Lege dein Wüstenplättchen auf 1 Feld der Rennstrecke.
  3. Nimm 1 Pyramidenplättchen und benutzte die Pyramide, um damit 1 Kamel vorwärts zu bewegen.
  4. Wette auf das tolle Kamel (den Gesamtsieger) ODER das olle Kamel (den Gesamtletzten), indem du verdeckt 1 Wettkarte auf das entsprechende Wettfeld legst.

Während einer Etappe kann man auf die einzelnen Kamele wetten, um Geld dafür zu bekommen. Doch Vorsicht: Ist das Kamel am Ende der Etappe zweiter, bekommt man deutlich weniger Geld, wird das Kamel dritter bis fünfter, so muss man ein Geldstück abgeben. Die Wüstenplättchen kann man auf ein leeres Feld legen, um alle Kamele, die darauf landen, entweder ein Feld weiter nach vorne (Oasenseite) oder zurück (Fata-Morgana-Seite) zu schicken, was dem Spieler jedes mal ein Geldstück einbringt. Ein Pyramidenplättchen zu nehmen bringt einem per se ein Geldstück, darüber hinaus würfelt man (mit der sehr cool umgesetzten) Würfelpyramide.

Die Würfelpyramide in Aktion

Der namens gebende Clou dabei, wie auch bei den Wüstenplättchen, sind auf dem Feld bereits ein oder mehrere Kamele, so hüpft das neue Kamel einfach auf das Alte drauf, Camel Up. Werden sie durch das Wüstenplättchen zurückgeschickt, so werden sie unter den anderen Kamelen gestapelt. Das sieht nicht nur cool aus, sondern macht auch das Wetten auf eventuelle Sieger bis zum Ende spannend. Wurde für alle Kamele gewürfelt, ist die Etappe zu Ende und alle Plättchen werden ausgewertet. Überschreitet das erste Kamel die Ziellinie ist das Spiel direkt vorbei und das tolle und das olle Kamel werden gekürt. Im Laufe des Spieles können die Spieler verdeckt darauf Wetten, wer den Gesamtsieg holt. Dafür kann man bei einem frühen, richtigen Tipp viel Geld gewinnen.

Der Kamelturm

Fazit

Wir haben das Spiel nun in verschiedensten Konstellationen gespielt. Je geringer die Spieleranzahl, desto taktischer wird das Spiel. Es hat aber auch in größeren Gruppen seinen Reiz und besticht durch ein ansprechendes Spielmaterial, einer kurzen Anleitung und schnell verständlichen Regeln. Es bleibt grundsätzlich bis zum Ende spannend und man weiß auch direkt vor der Schlusswertung noch nicht, wer das Spiel wohl gewonnen hat. Aus meiner Sicht ist Camel Up ein ideales Spiel für zwischendurch, sowohl für Gelegenheitsspieler, als auch für echte Strategen und Vielspieler. Auch in der Fachpresse ist Camel Up hoch angesehen, es hat 2014 den „Spiel des Jahres“ Preis gewonnen, es gibt sowohl eine Adaption als Kartenspiel Camel Up Cards, als auch eine Erweiterung Camel Up Supercup.

Spielende