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The Legend of Zelda: Majora’s Mask 3D

The Legend of Zelda: Majora’s Mask wurde erstmals im Jahr 2000 auf dem N64 veröffentlicht und war der insgesamt 6te Teil der Reihe. Ich war damals gerade 14 Jahre alt und der Zelda-Reihe schon völlig verfallen. Mit Majora’s Mask 3D erlebt der nächste Nintendo Klassiker (wie Ocarina of Time bereits zuvor) ein Revival für eine Konsole bzw. einen Handheld der neuen Generation. Im Februar erschien der Teil zusammen mit dem New 3DS und spaltet seit dem – wie schon vor 15 Jahren – die Nation.

Düstere Zeiten

Majora’s Mask ist mit Abstand der düsterste Teil der Saga und reizt mit einer ganz anderen Geschichte, als die Teile zuvor. Zwar knüpft Majora’s Mask direkt an Ocarina of Time an, jedoch findet man eigentlich kaum Parallelen in der Handlung. Wir treffen auf ein mysteriöses Wesen mit Maske: Horror Kid. Dieses Wesen hat den Mond beschworen und damit dessen Umlaufbahn geändert. Link hat nun 3 Tage Zeit das Herabstürzen des Mondes auf Termina und die damit einhergehende Apokalypse zu verhindern.

Gameplay

Das Gameplay ist grundsätzlich wie bei anderen Zelda-Spielen auch. In Majora’s Mask werden die vorhandenen Möglichkeiten allerdings noch einmal um eine Vielzahl ergänzt. So nimmt z.B. das Sammeln von Masken viel Zeit in Anspruch und erweitert die persönlichen Fähigkeiten des Helden.

Der Hauptbestandteil von Majora’s Mask ist das Lösen der Dungeons im „3-Tage-Zyklus“. Link muss sich durch vier Gebiete (Sumpf, Gebirge, Bucht, Schlucht) kämpfen, die dort herrschenden Bosse bezwingen und somit die einzelnen Gebiete und deren Bewohner befreien. Nach dem Sieg über den jeweiligen Boss schließt er Freundschaft mit einem der vier Giganten, die ihm am Ende helfen werden den Mond aufzuhalten, damit er im finalen Kampf gegen die Maske das Böse endgültig besiegen kann.

Der eigentliche Knackpunkt dieses Spiels liegt im 3-Tage-Zyklus. Entweder man liebt ihn oder er treibt einen in den Wahnsinn, weil man permanent unter Zeitdruck spielt. Zwar kann Link mit Hilfe von Zeitreisen (und später durch das Spielen eines bestimmten Liedes auf der Ocarina) die Zeit beeinflussen, jedoch hilft das auch nur bedingt weiter.

Neben den Hauptaufgaben gibt es natürlich wieder eine Vielzahl von Nebenquests, die wir lösen können. Dies gestaltet sich Dank des 3-Tage-Zyklus‘  und der individuellen Tagesabläufe der Bewohner, unterschiedliche Öffnungszeiten von bestimmten Orten und der allgemeinen Erreichbarkeit mancher Orte allerdings als äußerst schwierig.

Das Gameplay kann man in verschiedene Phasen einteilen, die das Spielen ein wenig strukturieren und die Abläufe erleichtern:

Vier Phasen im 3-Tage-Zyklus

  • Eine Maske erhalten; z.B. durch das Lösen einer Nebenaufgabe.
  • Neue Lieder lernen und sich Zugang zu Dungeons verschaffen.
  • Dungeons lösen und Endgegner vernichten.
  • Eine Aufgabe lösen, die nur nach vorherigem Lösen der Dungeons erscheint.

 

3-Tage-Zyklus

Alle bisherigen Zelda-Teile leben von der nahezu grenzenlosen Bewegungsfreiheit, die der Held während des Spiels hat. Bisher konnte man ohne irgendein zeitliches Limit die Welt mit all ihren Orten und Bewohnern in aller Ruhe erkunden und sich stundenlang in den Nebenquests verlieren. In Majora’s Mask ist dies nun anders. Eine Stunde im Spiel entspricht in etwa einer Minute in Echtzeit. Zur Verhinderung der Apokalypse bleiben dem Held aber nur 3 Tage. Das komplette Spiel in 72 Stunden (72 Minuten) durchzuspielen ist damit quasi unmöglich und eine Zeitreise ist damit unverzichtbar. Durch das Spielen der Hymne der Zeit gelangen wir aber glücklicher Weise immer wieder – so oft wir wollen – zu Tag 1 zurück. Außerdem können wir den Zeitfluss später mit der Ballade des Kronos beeinflussen und verlangsamen (oder beschleunigen). Das erleichtert das Spielen ein wenig – nervenaufreibend ist es dennoch immer wieder bei Tag 1 anzufangen und zu wissen, dass man vorher unter Umständen nicht alle Aufgaben gelöst hat, die sich einem geboten haben.

Dank der Zeitreise habt ihr aber auch die Möglichkeit sämtliche Endgegner mehrmals besiegen zu können. Nachdem einer der Bosse besiegt wurde und der Spieler an den ersten Tag zurückkehrt, wird beim nächsten Betreten des entsprechenden Dungeons eine Teleportationsplattform aktiviert, die eine Sofortreise zum Endgegner ermöglicht ohne den Tempel noch einmal komplett lösen zu müssen. Das ermöglicht wiederum das nachträgliche Erledigen von Nebenquests, sollte man diese nicht auf Anhieb schaffen. Dieser Zelda-Teil setzt in gewisser Weise ein strukturiertes Herangehen an die Aufgaben voraus. Wer planlos spielt, wird das Spiel sehr schnell zur Seite legen und nicht mehr anpacken.

Am unteren Bildrand seht ihr permanent die aktuelle Tageszeit und werdet somit immer über die noch verbleibende Zeit in Kenntnis gesetzt. Bevor die 72 Stunden abgelaufen sind, muss Link durch das Spielen der Hymne zu Tag 1 zurückkehren. Schafft er dies nicht stirbt er und die Welt wird zerstört. Game over.

Waffen und Nahkampf

Unserem Helden stehen von Anfang an bestimmte Schwerttechniken zur Verfügung, die er nicht erst erlernen muss. Natürlich werden die Angriffe im Laufe der Zeit aber stärker (z.B. durch das Erlangen von Magie). Im Laufe des Spiels findet Link allerhand Waffen, die er auch bei Neubeginn des 3-Tage-Zyklus nicht verliert. Allerdings wird die jeweilige Anzahl der Munition genullt. Hatte man beispielsweise 30 Pfeile für seinen Bogen, hat man nach dem Spielen der Hymne der Zeit lediglich noch den Bogen und keine Pfeile mehr. Wir erlangen im Laufe unserer Spielzeit altbekannte klassische Waffen wie den Bumerang oder den Enterhaken.

TIPP

Ähnlich verhält sich das übrigens auch mit Rubinen. Hier bietet es sich an VOR dem Zurücksetzen der Zeit die Rubine in Termina zur Bank zu bringen. Man kann sie dort einlagern, damit sie nicht verloren gehen.

Masken

Die Masken kannte man bereits aus Ocarina of Time, wo Link mit ihnen gerne Leute erschreckte oder erfreute. Nun aber haben die Masken teilweise eine erweiterte Funktion. Drei der ungefähr 20 Masken haben eine ganz besondere Wirkung. Sie verändern den Körper des Trägers. So kann Link nun in den Körper eines Goronen und eines Deku-Jungen schlüpfen oder seine Gestalt zum Zora verändern. Nicht nur Links Körper verändert sich entsprechend der Maske, die er trägt. Mit dem veränderten Aussehen erwirbt er gleichzeitig auch besondere Fähigkeiten, wie z.B. die Stärke eines Goronen oder die Schwimmfähigkeit eines Zoras. Auch die Bewohner von Termina und der Umgebung verändern Link gegenüber ihr Verhalten, wenn er in neuer Gestalt vor ihnen steht. Andere Masken, wie z.B. die Hasenohren oder die Fels-Maske bringen ebenfalls besondere Fähigkeiten mit sich und lassen Link schneller laufen oder machen ihn für bestimmte Gegner unsichtbar. Das Sammeln aller Masken ist die wohl interessanteste Nebenaufgabe und ermöglicht euch während des Spiels viele neue Möglichkeiten. Die Masken bleiben euch übrigens auch nach dem Spielen der Hymne der Zeit erhalten.

Ocarina

Die Ocarina ist sicherlich allen Zeldafans bereits ein Begriff und nimmt auch in diesem Teil eine wesentliche Rolle ein. Durch das Erlernen der verschiedenen Musikstücke eröffnen sich viele neue Möglichkeiten, wie z.B. das schnelle Reisen per Eule oder das Steuern der Zeit. Auch gelangt ihr mittels einiger Musikstücke zu den Toren neuer Dungeons. Ein einmal erlerntes Musikstück bleibt euch – genauso wie die Masken und andere wichtige Ausrüstungsgegenstände – auch beim Zurückdrehen der Zeit immer erhalten.

Tipp

Eine kleine aber nützliche Hilfestellung ist übrigens das Notizbuch der Bomber. In diesem Buch findet ihr Informationen über Personen und aktuelle Missionen. Es lohnt sich ab und zu mal einen Blick hineinzuwerfen. Das Buch bekommt ihr gleich zu Anfang des Spiels. Geht nach Nord Unruh-Stadt und schießt den Luftballon kaputt. Nun müsst ihr noch die „Bomber-Gang“ in der Stadt finden und seid fortan selbst ein gern gesehenes Mitglied im Club!

Fazit

Majora’s Mask stehe ich – als absoluter Zelda-Fan – nach all den Jahren immer noch mit zweigeteilter Meinung gegenüber. Bereits damals auf dem N64 habe ich mich zeitweise sehr schwer getan das Spiel durchzuspielen und musste mich immer wieder neu aufraffen. Ich stelle auch heute wieder fest, dass ich stellenweise Augenblicke habe, in denen mich die Spiellust verlässt. Zu groß sitzt die Frustration, wenn man sich durch einen Tempel gekämpft und das Gebiet gerade befreit hat und einem die Zeit plötzlich davon rennt und man wieder von vorne anfangen muss. Immer und immer wieder. Der permanente Zeitdruck lässt mich schier verzweifeln.

Die unzähligen Masken mit ihren besonderen Eigenschaften und Fähigkeiten sowie die vielen schönen und zugleich praktischen Musikstücke, die wir lernen können, machen das Spiel permanent zu einem Erlebnis und trösten mich über den Zeitdruck hinweg. Auch die dynamischen Missionen, die durch einen Tag-/Nachtwechsel auftauchen oder durch Lösen eines Quests zugänglich werden, sind wirklich genial! Darüber hinaus gibt es natürlich wie immer die Möglichkeit verschiedene Ausrüstungsgegenstände zu finden, Herzteile zu ergattern oder Flaschen einzusammeln. Es gibt eine Reihe von kurzweiligen und witzigen Mini-Spielen bei denen man Rubine und Herzteile gewinnen kann und auch sonst kann man seine Zeit wieder ganz hervorragend in der Welt verbummeln – einziger Kritikpunkt ist hier leider nur: die Zeit haben wir eigentlich gar nicht.

Die intuitive Steuerung und vor allem auch die musikalische Untermalung dieses Meisterwerks sind – wie man das von der Zelda-Reihe kennt – besonders hervorzuheben. Nach 5 Minuten weiß man bereits, wie der Hase hoppelt und die wirklich unverkennbare Musik hat man auch beim zu Bett gehen noch im Ohr.

Majora’s Mask ist definitiv kein Spiel für Menschen, denen der Geduldsfaden schnell reißt. Es erfordert ein wenig Taktik und strukturelles Herangehen. Die Bosse sind für meinen Geschmack stellenweise ein bisschen zu leicht – dafür kämpft man sich um so länger durch die Dungeons, deren Design wieder wirklich großartig ist.

Insgesamt ist The Legend of Zelda: Majora’s Mask 3D wirklich ein sehr gelungenes Remake, dass mich nach 15 Jahren zurück in meine Kindheit versetzt und mich daran erinnert, wie ich als Teenager ganze Nächte lang heimlich in meinem Kinderzimmer – immer hin- und hergerissen zwischen Wut und Freude – gespielt habe.

Shopping

Mit knapp 38 € liegt Majora’s Mask in der gewohnten Preisklasse und dürfte eingefleischte Zelda-Spieler nicht abschrecken. Zelda-Neulingen würde ich persönlich eher dazu raten zunächst A Link Between Worlds oder Ocarina Of Time zu spielen, bei denen man sich beim Erkunden alle Zeit der Welt nehmen kann…

Getestet auf dem Nintendo 3DS XL.

Von Nancy Stickel

Mein Beruf ist die Mediengestaltung, meine Passion ist das Spielen!
Wenn ich nicht gerade mit meiner Hündin die Welt erkunde, beschäftige ich mich liebend gern mit dem Bespielen von Konsolen und dem Entdecken neuer Gadgets und Spiele.