Titanfall 2

2014 hat Electronic Arts mit dem von Respawn Entertainment entwickelten Titanfall für eine echte Multiplayer-Überraschung gesorgt. Jetzt kam im Oktober – etwas unglücklich zwischen Battlefield 1 und Call of Duty: Infinite Warfare – der Nachfolger auf den Markt. Ob es sich lohnt bei diesem Zukunfts-First-Person-Shooter zuzuschlagen, möchte ich in diesem Test mal auf den Grund gehen.

Kommen wir erstmal zu den offensichtlichsten Unterschieden zum Vorgänger. Da wäre zum einen die Tatsache, dass das Spiel nicht mehr Microsoft exklusiv ist, sondern auch den Weg auf die Playstation 4 gefunden hat. Diese Version habe ich mir für den folgenden Test angeschaut. Außerdem verfügt Titanfall 2 nun über eine Single-Player-Kampagne, welche es im ersten Teil nicht gab. Und eben diesem Single-Player-Part wollen wir uns als erstes widmen.

Ein Blick in die Kampagne

In der Kampagne übernehmt ihr die Rolle von Jack Cooper, ein angehender Titanpilot der Miliz. Eben diese Gruppen kämpft gegen die IMC (Interstellar Manufacturing Corporation), die auf dem Planeten Typhon eine etwas mysteriöse Forschungsanlage bewachen. Durch widrige Umstände wird Jack dann zum Piloten von BT-7274, einem Titan der Vanguard-Klasse und kämpft sich so durch die neun actionreichen Kapitel. Gekämpft wird aber nicht nur im Titan, sondern auch zu Fuß seid ihr unterwegs, müsst kämpfen und die ein oder andere knifflige Sprungpassage überstehen. Am Ende jeden Kapitels wartet ein Endboss auf euch, dessen Niederlage meist mit einem neuen Waffenset für euren Titan belohnt wird. Diese Kämpfe fand ich auf dem normalen Schwierigkeitsgrad aber nicht sehr fordernd.

Die unterschiedlichen Waffensets für den Titan können jederzeit, selbst im Kampf, gewechselt werden, was gerade bei den Endkämpfen für Abwechslung sorgt. Eine Beschreibung erfolgt automatisch im entsprechenden Auswahlbildschirm der Waffensets.

Die Story an sich ist eher mittelmäßig, wobei die Dialoge zwischen Jack und BT-7274 teilweise sehr lustig sind und man so die Bindung zwischen dem Titan und dem Zufalls-Piloten spüren kann. Ich hab für die Kampagne im ersten Durchlauf ca. 8 ~ 9 Stunden gebraucht.

Die deutsche Synchronisation hat mir ganz gut gefallen und wenn man die Konsole auf US-Sprache stellt, ist auch die englische Tonspur mit dabei.

Multiplayer-Action

Wer die Story durch hat, mal Abwechslung braucht oder das Spiel wegen der Multiplayer-Action gekauft hat, der wird mit Titanfall 2 viel Spaß haben. Im Multiplayer-Part gibt es sechs total unterschiedliche Spielmodi und neun ebenso unterschiedliche Karten. Die Multiplayer Partien sind sehr schnell und actionreich. In den Modi in denen Piloten und Titans verfügbar sind, muss man erst einen entsprechenden Balken durch „Punkte“ aufladen ehe man einen der sechs Titans rufen kann. Diese können übrigens, wie die Piloten auch, individualisiert werden. Dazu aber später mehr.

Ganz interessant fand ich den Modus Kopfgeld in dem ihr es nicht nur mit echten Gegnern zu tun bekommt, sondern auch NPCs auf der Karte erledigen könnt und müsst. Nach den jeweiligen Wellen müsst ihr das gewonnen Kopfgeld zu einer Sammelstelle bringen, aber Vorsicht! Lasst euch nicht von einem gegnerischen Piloten überfallen, denn dann ist ein Großteil eures Kopfgelds weg.

Neu ist auch der Modus „Kolosseum“ in dem es maximal zweieinhalb Minuten Mann gegen Mann geht. Ohne Titan. Gekämpft wird in einem Käfig im Modus „Best of five“, also wer zu erst drei Spiele gewonnen hat. Dieser Modus erfordert allerdings ein Koloseum-Ticket, welches gegen In-Game-Währung gekauft werden kann.

Mit dieser In-Game-Währung könnt ihr euch aber auch neue Skins für die Waffen, die Titans oder die Piloten kaufen. Auch Visiere und Waffenerweiterungen können gekauft werden, diese werden aber im Spielverlauf auch freigeschaltet. Gelevelt wird übrigens nicht nur der Charakter selbst, sondern auch die Waffen und Titans haben unterschiedliche Levelstufen. Außerdem gibt es einen Store in dem ihr für Echtgeld rein optische Zusätze kaufen könnt. Neue Skins für die Titans, Tarnungspacks für Titan und Pilot und noch einiges mehr.

Übrigens gibt es nun auf einigen Karten bzw. in einigen Modi Akkus, die ihr einsammeln könnt um so das Leben eures Titanen zu verlängern.

über Grafik und Sound

Die Grafik von Titanfall 2 hat mich an der einen oder anderen Stelle echt fasziniert. Es ist zwar grafisch kein Battlefield 1 oder Call of Duty, aber es passt zum Setting und dank der Spezialeffekte sehen die Gefechte einfach toll aus und das obwohl einige Texturen etwas – hm – schwammig wirken.

Der Sound ist bombastisch. Die Effekte knallen euch nur so um die Ohren und die Musik wurde an den richtigen Stellen platziert.

Fazit

Titanfall 2 ist für mich nicht nur ein grandioses Multiplayer-Spektakel, nein auch im Singleplayer konnte das von EA veröffentlichte Spiel überzeugen, auch wenn letzteres ruhig hätte länger sein können. Ein ganz großes Problem hat dieses Spiel allerdings und das ist zweifelsohne der Veröffentlichungstag. Wer kam bitte auf die Idee Titanfall 2 zwischen den beiden Riesen im Genre zu veröffentlichen, denn daneben hat das Spiel leider, allein schon wegen der jeweiligen Fans der Serien, keine Chance. Wem die Kämpfe in Battlefield 1 zu lang sind und auf temporeiche Action steht, der sollte hier definitiv zu schlagen.

Ich bedanke mich beim Hersteller für die Bereitstellung des Testmusters.
Informationen zu ethischen Grundsätzen.

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