Ultimate Lightning McQueen von Sphero

Pixar schafft es in seinen Filmen allen möglichen Dingen eine interessante Personalität zu verpassen. Einer Schreibtisch-Lampe, einem Spielzeug T-Rex, Monstern und sogar einer Gruppe Autos. 2006 eroberte der rote Rennflitzer Lightning McQueen und seine Freunde die Herzen der Zuschauer. Die Rede ist natürlich von Cars und in diesem Jahr erscheint der dritte Film am 28. September in den Kino indem der McQueen wieder auf die Rennpiste unterwegs ist.

Passend dazu gibt es ein Stück Animatronik für daheim. Ein App-gesteuerter Lightning McQueen inklusive Display für die Augen, einem beweglichen Mund und Gestikulation mit seinen Reifen. Produziert wird dieses Spielzeug von niemand anderem als Sphero die bekannt sind für ihre ferngesteuerten, rollenden Roboter und bereits zum Release von Star Wars Episode 7 einen ferngesteuerten BB-8 herausbrachten.

Unboxingstopp

McQueen kommt in einer schicken, rot/schwarzen Verpackung zu euch bei der ihr nach dem Öffnen als aller erstes sein gloreiches Antlitz erblicken dürft. Der Wagen trohnt auf einem Sockel und kann sofort in die Hand genommen werden. In dem Sockel befindet sich eine kleine Schublade in der ihr ausser einem Quick-Start Guide, einem roten Netzteil und einigen Reiseadaptern nichts findet.

Bereits beim Anheben und ersten Begutachten macht die Verarbeitung des Wagens einen hochwertigen Eindruck. Leider sucht man vergeblich einen Ein-/Aus-Schalter an der Karosserie und Lightning lässt sich nur einschalten, indem man ihn an das Netzteil hängt (welches Stilvoll in die Tanköffnung gesteckt wird), oder ein Smartphone mit der passenden App in seine Nähe hält. Letzteres funktioniert aber nur wenn sich der Wagen im Schlaf-Modus befindet und nicht explizit über die App ausgeschaltet wurde oder der Akku leergelaufen ist.

Animatronik für Zuhause

Auf dem Display hinter der Windschutzscheibe öffnen sich Lightnings Augen, die Karosserie wippt hin und her und während des ersten Ladevorgangs plappert er auf einmal los. Und dabei bewegt sich sogar der Mund in der Stoßstange. Diese ist nämlich nicht aus hartem Plastik wie der Rest, sondern auf einem festen Gummi, welcher sich aber trotzdem farblich perfekt einpasst.

Die Bewegungen sind nahezu perfekt abgestimmt und selbst sein „Signature-Move“ mit einem lauten „katschau!“ sitzt perfekt wie im Film. Das an der Seite des Gehäuses kein kleiner Blitz aufleuchtet ist in dem Fall auch das Einzige was fehlt. Die Lautstärke des eingebauten Lautsprechers lässt sich über die Smartphone App anpassen. Auf der höchsten Stufe war er mir deutlich zu laut. Gerade bei Kindern sollte man hier die Lautstärke reduzieren damit diese noch lange etwas von ihrem Gehör haben. Ganz stummschalten lässt sich Lightning aber nicht.

Während die Hinterachse gefedert ist, kann die Elektronik die vorderen beiden Reifen unabhängig voneinander heben und senken und sorgt somit für die imposanten Posen und Animationen. Auch die Sprachausgabe lässt sich den persönlichen Wünschen anpassen.

Von der Verarbeitung ist alles Top. Das komplette Gehäuse macht einen sehr robusten Eindruck und hat auch diverse Crashes und Drifts gegen Wände überlebt ohne große, sichtbare Kratzer davonzutragen.

Ohne App geht es (fast) nicht

Wie oben bereits erwähnt, lässt sich dieses teure Spielzeug nicht ohne weiteres ein- oder ausschalten. Einzige Ausnahme ist im ausgeschalteten Zustand die Möglichkeit ihn mit dem Ladenkabel zu aktivieren. Zusätzlich lässt es sich aber auch nur über die App in den Ruhezustand (Schlafmodus) versetzten oder vollständig ausschalten. Was soll man also tun wenn der Akku des Smartphones leer ist? Lightning brauch einige Minuten um selbstständig in den Ruhezustand zu gehen und quatscht euch in der Zwischenzeit voll.

Ohne Verbindung zu einem iOS oder Android Smartphone auf dem die passende App läuft reagiert Lightning McQueen auf Berührung (das macht er nicht, wenn er mit einer App verbunden ist!) oder wenn man ihn anhebt. Er gibt unterschiedliche Kommentare ab je nachdem wo man ihn berührt.

Über die App selbst kann man ihn fernsteuern und sogar Donuts fahren. Wenn man mehrere Donuts hintereinander macht oder etwas mit ihm rückwärts fährt, werden die Aktionen ebenfalls passend kommentiert. Zusätzlich gibt es einen Director-Modus bei dem man eine Abfolge von Sprüchen konfigurieren kann um diese in einer von drei verfügbaren Speicherplätzen abzuspeichern. Diese können dann in einem separaten Modus abgespielt werden während man mit Lightning durch die Wohnung fährt.

Bei der Lenkung in der App hat mich sehr gestört, dass es keine direkte Steuerung gibt. Ihr habt einen virtuellen Joystick mit dem ihr den Wagen relativ zu eurer Position lenkt. Das klingt erstmal komisch, aber in der Basis lässt sich mein Problem wie folgt erklären: Wenn Lightning vor euch steht und zu euch fahren soll, zieht ihr den Joystick nach unten. Dadurch führt er ggf. selbständig eine Drehung aus um zu euch zu kommen. Zum rückwärts fahren gibt es eine zusätzliche Taste auf dem Bildschirm. Dazu kommt, dass man regelmäßig die Ausrichtungen von Smartphone und Gerät neu kalibrieren muss. Ich würde mir hier zumindest die Option wünschen, eine direkte Steuerung zu aktivieren bei der ich direkten Einfluss darauf habe, ob der Wagen nun links oder rechts fahren soll. So wie man es von den guten alten RC-Cars kennt.

Im Autokino könnt ihr mit Lightning zusammen den ersten Cars Film schauen. Dazu schließt ihr euer Smartphone und den Wagen an den Strom um lässt in dem Modus den Film laufen. Lightning kommentiert dann entsprechend die Sequenzen. Dabei quatscht er euch aber während des Films nicht komplett voll, sondern lässt nur kurze Kommentare von sich. Der Film kann in der Zwischenzeit auch ohne Probleme pausiert werden.

Als Bonus gibt es noch ein kleines Minigame welches ihr komplett auf dem Smartphone spielt und entsprechend von Lightning kommentiert wird, bei dem ihr an diversen Fahrzeugen einen Boxenstop durchführen müsst. Die Wagen benötigen Benzin, neue Reifen und frisches Öl. Dabei muss man zum einen schnell genug reagieren und zum anderen hat man die Möglichkeiten durch Kombos z.B. direkt drei Reifen auf einmal zu tauschen. Ein witziges Spiel für zwischendurch welches aber auf jeden Fall an Kinder ausgerichtet ist.

Fazit

Ich bin erstaunt über die Gestik und Mimik dieses Spielzeugs aber leider ist der ganze Spaß nicht sehr günstig. Mit 350€ bei Amazon oder im Apple Store brennt das doch ein ordentliches Loch in die Portokasse. Und da ist mir die Investition doch etwas zu hoch. Der Spieltrieb wird vermutlich bei Kindern deutlich höher sein als bei mir aber für mich als jemand der sich gerne hochwertige Collectors Edition Figuren ins Regal stellt würde eine Variante ohne Bluetooth, ohne Touch Sensoren und Motoren komplett reichen um sich als Animatronik Sammelstück einen Platz ganz vorne im Regal zu sichern.

Ich bedanke mich beim Hersteller für die Bereitstellung des Testmusters.
Informationen zu ethischen Grundsätzen.