Uncharted 4

Nachdem nun vor kurzem bei mir noch „Uncharted – The Nathan Drake Collection“ auf dem Prüftisch lag, konnte ich es mir natürlich nicht nehmen lassen den Nachfolger „Uncharted 4 – A Thief’s End“ zu spielen. Dem Satz entsprechend „Besondere Spiele erfordern besondere Maßnahmen“ möchte ich an dieser Stelle ausnahmsweise direkt etwas vorweg nehmen. Uncharted 4 ist meiner Meinung nach eines der besten Spiele, die ich je gespielt habe. Warum ich dies so empfinde, möchte ich natürlich aber auch gern erklären.
Uncharted 4 Kletteraction

Mein Schatz?

Nathan Drake hat bereits viele Abenteuer durchlebt, sind wir bei der PS4 nun inzwischen beim vierten Teil angekommen. Dennoch war es jedes Mal ein neues, mitreißendes Abenteuer, das uns erwartete. Und auch dieses Mal ist es wieder etwas ganz anderes, denn Nathans totgeglaubter Bruder ist zurück und er braucht dringend Hilfe bei der Suche nach einem Schatz, denn er steht bei einem Gangsterboss in der Kreide. Der berüchtigte Piratenkapitän Henry Avery hatte einst einen Umschlagplatz an Gold und Juwelen für ihn und andere Piraten erschaffen und diesen Reichtum gilt es nun zu finden. Und das der Weg das Ziel ist, hat der gute Avery wohl etwas zu wörtlich genommen, denn uns stehen viele Rätsel bevor, um den Himmel auf Erden für Schatzsucher zu finden. Doch natürlich sind ihnen andere am Schatz interessierte Truppen und Führung eines alten Weggefährten bereits auf den Fersen und wollen Nathan, Sam und Sully aus dem Weg haben. Und so schlagen wir uns, nicht zwingend wörtlich zu nehmen, durch staubige Gebiete, tiefen Gewässern und luftigen Höhen, erleben Fortschritte und Rückschläge, verlieren dabei aber nie den Mut, sondern bleiben stets der charmante Schatzsucher.
Uncharted 4 Gesichter

Glanz ohne Hut und Peitsche

Was wie ein Abenteuer eines filmbekannten Archäologen klingt, spielt sich auch so – im positivsten Sinne. Das ganze Werk Uncharted 4 vermittelte immer wieder das Gefühl, dass ich hier eher in einem Kino sitze und einen großartigen Abenteuerfilm miterlebe, statt dass ich ein Videospiel spiele. Selbstverständlich gab es bereits Kritiker, die die Häufigkeit von Zwischensequenzen in dem Spiel bemängelten, dies kann ich aber ganz und gar nicht verstehen, da diese sich nahtlos in das Spiel integrieren und auch kein Unterschied zwischen Spielgrafik und Zwischensequenz zu erkennen ist. Die Gesichtszüge sind durchweg glaubwürdig und detailverliebt was sich bis hin zur Umgebung fortsetzt. Während meines Tests konnte ich nie Slowdowns, Kantenflimmern oder aufploppende Modelle feststellen. Und davon sind die Entwickler auch überzeugt, denn sie haben dem Spiel oben drauf noch einen Fotomodus spendiert, durch den man frei beweglich die Kamera justieren kann um wundervollen Erinnerungsfotos von seinen Abenteuern zu schießen. Auch der Sound lässt dabei keine Wünsche offen und so zeigen sich sowohl Effekte als auch Musik bombastisch und immer zu der Stimmung der Szene passend.
Uncharted 4 Flucht

Mit ganz viel Gefühl

Doch nicht nur grafisch setzt Uncharted 4 für mich eine neue Messlatte, auch die Story ist mit unglaublich viel Liebe geschrieben. Alles beginnt wie man es von Nathan schon bereits mehrmals erlebt hat, auf der Flucht, diesmal auf hoher See. Zusammen mit seinem Bruder Sam muss er sich Verfolgern auf Booten erwehren und unter anderem gekonnt durch ein Riff manövrieren. In der nächsten Szene finden wir uns im Körper des jugendlichen Nathan wieder und folgen kurz darauf unserem Bruder über mehrere Dächer. Wenige Minuten später sind wir bereits wieder in volljähriger Blüte und kämpfen in einem Gefängnis gegen einen anderen Insassen. Alle drei Sequenzen sind hervorragend inszeniert und bescheren uns bereits die ersten Male Gänsehaut und dabei sind wir damit erst mitten im Tutorial.
Doch nicht nur da hat Naughty Dog viel Liebe zum Detail gezeigt, auch nostalgische Gefühle wissen sie bei alten Gamerhasen hervorzuholen. Warum möchte ich an dieser Stelle nicht verraten, es entlockte mir auf jeden Fall ein breites Grinsen und viel Spaß.
Uncharted 4 Jugendlicher

Viele Wege führen zum Schatz

Auch wenn Uncharted uns nur vorgegebene Pfade anbietet, sind diese dennoch weit genug geöffnet, so dass dies keinesfalls auffällt. Stattdessen wird dadurch nur das Miterleben eines Filmes verstärkt und hervorgehoben. Außerdem ist dem Spieler weiterhin überlassen, ob er sich laut mit Gewehr und Pistole den Weg frei schießt oder auf leisem Fuße von Deckung zu Deckung huscht und Gegner aus dem Schatten heraus ausschaltet. Letzteres funktioniert direkt aus hohen Gräsern auf Knopfdruck leise aber effektiv, während man beim Feuergefecht entweder frontal oder aus dem Hinterhalt zu Werke gehen kann. Außerdem ist die Wahl des Schwierigkeitsgrades auch ein Punkt, der eine Empfehlung zu dem Vorgehen ausspricht, denn wer möchte schon bei intelligenten Gegnern frontal angreifen? Lobend sei auch hier erwähnt, dass es, wie bereits in der Compilation, einen Entdecker-Modus gibt, der mit sehr leichtem Schwierigkeitsgrad aufwartet und einen das Spiel vollkommen genießen lässt. Das Sahnehäubchen diesmal ist, dass dennoch Schätze und Trophäen gesammelt werden können, was bei der Collection einem noch verwehrt blieb. Zum Freiheitsgefühl zutragend, sind die immer wieder auftauchenden Abzweigungen und Abkürzungen, die uns diese gewisse Freiheit in der Wahl des Weges vortäuschen, dennoch zum gleichen Ziel führen.
Uncharted 4 Kampf
Wogegen wir uns nicht wehren können, sind die Klettereinlagen, die serientypisch einen großen Teil des Spiels ausmachen. Die Steuerung geht dabei aber sehr flüssig und geschmeidig von der Hand und lässt so eigentlich kaum Fehler zu. Auch unumgänglich sind die Rätseleinlagen, ohne die jedoch kein richtiges Abenteuerspiel ein Abenteuer wäre. Da werden richtige Lichtöffnungen geschaffen um Verborgenes freizulegen, Steine korrekt angeordnet oder Mechanismen verborgen aktiviert, um den korrekten Weg einzuschlagen. Wirklicher Hirnschmalz wird dabei zwar nie benötigt, ist aber meiner Ansicht nach vollkommen verständlich, denn wer würde schon gern frustriert an einem Rätsel hängen, wo er doch gerade so von der Story gefesselt ist und der Spielfluss dadurch unterbrochen wäre.
Uncharted 4 Rätsel

Viele, viele gierige Jäger

Wie bereits in den letzten zwei Vorgängern darf auch bei Teil 4 ein Mulitplayer-Modus nicht fehlen, bei dem 10 Spieler sich gegenseitig bekriegen und dabei auf der Jagd nach Abschüssen und Ingame-Währung sind, welches dann auch umgehend gegen Waffen oder Kleidung eingetauscht werden. Auch hier kann das Spiel durchaus überzeugen, auch wenn die Grafik auf Grund des multiplen Gewusels etwas heruntergeschraubt wurde. Dennoch bietet der Multiplayer ein nettes Beiwerk, wenn auch nicht mehr, zumindest für mich.
Uncharted 4 Zielen

Gutes kostet eben

In diesem Fall kostet dieses hervorragende Spiel Power und zwar die der PS4. Diese benimmt sich nämlich sehr häufig als Geräuschkulisse ala Turbine, wenn die Lüfter ob der zu bewältigenden Grafikpracht wieder auf das Maxmimum drehen. Dieses Problem kann man dem Entwicklerstudion definitiv nicht ankreiden, störend ist es dennoch hin und wieder, so dass ich mir teilweise damit beholfen habe, in dem ich auf das Headset umschwenkte.
Uncharted 4 Bootstour

Fazit

Uncharted 4 ist für mich ein wirkliches Meisterwerk und für mich ein vierter Teil, den ich mir bei mancher Filmserie gewünscht hätte. Durch das Zusammenspiel von fantastischer Grafik, Hollywoodreifem Erzählstil mit glaubwürdigen Charakteren und Abwechslung im Gameplay bzw. dessen Möglichkeiten haben wir die richtigen Zutaten um mit Uncharted 4 einen Blockbuster der Spitzenklasse vor uns zu haben. Wer dem Genre Adventure etwas abgewinnen kann, für den ist Uncharted 4 ein Pflichttitel, alle anderen kommen meiner Meinung nach auch nicht um das Spiel herum.

Uncharted 4 gibt es für die PS4 bei Amazon für 56€ und im digitalen Store von Sony zu kaufen.

Was sagt Ihr zu Uncharted 4? Wie hat es Euch gefallen? War es Euer erster Teil der Serie?

Ich bedanke mich beim Hersteller für die Bereitstellung des Testmusters.
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