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Uncharted: The Nathan Drake Collection

Wer die letzte Konsolengeneration, im speziellen die Playstation 3, nicht verschlafen hat, dem wird Uncharted ein Begriff sein. Die Reihe hat Fans und Kritiker begeistert, so dass nicht nur auf der aktuellen Generation, der Playstation 4, ein Nachfolger geplant ist, sondern auch Spieler, die die bisherigen Teile aus jeglichen Gründen nicht spielen konnten, dies nun nachholen können. Sony veröffentlicht mit Uncharted: The Nathan Drake Collection eine HD-Neuauflage der bisherigen 3 Teile um die Spielergemeinschaft auf den vierten Teil vorzubereiten.

Mit Hut und Peitsche?

Sollte die Story rund um Uncharted einem Leser nun wirklich nicht bekannt sein, so versuche ich nochmal in einer Kurzfassung eine Einführung zu geben. Nathan Drake ist Schatzsucher. Außerdem ist er auch noch Nachfahre des berühmten Seefahrers Sir Francis Drake. Wenn dann das eine auf das andere trifft, bleibt einem ja nichts anderes übrig, als sich auf die Spuren seiner Vorfahren zu machen, um dessen Geheimnisse und Schätze zu erbeuten. Nachdem er in dessen Sarg das Tagebuch seines Vorfahren entdeckt, macht er sich auf den Weg gen El Dorado, landet dabei im Amazonas und muss sich nun nachfolgend durch Gegnermassen schießen, an Felswänden und Lianen entlang hangeln, Rätsel längst vergessener Kulturen lösen oder über Abgründe springen. Dieses Spielprinzip hält auch in Teil 2 und 3 an, ändert jedoch die Person auf dessen Fußspuren sich Nathan Drake begibt. So ist es Marco Polo in Uncharted 2: Among Thieves und Lawrence von Arabien in Uncharted 3: Drake’s Deception.

Uncharted
Wer sich an dieser Stelle nun an einen Protagonisten mit Hut und Peitsche erinnert, der wird zwar gewisse Parallelen finden, muss jedoch nicht befürchten eine billige Kopie zu erhalten. Uncharted: The Nathan Drake Collection ist ein Action-Adventure in Blockbuster-Qualität. Während Uncharted: Drakes Schicksal noch die Anfänge zeigt und hier und da Schwächen in Form von mangelnder Abwechslung aufweist, so brillieren der zweite und dritte Teil auf ganzer Linie. Dabei hat die Möglichkeit, die Spiele nun direkt hintereinander spielen zu können, den Vorteil, dass man die Entwicklung, die Uncharted mit den Teilen vollzogen hat, direkt miterlebt. Nathans erstes Abenteuer wirft immer wieder mit dem sprichwörtlichen Zaunpfahl um sich, um uns auf die folgende Gameplayszenerie einzustimmen. Steht ein wilder Schusswechsel bevor, warten Deckungsmöglichkeiten direkt vor unserer Nase darauf von uns genutzt zu werden. Wartet um die Ecke eine Kletter- und Sprungeinlage ist dies sehr offensichtlich platziert, so dass man gar nicht auf den Gedanken kommt, einen anderen weg zu suchen. Im dritten Teil hat Naughty Dog dazugelernt und platziert alles sehr subtil nahtlos in die Umgebung. Nicht selten schlug ich mir gegen den Kopf als mir dann endlich die rettende Deckung auffiel. Was dem Spiel als leichte Schwäche im Gameplay angekreidet werden kann, macht es an anderer Stelle wieder mehr als wett. Tolle Charaktere und spannende Geschichten sind zeitlos und so können die Spiele auch nach ein paar Jahren noch faszinieren und begeistern. Da scheue ich nicht zu behaupten, dass die Uncharted-Reihe mit zu dem Besten gehört, was die letzte Konsolengeneration hervorgebracht hat.

Alles neu macht das Remaster?

Die wohl wichtigste Frage an dieser Stelle ist doch aber, was sich im Vergleich zu den Originalversionen geändert hat. Kurz und Knapp vorweg: eine ganze Menge. Selbstverständlich wurde, wie es sich für ein Remaster gehört, die Grafik einmal komplett aufpoliert. An Beleuchtung, Bildrate und Texturen wurde zwar kräftig geschraubt, da jedoch die Spiele auf der PS3 im Bereich Grafik immer State-of-the-Art waren, war ohne direkten Vergleich kaum ein Unterschied auszumachen. Einzig die Explosionseffekte fielen mir im Gegensatz zum Original direkt auf – nur leider nicht positiv, denn sie wirken nach der Überarbeitung sehr aufgesetzt. Hätte man an dieser Stelle den doch etwas comic-lastigen Look beibehalten, wäre dies nicht so heraus gestochen.

Uncharted

In der Überarbeitung des Gameplays macht die Nathan Drake Collection alles richtig. So wurden zwei weitere Modi, Speedrun und Explorer, hinzugefügt. Während ersterer die Möglichkeit gibt mit Freunden um Bestzeiten innerhalb der Level zu buhlen und dabei die Story völlig außer Acht zu lassen, haben wir mit Explorer die Chance uns voll und ganz auf die Geschichte zu konzentrieren. Man könnte es auch Extra-Leicht nennen, teilen die Gegner schließlich weniger Schaden aus und stecken gleichzeitig auch weniger bis zum virtuellen Ableben ein. Für die einen ein Fluch, für die anderen ein Segen dabei, dass Trophäen und Sammelgegenstände in diesem Modus nicht erreichbar sind. Für mich eine erfrischende Abwechslung bin ich schließlich generell eher der Spieler, der die Story genießt und Trophäen sowie harte Schwierigkeitsgrade eher für unnötig hält. Ich wünschte wirklich jedes Spiel würde diese Option anbieten, hoffe also auf Nachahmer. Natürlich darf auch ein Fotomodus nicht fehlen, damit die wunderschönen Landschaften in Szene gesetzt und auf der Festplatte konserviert werden können. Dazu noch ein neuer knackiger Schwierigkeitsgrad für diejenigen, die das Spiel wirklich auswendig kennen und die Wert auf Realität legen, denn nach ein, zwei kassierten Treffern hat Nathan hier bereits das Zeitliche gesegnet.

Uncharted

Keine Complete-Edition

Wenn man neue Bonus-Features spendiert bekommt, muss man aber auch manchmal leichte Abstriche an anderer Stelle machen. Davon bleibt leider auch nicht die Nathan Drake Collection verschont. So fehlen die Multiplayer-Modi, welche in den letzten beiden Teilen auf der Playstation 3 noch verfügbar waren. Meiner Meinung nach kein wirklich schmerzlicher Verlust, da dass Spiel auch im Singleplayer lang genug fesselt und wer sich unbedingt mit seinen Freunden messen möchte, immer noch auf den Speedrun-Modus ausweichen kann. Für mich ein kleiner Wermutstropfen ist das Fehlen des PS Vita-Ablegers Golden Abyss. Ich hätte das Spiel gern auf dem großen Fernseher gespielt, besonders da es nicht vom Playstation TV unterstützt wird und so weiterhin sein reines Vita-Dasein fristen muss.
Auch ein paar Hintergrundinformationen, wie es heutzutage fast immer in Remakes der Fall ist, hätten dem Spiel als nettes Beiwerk gut getan. Doch auch darauf müssen wir leider verzichten.

Uncharted

Fazit

Ich wiederhole mich, wenn ich die Uncharted-Reihe lobe, aber sie hat es sich durch und durch verdient. Der erste Teil erschien zu einer Zeit, in der das Genre Action Adventure in meinen Augen brach lag, belebte es neu und hielt es als Reihe weiterhin am Leben. Nun als Einstimmung auf den zu erwartenden (und leider verschobenen) vierten Teil die Collection zu veröffentlichen war die richtige Entscheidung. Qualitativ hat Bluepoint Games bei der Portierung eine hervorragende Arbeit geleistet und so glänzen alle Teile durch die kleinen Erweiterungen. Einzig der fehlende Vita-Ableger schmerzt etwas. Dennoch bekommt man mit der Nathan Drake Collection Blockbuster, die sich nicht vor frischen Spielen verstecken müssen. Die Collection nicht der eigenen Sammlung hinzuzufügen ist eigentlich nur von Spielern, die mit dem Genre Action-Adventure nichts anfangen können, zu entschuldigen. Und selbst die haben durch den Explorer-Modus einen guten Grund dennoch zuzugreifen. Von mir gibt es das Prädikat Pflicht.

Uncharted: The Nathan Drake Collection gibt es für die PS4 bei Amazon für 44€ bis 55€ und im PSN-Store zu kaufen.

Wie gefällt Euch Uncharted: The Nathan Drake Collection? Habt Ihr schon die PS3-Versionen gespielt oder bereitet Ihr Euch damit auf den vierten Teil der Serie vor? Wie steht Ihr zu den Änderungen der Neuauflage?

Ich bedanke mich beim Hersteller für die Bereitstellung des Testmusters. Informationen zu ethischen Grundsätzen.

Von Sven Schmidt

Hi, ich bin Sven, Baujahr 81, wohne im Umland des schönen Hamburgs und würde mich wohl selbst Geek nennen. Ich bin Videospiel-addicted seit dem GameBoy, Fan von Apple seit einem iPhone 3G, fasziniert von Gadgets aller Art und bezeichne mich selbst auch gern als Film- und Serienjunkie.

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