Vampyr

Der Entwickler Dontnod Entertainment hat Anfang Juni das Spiel Vampyr für PC, Xbox One und PlayStation 4 auf den Markt gebracht. Ob sie damit an den Erfolg von Life is Strange anknüpfen können und was sich hinter dem Spiel verbirgt schauen wir uns heute einmal an.

Ein Doktor zum reinbeißen

London 1918, East End. Es herrscht die spanische Grippe. Ihr seid Dr. Jonathan Reid, ein angesehener Doktor und Spezialist auf dem Gebiet der Bluttransfusion. Vor wenigen Tagen habt ihr noch in Frankreich das Grauen des ersten Weltkrieges erlebt und wollt jetzt einfach nur nach Hause. Doch in der Nacht sollte man vielleicht nicht durch Londons East End streifen. Es kommt, wie es kommen muss und ihr werdet überfallen, aber es ging denjenigen scheinbar nicht um euer Portemonnaie, sondern vielmehr um euren Hals bzw. euer Blut. Etwas später wacht ihr wieder auf und euch plagt ein unbändiger Durst. Schnell wird klar, dass man zu einem Blutsauger / einem Vampir gemacht wurde und so macht ihr euch auf die Suche nach eurem Schöpfer um ihn zur Rechenschaft zu ziehen.

Dialoge en masse

Neben den Kämpfen, welche mich stark an Bloodborne erinnerten, müsst ihr mit allerhand NPCs reden um an Hinweise, Hintergrundwissen und Geheimnisse anderer Charaktere zu kommen. Im Multiple Choice Dialogsystem könnt ihr jeweils eure nächste Antwort bzw. Frage auswählen. Mir persönlich waren es ein paar zu viel Fragen je Charaktere, welche auf mich zu dem am Anfang recht eintönig wirkten. Hier wäre etwas weniger vielleicht besser gewesen. Die Sprachausgabe des Spiels ist in Englisch, aber man kann sich einen deutschen Untertitel einblenden lassen. In den Kämpfen könnt ihr auf allerhand Waffen zurückgreifen. Äxte, Sägen, Sensen und auch diverse Schusswaffen stehen zur Auswahl und können auch über ein Crafting-System mit Upgrades verbessert werden.

Levelt den “Vampyr”

Das Spiel bietet keine Einstellung für den Schwierigkeitsgrad. Ist euch das Spiel allerdings zu schwer, könnt ihr euch den NPCs annehmen und ihnen das Blut aussaugen, denn nur darüber bekommt ihr ausreichend Erfahrungspunkte um euch weiterzuentwickeln. Passt aber auf, denn Krankheiten können die Qualität des Blutes verschlechtern und somit den Erfahrungsgewinn verringert. Verabreichte Medizin und bekannte Geheimnisse der NPC erhöhen den Erfahrungsgewinn hingegen. Die erhaltenen Punkte könnt ihr dann im Schlaf gegen neue Fertigkeiten oder Verbesserungen ausgeben. Zum Schlafen gibt es verschiedene Verstecke, die im East End zu finden sind. Ebenso während ihr schlaft bekommt ihr einen Überblick, was eure Taten bewirkt haben. Nehmt ihr zu viele NPCs aus dem Spiel fehlen euch in Vampyr übrigens ggf. einige wichtige Hinweise und Hintergrundinformationen.

Die Technik

Die Grafik von Vampyr erinnert, wie auch bereits das Kampfsystem, etwas an das von From Software entwickelte Bloodborne, was in Zeiten eines Horizon: Zero Dawn doch eher schwach auf der Brust daher kommt. Dazu kommen aufploppende Objekte und teilweise schwammige Texturen. Man darf hier aber auch nicht vergessen, dass Dontnod Entertainment wahrscheinlich ein ganz anderes Budget für das Spiel zur Verfügung hatte als Guerrilla Games bei Horizon. Dennoch hätte man eventuell noch etwas mehr rausholen können.

 

Fazit

Vampyr ist ein Action Adventure, welches viele interessante Aspekte bietet. Wer auf viele Dialoge, eine interessante Story im alten London und Kämpfe im Stile von Bloodborne steht, der macht mit Vampyr sicherlich nichts verkehrt. Wer mehr auf Action, als auf Adventure steht, sollte hier allerdings  eher nicht zu greifen.

Getestet habe ich das Spiel auf der PlayStation 4 Pro. Das Spiel erschien zusätzlich auf der Xbox One und dem PC und kostet aktuell um die 50 Euro als Retailversion.

Ich bedanke mich beim Hersteller für die Bereitstellung des Testmusters. Informationen zu ethischen Grundsätzen.