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Vanguard Alta Pro 263AGH Stativ

Kennt ihr das Motto? „Kaufste billig kaufste doppelt“ – Genauso ging es mir vor ein paar Wochen beim Thema Stativ. Ich hatte mir vor einiger Zeit ein günstiges Stativ für 30 € gekauft. Die ersten paar Tage reichte mir dies auch, doch die Benutzung wurde schnell nervig. Plastik und dünnes Aluminium sind zwar leicht aber auch nicht sonderlich haltbar und noch viel wichtiger, es ist einfach nicht stabil. Mich hat es letztlich so gestört, dass ein neues Stativ her musste. Bei mir ist es das Vanguard Alto Pro 263AGH geworden.

Der Stativ-Markt ist total unübersichtlich. Es gibt was in jeder Größe, jedem Gewicht, für Innen- oder Outdoor-Einsatz, mit oder ohne Kopf, verschiedene Köpfe und dann natürlich in allen Preislagen.

Ich habe lange gesucht bis ich ein “universelles” Stativ gefunden habe, dass meinen Ansprüchen zu einem guten Preis gerecht wird. Dabei waren meine Anforderungen nicht gerade einfach:

  • Einsatzmöglichkeit im “Studio” für Produktfotos
  • Einsatzmöglichkeit für Makroaufnahmen
  • Einsatzmöglichkeit Outdoor
  • Ungewöhnliche Blickwinkel
  • viele Einstellmöglichkeiten für die Höhe
  • Kugelkopf zum schnellen Einstellen
  • Stativplatte mit kleiner Fläche, die richtungsunabhängig einzuklicken ist
  • gute Sicherung der Stativplatte gegen unabsichtliches Lösen
  • Panorama-Funktion

Eine Liste die nicht einfach zu erfüllen ist, aber Vanguard zeigt, dass dies möglich ist und das zu einem angemessenem Preis. Das Alto Pro 263AGH ist wohl eines der flexibelsten Stative, dass man kaufen kann.

Ich glaube ich kann den vollen Funktionsumfang des Stativs gar nicht in einem Artikel ausreichend würdigen, aber ich mache hier mal einen Versuch.

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Grundlegendes

Zusammengeklappt und zusammengeschoben hat das Stativ eine Höhe von 72,5 cm. Das Gewicht liegt bei 2,64 kg. Ist meiner Meinung nach ein guter Mittelwert zwischen Transportierbarkeit, Nutzungskomfort und besonders Stabilität. Voll ausgefahren kommt das Stativ auf eine Höhe von 174 cm und die Belastbarkeit liegt bei 6 kg. Wobei man die maximale die Kameraposition dank der Mittelsäule noch erhöhen kann. Dazu später mehr.

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Stativbeine

Das Drei-Bein-Stativ und damit auch die einzelnen Beine bestehen aus hochwertigem pulverbeschichtetem Aluminium, dass einen sehr stabilen Eindruck macht. Jedes Bein besitzt zwei Auszüge, die man mit wirklich guten Umlegeklemmen arretiert. So geht der Aufbau schnell und unkompliziert. Am Ende jedes Beines findet man große Gummifüße, die ein Wegrutschen vermeiden. Diese lassen sich mit Schrauben noch individuell verstellen, so kann man sein Stativ wenn gewünscht wirklich Millimeter genau ausrichten. Zusätzlich kann man die Gummifüße auch ganz hochdrehen und es kommen Spikes zum Vorschein, mit denen man das Stativ auch Outdoor im Untergrund “versenken” kann.

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Doch die Beine bieten zwei weitere Highlights. Das erste Kleine ist die Polsterung am oberem Ende der Beine. Diese schützen euer Stativ, eure andere Kameraausrüstung und euch vor Macken und Kratzern. Außerdem kann man das Stativ an diesen Stellen super festhalten und transportieren.

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Das große Highlight bei den Beinen ist aber deren Befestigung in der Mitte. Am Druckguss-Sockel aus Magnesiumlegierung stellt ihr die Beine standardmäßig mit einem Winkel von 25° auf. Dies entspricht dem Standard-Arbeitswinkel fast aller Stative. Drückt ihr allerdings den grauen Schalter am Bein, dann könnt ihr den Winkel auf 50° oder sogar 80° vergrößern. Dank diesem extremem Winkel kommt ihr einerseits mit der Kamera sehr viel weiter an den Boden, was zum Beispiel interessante Möglichkeiten für Weitwinkelaufnahmen schafft und andererseits könnt ihr das Stativ zum Beispiel auch auf sehr schrägem Untergrund stabil aufbauen oder auch an eine Wand anlehnen. Der große Einstellwinkel lässt euch viel Freiraum für Ideen.

Mittelsäule und Sockel

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Am Sockel sind zum einen die Beine befestigt und zum anderen ist hier die Aufnahme für die variabel einsetzbare Mittelsäule. Es gibt wohl grob drei verschiedene Aufbauten für die Mittelsäule, die ich als “Standard”, “auf dem Kopf” und “Multi-Angle” bezeichnen würde. An der Mittelsäule kann man unten übrigens noch ein Gewicht einhängen um das Stativ weiter zu stabilisieren.

Standard

Vanguard Alta Pro 263AGH Stativ 17Die Mittelsäule ist in der Mitte ganz normal nach oben ausgerichtet. Hier lässt sich mit einem Hebel noch die Höhe der Mittelsäule einfach justieren zwischen 0 und 30 cm. Ich liebe diese einfache Funktion. Sie ermöglicht es die Höhe einfach mal um ein paar Zentimeter zu ändern und das mit einem Handgriff ohne, dass man die Höhe der Beine erneut verstellen muss.

Auf dem Kopf

Der Spaß beginnt natürlich erst so richtig, wenn man die Mittelsäule einmal ganz herausnimmt. Dafür löst ihr einfach die Schraubklemme für die Höheneinstellung und drück am unten Ende einmal die Sicherung hinein. Nun könnt ihr die Säule zum Beispiel einfach anders herum einsetzen. Super cool für Aufnahmen von oben. Heißt ihr macht die Beine relativ lang und könnt dank des Kugelkopfs fotografieren was zwischen den Beinen des Stativs liegt/steht.

Multi-Angle

Multi-Angle ist wohl das interessantes Feature der Mittelsäule, denn hier wird aus der Mittelsäule ein Ausleger. Wie auf beim “Auf dem Kopf” nimmt man die Mittelsäule heraus, nun kann man an einer weiteren Klemme die Führung für die Säule herausklappen. Säule wieder einsetzen und ihr könnt wirklich interessante Blickwinkel verwirklichen. Es sind Winkeleinstellungen zwischen 0° und 180° möglich.

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Sonstiges

Die Mittelsäule und besonders auch der Sockel sind sehr massiv und stabil gearbeitet. Am Sockel findet ihr auch noch eine kleine Wasserwaage zur präzisen Ausrichtung des Stativs.

Die runde Aufnahmeplatte am oberen Ende der Mittelsäule passt genau zur runden Aufnahme des Vanguard Kopfes. Doch ihr könnt hier dank des Standard-Stativgewindes natürlich auch alles andere draufschrauben – egal ob den Glif für iPhone oder eine Fotoleuchte wie die Litepanels Croma. Ein Adaptering für 1,4-Zoll auf 3/4-Zoll-Adapter ist auch mit dabei und wenn man ihn gerade nicht im Einsatz hat, kann man ihn sogar direkt oben in die Platte schrauben und er geht nie verloren. Sehr schöne Details.

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Kugelkopf

Ein Kamerastativ wird natürlich erst so richtig komplett mit einem entsprechendem Kopf. Auch hier lässt Vanguard mit dem GH–100 Pistolengriff keine Wünsche offen.

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Es gibt ohne Ende Einstellmöglichkeiten. Der Pistolengriff selbst lässt sich um 360° drehen und rastet dabei in 15° Schritten immer fest ein. Drückt man den Pistolengriff – schießt also quasi ab – lässt sich die Kugel und damit die Kamera um die Kugel bewegen. Lässt man den Griff wieder frei so wird die Position gehalten. Ist euch der Grip der Kugel so noch nicht stark genug, könnt ihr ihn mit der Wendelschraube am oberen Ende des Griffs komplett festsetzen.

Der Kugelkopf selbst hat übrigens Aussparungen für “Zweit”-Formate. Ihr könnt schnell mal zwischen Hoch- und Querformat wechseln.

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Die Stativplatte und damit eure Kamera sitzt natürlich ganz oben auf dem Kopf. Die Stativplatte klickt dabei ohne konkrete Richtungsvorgabe in die Sicherung ein. Die Sicherung lässt sich nur mit zwei Fingern und speziellem Handgriff lösen – heißt ihr braucht keine Angst haben, dass euere Kamera einmal aus Versehen auf dem Boden landet.

Die letzten beiden Funktionen des Kopfes sind zum Einen seine Panorama-Funktion und zum anderen die weitere Wasserwaage. Die Panorama-Funktion habe ich nicht aktiv genutzt, doch sie ist recht einfach zu erklären. So lässt sich die Aufnahme der Stativplatte in 5° Schritten horizontal drehen. Mit einem Schalter an der Seite löst man die Arretierung dafür bzw. macht sie wieder fest. Also perfekt für Panorama-Landschaftsaufnahmen. (Ja ich weiß, da gibt es auch hoch komplexe und ausgefeilte Halterungen, die das noch sehr viel genauer machen und die Position der Stativaufnahme der Kamera und dessen Sensorfläche ausgleichen).

Als letztes haben wir noch die Wasserwaage im Kugelkopf. Nachdem das Stativ gerade steht soll natürlich auch der Kopf ausgerichtet werden.

Lieferumfang

Beim Lieferumfang lässt sich Vanguard ebenfalls nicht lumpen Stativ und Kugelkopf sind natürlich die beiden Hauptbestandteile doch auch an eine Tragetasche, Gewichtstasche und Werkzeug wurde gedacht. Tragetasche erklärt sich wohl selbst. Die Gewichtstasche lässt sich nach dem Aufbau des Stativs zwischen die drei Beine einhängen und mit Gewichten wie z.B. Steinen füllen und stabilisiert den Aufbau so. Das ein kleines Werkzeug direkt immer am Stativ baumelt ist sehr praktisch so habt ihr immer alles dabei im die Beimarrtierungen und Co nachzustellen falls nötig.

Fotos

Shopping

Kaufen könnt ihr das Vanguard 263AGH bei Amazon für 182 €.

Bewertung

sehr gut
Ich bin mit dem Vanguard 263AGH wirklich mehr als glücklich und kann gut verstehen warum es so viele Preise gewonnen hat. Es stimmt einfach alles. Verarbeitungsqualität, Größe und Gewicht. Dazu kommt der riesige Funktionsumfang der bis ins Detail durchdacht ist und es dir ermöglicht deine Fotoidee immer wieder in Perfektion umzusetzen. Wer das Fotografieren sein Hobby nennt und noch kein Stativ oder kein hochwertiges Stativ sein eigenen nennt, der sollte sein Geld in dieses Produkt investieren. Der Preis ist mehr als gerechtfertigt. Ich hätte auch locker 70 oder 80 € mehr bezahlt.

Ich bedanke mich beim Hersteller für die Bereitstellung des Testmusters. Informationen zu ethischen Grundsätzen.

3 Comments

  1. Kann man den Pistolengriff auch abnehmen? Also den ganzen Kopf damit ich einen Kugelkopf anbringen oder dergleichen?
    Denn mein Problem ist, dass sich dieser nur sehr schwer abschrauben lässt bei meinem Modell. Ist das normal, dass dieser nur mit einer Rohrzange abzuschrauben ist oder liegt das an meinem Modell? Die Anleitung war auch wenig hilfreich und sonst beschreibt niemand dieses Problem!

  2. Hi Patrick,

    den Pistolengriff kann man abnehmen und gegen einen anderen Kopf tausche, dass ich kein Problem. Das dies recht schwer geht ist wohl gewünscht, damit die gesamte Konstruktion als Stativ auch weiterhin seinen Zweck erfüllt.

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